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Unternehmen denken über alternative Arbeitsplätze nach


09.08.1991 - 

USA: Tele-Arbeitszentren als Rettung vor Verkehrskollaps

FRAMINGHAM (IDG) - Kein Streß mehr, verursacht durch Trouble auf dem langen Weg zur Arbeit; überdies Entlastung der Umwelt - damit begründeten Unternehmen in den USA die Einführung von Tele-Arbeitszentren - also Satellitenbüros in Wohngegenden. Neben Begeisterung für dieses Modell bleiben für Betriebe noch ungeklärte Fragen, etwa über die Auslastung der Büros und die Kontrolle der Mitarbeiter.

Der drohende Verkehrskollaps zwingt die amerikanischen Unternehmen, über alternative Möglichkeiten der Arbeitsplatzgestaltung nachzudenken. Auf Hawaii zum Beispiel arbeiten 17 Beschäftigte von unterschiedlichen Dienstleistungsunternehmen in einem Tele-Arbeitszentrum in der Vorstadt von Honolulu. Dies erspart den Angestellten den langen Weg in ihre Büros in die Stadtmitte der Hauptstadt. Das Satellitenbüro in Hawaii ist ein Pilotprojekt des Transportministeriums.

Als Pacific Bell vor einigen Jahren mit seinem Verwaltungszentrum umzog, konnten Mitarbeiter das ehemalige Unternehmensgebäude als Tele-Arbeitszentrum nutzen. Das Telefonunternehmen hat laut Aussage seiner Managerin Carol Nolan zwei Satellitenbüros in Nord- und in Südkalifornien gegründet.

Im Frühjahr eröffnete das Energiebüro des Staates Washington in Seattle ein Satellitenbüro mit 13 Arbeitsstellen, das ans Netz der Regierung angebunden ist. Ohne diesen Arbeitsplatz müßten die Mitarbeiter täglich 58 Meilen in die Hauptstadt des Staates Washington, Olympia, fahren. Auch der Bundesstaat Kalifornien hat bereits 600 000 Dollar investiert und will Anfang 1991 Tele-Arbeitszentren eröffnen.

In Japan, wo man mit Hilfe dieser Büros die Verkehrsprobleme besser in Griff bekommen will, haben Fujitsu und die Sumitono-Bank eine Organisation gegründet, um den Bau solcher Büros zu forcieren.

Manager solcher Satellitenbüros haben die Erfahrung gemacht, daß Unternehmen diese dezentral eingerichteten Arbeitsstätten auch als Argument benutzen, wenn es um die Neueinstellung von Personal geht.

Ein Tele-Arbeitszentrum kann entweder als "offenes" Büro für Mitarbeiter mehrerer Unternehmen genutzt werden oder auch als "geschlossenes" Büro für die Angestellten eines Unternehmens. Telekommunikationsberater Jack Niles prophezeit dieser Form des Arbeitens in Zukunft jährliche Zuwachsraten von zehn bis 15 Prozent.

Der US-Berater begründet die momentane Zurückhaltung der Unternehmen damit, daß die Betriebe es vorzögen, den Mitarbeitern einen Heimarbeitsplatz einzurichten als ein Großraumbüro in der Nähe der Wohnung zu installieren.

Niles weiß, wovon er spricht, denn bei der Errichtung eines Tele-Zentrums in Seattle mußte er in den sauren Apfel beißen. Immer wieder konfrontierten ihn die Unternehmen mit folgenden zwei Problemen: Sie wollten nicht ihre Arbeitsgruppen dividieren und auch nicht in Büros investieren, bei denen sie nicht die Gewißheit hätten daß sie ständig ausgelastet seien .

Eine weitere Frage, die die Unternehmen beschäftigt, sei die Kontrolle der Mitarbeiter. Hier empfiehlt Niles den Managern, ihre Angestellten nach ihren Ergebnissen und nicht nach der Zahl der Stunden, die sie täglich im Büro verbringen, zu beurteilen.