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06.03.1987 - 

MITI drängt Inland-Hersteller zur Produktionsdrosselung, aber:

USA mit Japans Zugeständnis unzufrieden

TOKIO (bk) - Schnell reagiert hat das japanische Ministerium für Außenhandel und Industrie (MITI) auf die massive Drohung Washingtons, die japanischen Chip-Produzenten erneut mit Sanktionen zu belegen. Die Verantwortlichen wollen die führenden inländischen Halbleiterhersteller dazu bringen, ihre Chip-Produktion zu drosseln. Die Amerikaner jedoch geben sich damit noch Längst nicht zufrieden.

Dem MITI scheint viel daran zu liegen, die erhitzten US-Gemüter wieder zu besänftigen. Kaum hatte Washington gedroht, neue Strafmaßnahmen gegen japanische Chip-Produzenten wegen Dumping in DrittIändern zu ergreifen und das Handelsabkommen platzen zu lassen, schritt das japanische Ministerium zur Tat. Die MITI-Verantwortlichen ersuchten die führenden japanischen Halbleiterhersteller nicht nur, sich an die Vereinbarungen des Abkommens zu halten. Vielmehr will man den Unternehmen jetzt auch auferlegen, ihre Chip-Produktion bis zum Ende des ersten Quartals 1987 um 23 Prozent (verglichen mit dem Zeitraum Oktober bis Dezember 1986) zurückzuschrauben. Dadurch soll für das gesamte Vierteljahr eine Kürzung um durchschnittlich zehn Prozent erreicht werden.

Das MITI hofft, mit dieser Maßnahme die Preise für Halbleiter am inländischen Markt in die Höhe zu treiben. Gelänge dies, betonte ein Sprecher, werde es den Herstellern immer schwerer fallen, die teureren Chips in die Drittländer (vor allem Südostasien) zu exportieren. Mit dieser "Konzession" an die Amerikaner scheint das japanische Ministerium in die Tat umzusetzen, was ein MITI-Sprecher zuletzt schon angekündigt hatte: "Wir werden alles tun, um die getroffenen Handelsabkommen solange wie möglich aufrechtzuerhalten."

Keineswegs überzeugt von den MITI-Bemühungen sind indes die amerikanischen Handelsverantwortlichen und die Vertreter der US-Halbleiterindustrie. Niemand scheint dem japanischen "Friedensangebot" so recht zu trauen. Bestätigt ein Regierungssprecher: "Zu oft sind bei uns falsche Hoffnungen durch japanische Eingeständnisse und Versprechungen während der vergangenen Jahre geweckt worden." Und Vertreter der US-Chip-Industrie fügten hinzu, daß man sich dadurch nicht abbringen lassen würde, weiter auf eine sofortige Beendigung der japanischen Dumping-Praktiken in den Drittländern zu drängen.

Der amerikanische Handelsbeauftragte Clayton Yeutter setzte den Japanern jetzt ein Ultimatum bis 31. März 1987. Bis zu diesem Tag, so die Forderung Yeutters, müßte das japanische Dumping ein Ende gefunden haben. Ansonsten werde man die japanischen Produzenten erneut bestrafen. Auf keinen Fall sei man bereit, bekräftigte Yeutter, noch länger die unfairen japanischen Wettbewerbspraktiken zu dulden.