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29.11.1996 - 

Europäer drohen noch weiter zurückzufallen

USA dominieren die globale Satellitenkommunikation

"Sind wir zwei, fünf oder zehn Jahre zurück? Ich weiß es nicht", rüttelte Jean Jacques Dordain, bei der European Space Agency (ESA) für die strategische Ausrichtung und die internationalen Beziehungen verantwortlich, die Teilnehmer der Konferenz "Space Communications - An Action Plan for Europe" auf. "Wir sind auf jeden Fall zu spät dran. Nicht wegen unserer Technik, sondern aufgrund unserer Strukturen", lautete das vernichtende Urteil des ESA-Managers. Zu den europäischen Techniken, die den Lösungen anderer Länder überlegen sind, zählt Dordain etwa die K-Band-Telekommunikation. Sie gilt als Schlüsseltechnologie für Multimedia-Anwendungen.

Für die allgemein schlechte Lage der Satellitenkommunikation in Europa nennt Dordain zwei Gründe. Zum einen den schwerfälligen regulatorischen Apperat der hiesigen Regierungen, zum anderen wartet die Industrie gerne und lange auf Fördermittel, ohne selbst die Initiative und Risiken zu tragen.

"Die USA fertigen Satelliten in 18 Monaten. Wir dagegen sind nicht einmal in der Lage, innerhalb dieses Zeitraumes Entscheidungen zu treffen", las der ESA-Manager den Beteiligten die Leviten. Für den globalen Wettbewerb seien europäische Unternehmen zu klein und zu verstreut. Sie verwendeten unnötige Zeit darauf, gegeneinander zu agieren, statt Allianzen zu bilden. Einen großen Schub habe die US-Industrie durch das Star-Wars-Programm unter dem Ex-Präsidenten Ronald Reagan erfahren.

Mit seiner Einschätzung der europäischen Satellitenindustrie stand Dordain nicht allein. Auch andere Delegierte der Konferenz äußerten die Besorgnis, die Unternehmen der EU könnten gegenüber der amerikanischen Konkurrenz uneinholbar zurückfallen und nur noch die zweite Geige in den globalen Allianzen spielen dürfen. "Wenn wir nicht geschlossen auftreten", mahnte etwa Aldo Scotti, Direktor für Marketing und Verkauf bei dem französischen Unternehmen Arianespace, "werden wir nicht nur von den USA, sondern auch von China und Rußland erdrückt.