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03.06.1983 - 

Amerikaner suchen zunehmend innovative Architekturen:

US Hersteller fürchten Japan-Jumbos

Den DV-Verantwortlichen in den Vereinigten Staaten ist nicht wohl beim Gedanken an die japanische Herausforderung im Großcomputerbereich. Das "National Supercomputerprogramm" der Japaner führte in den USA immer mehr zu Diskussionen, ob tatsächlich die Gefahr bestünde, auf diesem wichtigen Feld die Führung zu verlieren.

Besorgnisse dieser Art äußerte kürzlich ein Komitee angesehener Informatiker, das nach seinem Vorsitzenden, Peter Lax von der Universität New York, als "Lax Committee" bekannt wurde. Lax und seine Mannen fanden heraus, daß in den USA per anno allenfalls 25 bis 50 Millionen Dollar in die Erforschung und Entwicklung von Größtrechnern gehen, während die Japaner, und das noch unter zentraler Leitung, das Vier- bis Achtfache (200 Millionen) aufwenden. Mit diesem Einsatz wollen sie erreichen, daß japanische Superrechner gegen Ende des Jahrzehnts um drei Größenordnungen leistungsstärker als heute sind.

Staatliche Förderung notwendig

Das Komitee rät zur staatlichen Förderung vergleichbarer amerikanischer Forschungen, denn die Dauer und die Kosten der Entwicklung neuer Computerarchitekturen sowie die Ungewißheit, wie solche Maschinen sich kommerziell rentieren werden, machten diese Entwicklungsprojekte praktisch uninteressant für die Privatwirtschaft. Das Gebiet der Hochleistungsrechner sei ein Bereich, wo die übliche Maximierung der kurzfristigen Kapitalrendite weder den Erfordernissen der nationalen Sicherheit noch dem langfristigen nationalen Interesse gerecht werde.

Bei der Suche nach den Superrechnern von morgen und übermorgen setzen die meisten Computerarchitekten heute auf Konzepte des Parallelprocessing. Dabei zeichnet sich - zumindest momentan - in groben Umrissen ab, daß die Industrie (zum Beispiel Cray, Control Data, IBM) in erster Linie das parallele Arbeiten weniger großer Prozessoren vorantreibt, während die Hochschulforschung, nicht zuletzt aus Kostengründen, eher auf Architekturen setzt, bei denen kleine, billige Prozessoren kooperieren - aber davon dann beachtliche Mengen. Übrigens werden zur Zeit in den USA zwischen 40 und 50 Programme zur Entwicklung von Hochleistungsrechnern gezählt.

Behörden interessieren sich für Superrechner

Von seiten der Regierung haben vor allem vier Behörden besonderes Interesse an amerikanischen Superrechnern: das Pentagon, die NASA, das Energieministerium und die Nationale Wissenschaftsstiftung, NSF. Dabei lassen sich gewisse Vorlieben ausmachen, so etwa beim Pentagon: Hier interessiert sich Darpa, das ist die Defense Advance Research Projects Agency, primär für das Gebiet "Künstliche Intelligenz", während manche Forschungslaboratorien andererseits mehr an äußerst schnellen, wissenschaftlichen Rechenverfahren interessiert sind.

Verfolgt man die Diskussion in den USA, so zeigt sich, daß viele Fragen noch ungeklärt sind. Kann man mit Rechnern, die die Hardware wissensbasierender Systeme (Expertensysteme) darstellen, überhaupt auch mathematische Kalkulationen konkurrierend durchführen? Muß man den Entwicklern fortschrittlicher Rechner nicht mehr Zugang zu den schon vorhandenen Supercomputern geben - zumal jene Maschinen teilweise nur unzureichend ausgelastet sein sollen? Und wenn ja, wie soll das geregelt werden?

Was den Zugang zu Superrechnern betrifft, empfiehlt das Lax Committee unter anderen Möglichkeiten die Installierung eines Netzes, über das die Wissenschaft mit Supercomputern kommunizieren kann. Es könnte sich auf die schon vorhandenen Strukturen des bekannten Arpanet einer Pentagon-Installation, stützen.

Die letzte Nachricht über die amerikanischen Anstrengungen auf dem Felde der Supercomputer besagt, daß das Office of Science and Technology Policy eine Gruppe hochrangiger Fachleute berufen hat, die sich in den nächsten Wochen mit der Rolle, die der Regierung bei der Entwicklung fortschrittlicher Rechner zuzuweisen sei, befassen werden: Man hat die Herausforderung aus Japan offensichtlich angenommen.