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Weiterhin Auflagen für die Ausfuhr starker Schlüssel


24.09.1999 - 

US-Regierung will Regeln für Krypto-Export lockern

MÜNCHEN (fn) - Die US-Regierung will den Export von Verschlüsselungsverfahren erleichtern. Von einer vollständigen Freigabe sicherer Schlüssel kann allerdings keine Rede sein, denn auch die Gesetzesnovelle enthält einige Auflagen.

Zur Zeit dürfen die meisten amerikanischen Firmen lediglich Verschlüsselungsprodukte exportieren, die Daten mit maximal 56 Bit codieren. Laut einer Ankündigung aus dem Weißen Haus werden diese Anbieter demnächst in der Lage sein, Krypto-Produkte mit wesentlich stärkeren Schlüsseln auszuführen, beispielsweise solche, die mit 128 Bit arbeiten. Dies allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Zwar liegen Details über die beabsichtigte Gesetzesnovelle noch nicht vor, doch auf alle Fälle können Hersteller, die Krypto-Technik bis 64 Bit Schlüssellänge ausführen wollen, dies nach Inkrafttreten der neuen Verordnung ohne weitere Auflagen tun. Erzeugnisse, die noch stärker verschlüsseln, müssen die Firmen zur Begutachtung (Technical Review) beim Wirtschaftsministerium vorlegen. Außerdem verlangt der Gesetzgeber vom Anbieter, ihm zu berichten, an wen er seine Krypto-Verfahren liefert.

Was sich hinter diesem Technical Review verbirgt, darüber darf spekuliert werden. Nicht auszuschließen, daß die Hersteller gezwungen werden, einen Nachschlüssel zu hinterlegen. Mit einer solchen Hintertür wäre es für das Federal Bureau of Investigation (FBI) ein leichtes, auch stark verschlüsselte Daten zu decodieren.

Auch ohne Zwang zum Nachschlüssel kommt die US-Regierung den Strafverfolgern entgegen. So will sie dem FBI 80 Millionen Dollar für Technologie bereitstellen, die verschlüsselte Informationen lesbar machen kann. Außerdem soll das Verteidigungsministerium für diesen Zweck einen Etat von 500 Millionen Dollar erhalten.

Von der neuen Exportverordnung profitieren allerdings lediglich Firmen, denn den US-Herstellern ist es untersagt, ihre Produkte an Endanwender zu verkaufen - zum Leidwesen der Internet-Shopper in aller Welt. Sie sind damit auch weiterhin dazu verdammt, in ihren E-Mail-Programmen und Web-Browsern wachsweiche Schlüssel aus Amerika zu verwenden oder auf im Ausland hergestellte sowie frei verfügbare Krypto-Technik zu setzen. Schon jetzt nutzen viele Surfer das Verfahren Pretty Good Privacy (PGP), um wichtige Daten vor dem Ausspähen zu schützen.

Doch auch Unternehmen sind nicht unbedingt auf Krypto-Technik made in USA angewiesen. So verwenden einige Firmen hierzulande Produkte deutscher Hersteller, um Informationen zu codieren.

Hieran zeigt sich auch das Dilemma, in dem die US-Regierung steckt: Zum einen ruft die amerikanische Industrie nach einer Lockerung der Exportverordnungen, um auf dem Weltmarkt nicht ins Hintertreffen zu geraten. Andererseits möchte der Geheimdienst NSA auch weiterhin in Datennetzen schnüffeln können.