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07.01.2000 - 

Öffentliche Schlappe im Kernmarkt

US-Unis sind mit Peoplesoft unzufrieden

MÜNCHEN (CW) - Acht von zehn Universitäten in den USA, die Peoplesoft Inc. zu seinen Kunden zählt, machen ihrem Ärger über die schlechte Performance und Qualität der Software sowie über mangelhafte Betreuung durch den Hersteller Luft.

Das Universitätspersonal sei sauer, heißt es in dem Schreiben der Universitäten an Peoplesoft, von dem der Brancheninformationsdienst "Computergram" berichtet. Speziell die Laufzeiten von Batch-Programmen, etwa für die Berechnung von Unterrichtsplänen, seien viel zu langsam. Zudem häuften sich Softwarefehler. Mit jedem neuen Patch kämen mehr Probleme in die Software hinein - ein Zeichen dafür, dass bei Peoplesoft nicht ausreichend getestet werde. Ein weiterer Kritikpunkt ist die "unangemessene oder gar fehlende Dokumentation" von Programmen. Die Unis setzen im wesentlichen Finanz- und Personalsoftware sowie einige Module für die Verwaltung von Studenten ein. Non-Profit-Organisationen wie Verwaltungen, öffentliche Einrichtungen sowie Colleges und Universitäten gehören zu den Kernmärkten von Peoplesoft.

Dass dieser Ärger publik wurde, hat den Softwerkern gerade noch gefehlt. Sie versuchen seit Monaten, nicht weiter an Boden gegenüber den Erzrivalen SAP und Oracle zu verlieren, konnten jedoch bislang kein schlüssiges Konzept dafür vorlegen. Zwar hat sich das Unternehmen durch den Kauf von Vantive im Bereich Customer-Relationship-Managment (CRM) verstärkt, doch bis wann diese Lösungen integriert sein sollen, ist ungewiss. Zu einseitig ist das installierte Produktportfolio der Company, befindet die Giga Information Group: Software für die Personalverwaltung und den Finanzbereich sind nach wie vor die Haupteinnnahmequellen, im Bereich Produktion und Logistik spielt Peoplesoft im Vergleich zu seinen Rivalen keine Rolle.

Für Joshua Greenbaum, Analyst von Enterprise Application Consulting, Berkeley, sind die Schwierigkeiten der Universitäten nur die Spitze des Eisbergs: "Performance-Probleme bei Enterprise-Anwendungen à la Peoplesoft gaben vor einigen Jahren Anlaß zur Beschwerde, das dürfte 1999 allerdings kein Thema mehr sein. Irgend etwas läuft schief bei Peoplesoft." Die Kritik, zumal sie aus einem strategisch wichtigen Segment komme, treffe Peoplesoft hart.

Aber Laura King, Marketing-Direktor bei Peoplesoft, macht gute Miene zum bösen Spiel: "Wir sind erfreut darüber, diese Art Briefe zu bekommen." Wenn man Software für solche großen Einrichtungen entwickle, müsse man sich darüber im Klaren sein, daß viele unterschiedliche Anforderungen und Wünsche gestellt werden. Anfang 2000 werde sich Peoplesofts Chief Executive Officer Craig Conway mit Vertretern der Unis zusammensetzen und Lösungen diskutieren.