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Department of Defense übt "Zensur" für Wissenschaftssektor aus:

USA: Stopp für Techno-Transfer in Ostblock.

28.02.1986

WASHINGTON (lo) - Begrenzt hat jetzt das US-amerikanische Verteidigungsministerium die Veröffentlichung von Informationen über Computer und Elektronik. Gleichzeitig soll der Zugriff sowjetischer Studenten auf US-Supercomputer gestoppt werden.

Die jüngsten Richtlinien des Department of Defense (DoD) betreffen Forschungsprogramme an Universitäten sowie an privaten Instituten mit offiziellem Auftrag. Neu bei diesen Vorgaben ist, daß sie nun auch den nicht-militärischen Sektor umfassen. Der Einfluß des DoD auf die amerikanische Forschungsszene ist damit ungleich größer als bisher geworden, wie die amerikanische Mutter der COMPUTERWOCHE, die Computerworld, mitteilt: Zum einen kann das Ministerium sich bis zu zehn Tage vor einer Konferenz, die "Forschung" zum Thema hat - auch wenn sie nicht von der amerikanischen Regierung gesponsert wurde -, die "papers" vorlegen lassen. Zum anderen ist das Verteidigungsministerium berechtigt, schlichtweg Passagen aus den Manuskripten zu kürzen.

Handfesten Widerspruch gegen Kontrolle und Informationsstopp legte bereits vergangenes Jahr das Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc., (IEEE) ein. Zusammen mit der Industrie wurde die Gefahr eines wachsenden Einflusses des US-Verteidigungsministeriums hervorgehoben. Schließlich erfülle diese Behörde für amerikanische Unternehmen wie auch Forschungseinrichtungen wichtige Funktionen, etwa die Bereitstellung von Forschungsmitteln sowie Standardisierungsaufgaben, aber auch die Übernahme von Entwicklungsrisiken oder Gewinngarantien.

Den Zugriff sowjetischer Studenten auf Computer verhindern sollen Richtlinien, die die National Science Foundation zusammen mit US-amerikanischen Universitäten festlegte Washingtoner Sicherheitsbehörden vermuten hier Informationskanal über die hinter "militärisch empfindliche" Entwicklungen sowie Kommunikations-Codes zu kommen wäre. Wie erfolglos die Bemühungen des US-Department of Defense bisher gewesen zu sein scheinen, den Technologietransfer in den Ostblock zu kanalisieren, wollen Schätzungen des US-Geheimdienstes belegen. Demzufolge seien 70 Prozent der von der Sowjetunion erworbenen, militärisch anwendbaren Technologie entgegen den US-Gesetzen beschafft worden.