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30.05.1975 - 

Start im größten Wirtschaftsprozeß des Jahrhunderts

US-Regierung fordert Entflechtung der IBM

NEW YORK - Sechs Jahre und 122 Tage nach Klageerhebung durch das US-Justizministerium begann in New York der "Prozeß der Superlative", das Anti-Trust-Verfahren gegen die IBM Corporation. In der ersten Prozeßwoche brachten beide Seiten ihre Rechtspositionen vor und begann die Vernehmung des ersten von 523 Zeugen.

Raymond M. Carlson, Chefankläger der Regierungs-Anti-Truster erklärte, die Regierung werde den Nachweis erbringen, daß IBM auf illegale Weise eine Monopolstellung auf dem Markt für Universalrechner anstrebte und diesen Markt durch grobe Verstöße gegen den freien Wettbewerb und Marktbeherrschung monopolisiere. Sollte das Gericht zur gleichen Ansicht gelangen, werde die Regierung fordern, daß IBM entflechtet und in mehrere selbständige unabhängige Unternehmen aufgespaltet wird. Acht Regierungsanwälte brachten die mittlerweile hinlänglich bekannten Vorwürfe gegen die IBM vor:

1.) "Bundling" von Hardware, Wartung, Software und Unterstützung zu einheitlichen Preisen bis 1969.

2.) Ankündigung von "Fighting Machines" zu Niedrigpreisen, insbesondere voreilige Bekanntgabe neuer Anlagen (360/90, 360/44 und 360/67).

3.) Forcierung des Mietgeschäftes, für das Mitbewerber nicht die finanziellen Reserven hätten.

4.) Diskriminierende Sondervereinbarungen mit Universitäten.

Raymond M. Carlson zitierte den Rückzug der Industrie-Giganten General Electric und RCA aus dem Computergeschäft als Indiz für IBM's monopolartige Stellung.

IBM: Nur 32 Prozent Marktanteil

Der Leiter der IBM-Verteidigung Thomas D. Barr erwiderte, daß die Regierungsklage sich allein auf die Größe der IBM beziehe, obwohl diese Größe durch fairen Wettbewerb bei besserer Leistung erzielt wurde.

Zudem sei die Definition des Computermarktes seitens der Regierung völlig unhaltbar, da sie nur die acht großen Hersteller umfaßt. Vielmehr gebe es weitere 128 Hersteller von "Computer-Produkten". Alle bedeutenden Wettbewerber wären seit 1960 schneller gewachsen als IBM, die heute nur noch einen Anteil von 32 Prozent des Gesamt-Marktes habe. IBM's Anwälte wiesen jeden der Regierungsvorwürfe zurück.

Bundesrichter David N. Edelstein vor überfülltem Sitzungssaal am am New Yorker Foley Square: "Dies ist kein gewöhnlicher Prozeß, die ganze Welt schaut zu."

AU:G.Maurer