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06.06.1986 - 

AT&T kündigt neue Release von System V an, aber:

US-User reagieren auf Unix zurückhaltend

FRAMINGHAM (CWN) - In Großkundenkreisen ist nach wie vor der Unix-Enthusiasmus nicht sonderlich ausgeprägt. Zu diesem Ergebnis kam Jetzt das amerikanische Marktforschungsinstltut Forrester Research Inc. Auslöser für die Studie war das kürzlich erfolgte Announcement von AT&T, noch im Juni diesen Jahres das Release 3 von Unix System V auf den Markt zu bringen.

Die bei 250 Unternehmen der Fortune 1000 Companies durchgeführte Umfrage ergab, daß nur einer von vier Großanwendern bis zum Ende des nächsten Jahres eine Unix-lmplementierung plant. Die meisten Unternehmen, bei denen das Betriebssystem bereits im Einsatz ist, fahren das Produkt vorläufig nur als Pilotprojekt oder in einem sehr eng begrenzten Einsatzbereich.

Fast die Hälfte dieser User, so Forrester-Präsident George Colony, verwenden das Produkt allein aufgrund der Tatsache, daß es zusammen mit der Hardware ausgeliefert wurde. Trotz des Versprechens, mit der neuen Produktversion von System V lasse sich die Arbeit mit gemeinsam genutzten Dateien transparenter gestalten, müsse der Kommunikationsgigant in Benutzerkreisen zunächst erst einmal sehr viel Überzeugungsarbeit leisten.

Etablieren konnte sich Unix in den Vereinigten Staaten eher im Produktionsbereich als in der kommerziellen Datenverarbeitung. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Entscheidung von General Motors wider Unix System V oder ein äquivalentes Produkt als Standard-Betriebssystem-Umgebung für den unternehmenseigenen Produktionsbereich einzusetzen. Kommentiert John Williams, Produktmanager und Vorsitzender der Unix System Implementation Task Force des amerikanischen Automobilgiganten: "Wir brauchten dringend ein Standardbetriebssystem, um die Portabilität unserer Applikationssoftware zu verbessern. Denn wir wollen uns weder mit Hardware noch mit Software in ein Abhängigkeitsverhältnis von einem einzigen Hersteller begeben."

Auch zu der weit verbreiteten Meinung, Unix eigne sich am besten für den Einsatz in Labors und an Universitäten, hat der GM-Manager eine Alternative parat: Nach Ansicht von Williams wird das AT&T-Produkt seine Position in der Office Automation sowie im Ingenieurbereich ausbauen können und angesichts seiner hohen Portabilität auch in Marketingapplikationen Pluspunkte für sich verbuchen.

IDC-Analytiker Dave Moschella hingegen glaubt, daß Unix trotz seiner Erfolge im Bereich der mittelgroßen Systeme im Mainframe- und PC-Geschäft auch weiterhin einen schweren Stand haben werde: Bis Ende nächsten Jahres zeichne sich kaum eine Veränderung dieser Situation ab. Einer der Hauptgründe für die mangelnde Akzeptanz sei darin zu suchen, daß Unix Probleme mit dem Handling großer Datenbanken habe.

Diese These wird durch den Forrester-Report indirekt bestätigt: In ihrer Studie bezeichnen die US-Marktforscher die Integration von Personalcomputern als "die große Herausforderung an die Informationstechnologie der achtziger Jahre". Angesichts der Tatsache, daß DOS nicht über seine speicherbedingten Begrenzungen hinauswachsen könne und andererseits die Bedeutung von Multiusersystemen sowie verteilter Informationsverarbeitung zunehme konnte sich Unix V.3 indes zu einer echten Alternative entwickeln.