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03.12.1993

US-Studie zeigt die Zuverlaessigkeit von 486-PCs Bei der Kundenzufriedenheit steht HP an der ersten Stelle

MUENCHEN (kk) - Wie zuverlaessig sind 486-PCs, und wie zufrieden sind die Kunden mit dem jeweiligen Hersteller? Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Reliability Ratings aus Rockville, Maryland, befragte 250 US-Unternehmen, bei denen zusammen 28000 486-PCs installiert sind.

1993 ist fuer die PC-Hersteller ein aufregendes Jahr. Die Vorstellung von Rechnern mit den drei neuen CPU-Architekturen Alpha von DEC, Power-PC aus der Gemeinschaftsentwicklung von Motorola, IBM und Apple sowie - last, but not least - Intels Pentium entfachte eine Art Glaubenskrieg um den PC von morgen. Im Tagesgeschaeft dominierte allerdings der 486-PC, der, eingeleitet durch die Compaq-Preisoffensive vom Sommer 1992, sich drastisch verbilligte. Preisunterschiede waren 1993 kein nennenswertes Kaufkriterium mehr, was die Anbieter dazu zwang, sich durch Zusatzleistungen in Form von verbessertem Service und Support oder verlaengerten Garantiezeiten von der Konkurrenz abzugrenzen.

Die Analysten von Reliability Ratings gingen der Frage nach, wie zuverlaessig 486-PCs der Hersteller AST Research, Compaq Corp., Dell Computer Corp., Digital Equipment, Gateway 2000, Hewlett- Packard, IBM und NEC arbeiten und wie zufrieden die Anwender mit den Herstellerfirmen sind. Reliability Ratings setzt die Kategorie Kundenzufriedenheit aus den Kriterien Zuverlaessigkeit, Service, technische Unterstuetzung, Funktionalitaet, Aufruestmoeglichkeit, Konkurrenzfaehigkeit des Preises, Qualitaet des Bildschirms und Rechenleistung zusammen und ueberprueft zusaetzlich die Zuverlaessigkeit der einzelnen 486-PCs anhand der tatsaechlich aufgetretenen Fehler in Abhaengigkeit von der Anzahl der untersuchten Geraete und deren jeweiliger Betriebszeiten.

Die COMPUTERWOCHE nahm aus der Statistik die Firma Gateway 2000 heraus, da deren PCs in Deutschland nicht verfuegbar sind. Die nachfolgend und in der Tabelle benutzten Werte berechnen sich wie folgt: Die Kundenzufriedenheit konnte auf einer 10er-Skala angekreuzt werden mit 0 als schlechtestem und 10 als bestem Wert. Die in der Statistik ausgewiesene jaehrliche Fehlerquote zeigt, wie hoch die Fehlerrate waere, wenn alle Rechner einer Klasse mit den entsprechenden durchschnittlichen, monatlichen Betriebszeiten fuer zwoelf Monate installiert gewesen waeren.

Ein besseres Mass fuer die relative Zuverlaessigkeit bietet die Mean time between failure (MTBF), die sich errechnet aus der tatsaechlichen Betriebsdauer aller PCs eines Typs, geteilt durch die Anzahl der aufgetretenen Fehler im Sample. Zwar schlaegt sich hier die Dauer der Anschaltzeit der Rechner nieder, allgemein gilt jedoch, dass eine hohe MTBF besser ist als eine niedrige. Untersucht wurde auch, wie viele Systeme nicht lauffaehig beim Kunden ankamen (Dead on arrival = DOA). Auch dieser Wert ging in die Fehlerrate ein. Die DOA-Rate ergibt sich aus der Anzahl der defekten Neugeraete in Abhaengigkeit von der Anzahl der gelieferten Systeme eines Samples.

Wie die Grafik zeigt, erreicht Hewlett-Packard mit 8,55 auf der zehnstufigen Skala den hoechsten gemessenen Wert in puncto Kundenzufriedenheit. Insbesondere die Unterpunkte Zuverlaessigkeit (9,27) und Service (9,33) werden als ausgezeichnet bewertet. Compaq liegt mit einem Wert von 8,31 auf Rang zwei, knapp gefolgt von Dell und NEC mit je 8,30. Das Schlusslicht bildet DEC mit einer Einstufung von unter 8. Ausschlaggebend kann hier gewesen sein, dass die Kaeufer die Konkurrenzfaehigkeit des Preises als nicht besonders gut einschaetzten. Hier erreichten sowohl Digital mit 6,90 als auch IBM mit 6,86 ihre niedrigsten Werte. Bei den Kriterien Zuverlaessigkeit und Funktionalitaet konnten alle Hersteller ueber die Stufe 8 springen, beim technischen Suppport gelang das nur HP. Die Aufruestmoeglichkeiten scheinen den Anwendern von Dell- und insbesondere NEC-Rechnern (mit einem Wert von 8,85) am besten zu sein. Bei der Rechenleistung schnitt HP (8,64) vor Dell (8,51) am besten ab, das Schlusslicht bildet AST (7,93) knapp hinter DEC (7,95).

Bei den Messungen zur Zuverlaessigkeit der einzelnen Produkte fallen die unterschiedlichen MTBF-Zeiten auf. Danach ist der Deskpro 4/66i von Compaq ein Dauerlaeufer, waehrend man den Service von Dell fuer den Dimension 486DX/33 oefter in Anspruch nehmen muss. Was die Sorgfaeltigkeit bei der Erstauslieferung angeht, ist die IBM, deren DOA-Quote bei allen Modellen unter 0,5 Prozent liegt, eindeutig der Spitzenreiter. Die komplette Studie kann fuer 295 Dollar bei Reliabilty Ratings in Rockville (Maryland) bezogen werden.