Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.10.1986 - 

Amerikanern droht Abhängigkeit von ausländischen Produzenten:

US-Regierung will Chip-Krise auffangen

NEW YORK (CW) - Die amerikanische Chip-Misere wird erneut zum Politikum. Nachdem sich die US-Regierung schon in den Handelskonflikt mit den Japanern einschaltete, beschäftigt sie sich nunmehr mit den möglichen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der neuerlichen Absatzkrise.

So befürchtet die Regierung des Bundesstaates Kalifornien, daß ein rascher Verfall der heimischen Mikroelektronik-Industrie zu einer Abhängigkeit von der Halbleiterproduktion anderer Länder führt. Würde dies geschehen, schreibt die New York Times unter Berufung auf Regierungskreise, müsse man sich auf einen über die Halbleiterbranche hinausgehenden Schaden einstellen. Vor allem aber werde eine solche Abhängigkeit zu einem ernsthaften Verlust des militärischen Potentials führen.

Inzwischen beauftragten das Verteidigungsministerium und der Nationale Sicherheitsrat unabhängig voneinander zwei Studiengruppen mit einer Untersuchung über die derzeitige Situation. Wie es heißt, analysieren beide Gruppen die Gefahren, die von einer wachsenden Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern ausgehen könnten. Erste Ergebnisse der Untersuchungsgruppe, die vom Verteidigungsministerium eingesetzt wurde, sind von Leiter Erich Bloch laut New York Times mit den Worten kommentiert worden: "Wir haben es mit einer sehr ernsten Situation zu tun."

Gewarnt wird vor allem vor "verheerenden Auswirkungen", die eine Abhängigkeit der US-Industrie von japanischen Halbleitern nach sich ziehen könnten. Entschlössen sich die japanischen Produzenten, Chips vom US-Markt zurückzuhalten, könnten sie damit die Konkurrenzfähigkeit der USA in fast allen Bereichen der Herstellung erheblich einschränken. Auch gebe es bereits erste Anzeichen dafür, daß die Japaner tatsächlich einige Chips nicht auslieferten.

Überprüft wird jetzt, wie sich die Gafahr eindämmen und die heimische Chip-Produktion wieder auf Vordermann bringen läßt. Dabei läuft alles darauf hinaus, daß die Regierung die amerikanische Computerindustrie zukünftig finanziell stärker unterstützen soll. Mit Hilfe solcher Finanzspritzen, so ein Insider, könnten die Halbleiter-Hersteller ein Konsortium bilden und bei Produktionsentwicklung und Herstellung künftig zusammenarbeiten.

Die größte Anstrengung dürfte allerdings dem Vorhaben gelten, die amerikanische Halbleiter-Industrie wieder in den Markt der DRAM-Chips zu bringen. Dieses Geschäft haben die US-Produzenten nahezu völlig an ihre japanischen Konkurrenten verloren.