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30.03.2001 - 

3Com Europa entsetzt über die amerikanischen Quartalsergebnisse

"US-Zahlen werfen falsches Licht auf Europa-Geschäft"

HANNOVER (pg) - Die negativen Quartalszahlen der 3Com Corp. haben bei der deutschen Tochter Entsetzen ausgelöst. Das Geschäft in Zentraleuropa ist laut Thomas Peters, Vice President Central Europe, gegen den US-Trend im Umsatz leicht gestiegen.

246 Millionen Dollar Verlust sowie ein Umsatzrückgang um 45 Prozent von 1,14 Milliarden Dollar auf 630 Millionen Dollar - das sind die Hiobsbotschaften, die3Com-CEO Bruce Claflin für das dritte Geschäftsquartal vermelden musste. Zahlen, die für Europa-Chef Peters einen "Tiefschlag" bedeuten, weil sie aus seiner Sicht "ein falsches Licht auf das Europa-Geschäft werfen". Hier habe man gegen die Entwicklung im US-Markt beim Umsatz um zwei Prozent zugelegt.

Peters hält die Gegenüberstellung der Ergebnisse aus dem aktuellen dritten Quartal mit denen aus dem Vorjahr für den sprichwörtlichen Vergleich von Äpfel mit Birnen. In die Bilanz vor Jahresfrist seien noch die Geschäfte mit Palms, Corebuildern und Modems eingeflossen, alles Bereiche, die mittlerweile in eigenständige Unternehmen ausgegliedert oder ganz abgestoßen wurden.

Europa macht UmsatzplusDennoch will Peters die genannten Zahlen auch nicht beschönigen. Seiner Meinung nach sei ein Vergleich des dritten Quartals mit dem zweiten des aktuellen Geschäftsjahr sinnvoll. Binnen der letzten drei Monate, so der Europa-Chef, sei der Umsatz weltweit gerechnet um 18 Prozent gefallen. Gemessen am leichten Plus von zwei Prozent in Europa ist das ein dramatischer Verlust.

Für den Einbruch sind laut Peters mehrere Faktoren verantwortlich: erstens die sich abschwächende US-Konjunktur. Zweitens nicht eingetretene Umsatzerwartungen im Carrier-Geschäft infolge der Konsolidierung sowie Wertverluste in der TK-Branche. Drittens das geringe Interesse der Endkunden an Home-Networking-Erzeugnissen. 3Com hat deshalb die Produktion des Web-Pads "Audrey" sowie das Internet-Radio "Kerbango" eingestellt. Viertens schließlich die Tatsache, dass die Märkte für Wireless- und LAN-Telefonie-Produkte nur langsam ins Rollen kommen.

"In den Bereichen Wireless und LAN-Telefonie ist 3Com gut positioniert, aber leider sind sie für signifikante Umsätze bisher nicht groß genug", bedauert Peters. Deshalb müsse das Unternehmen seine Einnahmen in erster Linie noch aus dem Verkauf von Adapterkarten und Switches generieren.

Im Gegensatz zum US-Markt sieht Peters das Unternehmen in Europa aber bereits auf dem richtigen Weg. "Wir haben unser Fett schon im Frühjahr letzten Jahres abbekommen und unsere Hausaufgaben gemacht", erinnert er an die von der amerikanischen Zentrale verordneten Neustrukturierung, der unter anderem das Großkundengeschäft zum Opfer fiel. "Das war hart, weil wir in diesem Segment stark waren", denkt Peters an den Aderlass zurück.

Eine Neuauflage der Ereignisse des letzten Jahres aufgrund der jüngsten Konzernzahlen will Peters nicht mehr erleben. Er sieht sie auf 3Com Zentraleuropa auch nicht zukommen, obwohl CEO Claflin unter anderem durch Kündigungen eine Milliarde Dollar einsparen möchte. "Wir haben unsere Kosten im Griff und müssen keine Angestellten entlassen, im Gegenteil, wir stellen sogar ein", betont Peters.

Es sei dringend erforderlich, den verlorenen Kredit bei Geschäftskunden wieder herzustellen und das Vorurteil zu widerlegen, 3Com habe dieses Marktsegment völlig aufgegeben. Sein Unternehmen wird auch weiterhin im Backbone-Switching Produkte anbieten, sich allerdings auf Systeme konzentrieren, die maximal bis zu 2500 Teilnehmer unterstützen. Eine Beschränkung bei der Anschlusszahl auf maximal 600 Nutzer wird es laut Peters zunächst auch bei der LAN-Telefonie geben.