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27.07.2010

US-Krankenversicherung vergütet Dialysebehandlung künftig pauschal

Von Heide Oberhauser-Aslan DOW JONES NEWSWIRES

Von Heide Oberhauser-Aslan DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Für die öffentliche US-Krankenversicherung Medicare gilt in der Dialysebehandlung ab 2011 ein neues Erstattungssystem. An die Stelle der bisherigen Einzelvergütung für die Dialysedienstleister tritt eine Pauschalvergütung, wie das Centre for Medicare and Medicaid Services bei Vorstellung der endgültigen Pläne am späten Montagabend mitteilte.

Betroffen davon ist auch die Fresenius-Tochter Fresenius Medical Care, deren wichtigster Markt bislang die USA ist. Die Auswirkungen des neuen Regelwerks sind nach Aussage eines Fresenius-Sprechers derzeit aber noch nicht genau abzuschätzen. "Wir haben im Vorfeld immer gesagt, dass wir von einem neutralen Effekt auf FMC ausgehen, daran hat sich bisher nicht geändert", sagte er am Dienstag auf Anfrage.

Es handele sich jedoch um ein sehr umfangreiches Dokument, das vom Bad Homburger Unternehmen nun genau geprüft werde. In ein paar Wochen könne FMC sicherlich mehr zu den Folgen für das eigene Geschäft sagen. Positiv wertete er, dass auch Empfehlungen aus der Industrie Berücksichtigung gefunden hätten.

Im Juli 2008 hatte der US-Gesetzgeber mit Wirkung ab 2011 eine so genannte "bundled rate" vorgeschrieben, mit der Dialysebehandlung und weitere Leistungen wie Dialysemedikamente komplett abgerechnet werden. Sie ersetzt die derzeit gültige so genannte "composite rate", die alle Einzelleistungen separat vergütet. Grund für die Neuregelung waren die ständig steigenden Kosten.

Ab Januar 2012 soll zudem ein "Quality Incentive Programm" für Dialysedienstleistungen eingeführt werden. Die Erstattung soll dann an Qualitätskriterien gekoppelt werden. An deren Erfüllung soll sich künftig die Höhe der Kostenerstattung bemessen.

Analysten gingen im Vorfeld der geplanten Neuregelung nicht von negativen Auswirkungen für FMC aus. Als vertikal integrierter Anbieter sei FMC gut gerüstet, um sich Veränderungen im Vergütungssystem flexibel und zeitnah anzupassen und auch künftig weiter profitabel zu wachsen hieß es beispielsweise vom Bankhaus Lampe.

Positiv werten Analysten nunmehr, dass nach dem aktuellen Plan zwar intravenös verabreichte Medikamente pauschal vergütet werden, nicht aber wie ursprünglich geplant die oral verabreichten Arzneien wie etwa Phosphatbinder und Vitamin D. Diese sollen weiterhin separat erstattet werden und erst ab Januar 2014 in die Pauschalvergütung aufgenommen werden.

Für FMC ist die USA der wichtigste Markt. Im ersten Quartal 2010 lag die Höhe der Erstattung je Behandlung zuletzt bei 355 USD. Für Medicare-Patienten liegt die Vergütung in den USA bei rund 250 USD. Aus Ertragssicht sind laut Bankhaus Lampe für FMC besonders die privat versicherten Patienten von Bedeutung. Sie machen rund 15% der Bevölkerung aus. Die Erstattung liegt bei Privatpatienten je Behandlung bei dem 2,5-Fachen bis 3-Fachen der Medicare-Erstattung.

Die FMC-Aktie profitierte von den Neuigkeiten aus den USA und startete sehr fest in den Handel. Gegen 13.22 Uhr notierte das Papier des DAX-Konzerns bei 43,00 EUR und damit 4,5% im Plus. Die FMC-Aktie ist damit stärkster Wert im DAX.

Webseiten: www.cms.gov www.fmc-ag.de -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/rio

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