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04.01.1985 - 

Vertreiber fighten mit harten Bandagen:

US-Kampfpreise bei Mikro-Software

MÜNCHEN (lo) - Ein heftiger Preiskampf unter den US-Anbietern von Software für Mikrocomputer hatte vor Weihnachten offenbar seinen Höhepunkt erreicht. So gewährte etwa die Münchner Softsel GmbH für einige Softwareprodukte im Rahmen einer Weihnachtsaktion Preisnachlässe um bis zu 50 Prozent.

Dies dürfte nach Ansicht von Branchenkennern nicht mehr die Kosten decken. Offenbar hat die junge Tochter des gleichnamigen US-Distributors die Marketingstrategie geändert. War noch im Sommer dieses Jahres versucht worden, die Preise wegen der hohen Qualitätsansprüche und des Beratungsaufwandes für die Fachhändler hochzuhalten, sollen die Softsel-Produkte künftig dem Vernehmen nach über Mailorders und Telefonverkauf an den Mann gebracht werden.

Erstes Opfer dieser neuen Verkaufspolitik ist Sybille Ehlers, die als General-Manager die deutsche Tochter aufbaute. Sie äußerte sich noch im November gegenüber der CW-Schwesterpublikation Computer Business. Softsel werde ausschließlich über den Fachhandel Software vertreiben: "Softsel will nicht die schnelle Mark machen, sondern langfristig im Geschäft bleiben." Die Managerin ist bei Softsel nicht mehr zu erreichen und hat das "Handtuch geworfen". In einer besonders in den vergangenen Wochen gewandelten Marktsituation habe sich Softsel entschlossen, die eigene Strategie zu ändern. Das ist für die Gründerin der Softsel ein entscheidender Grund, sich von den Münchnern zu trennen: "Ich passe nicht zu einem Unternehmen, das mit Mailorders á la Softsel in den USA arbeitet."

Weitere Software-Vertreiber ziehen eifrig bei der Niedrigpreis-Politik mit - etwa Markt & Technik.

Die Winkelzüge im Rabattpoker gelten wahrscheinlich der nicht immer erfüllten Umsatzplanung. Unklar bleibt jedoch, wie wieder zu einem normalen Preisniveau zurückgefunden werden soll. Eine harte Wettbewerbssituation, verschärft sich durch reife Softwarevertreiber und nicht zuletzt auch durch die Markt-Absichten IBMs. Der erste, der in dieser Situation den Rabatt streicht, trägt dabei das Risiko: Ein drastischer Umsatzrückgang sowie Verlust bei Marktanteilen droht als wenigstes, beschreibt ein Insider die möglichen Folgen. Der einmal verwöhnte Kunde wird nur zögernd in den - wieder - sauren Apfel beißen.