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22.10.1982 - 

IRD analysiert und prognostiziert europäischen Markt bis 1990:

USA und Japan dominieren bei Spracherkennung

NORWALK (cmd) - Der europäische Markt für Spracherkennungs- und synthetische Sprachsysteme wird bis zum Ende dieses Jahrzehnts einen Umfang von mehr als einer Milliarde Dollar erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt das US-amerikanische Marktforschungsinstitut International Resource Development Inc. (IRD), Norwalk, in seiner jüngsten Studie mit dem Titel "European Speech Recognition & Synthesis Markets".

IRD rechnet außerdem damit, daß die beiden bisher getrennt entwickelten Technologien in Zukunft in einem System zusammengefaßt werden. Als Beispiel werden die Aktivitäten der europäischen Forschung auf dem Gebiet der automatischen Fremdsprachenübersetzung angeführt. Hier würde daran gearbeitet, die Spracherkennung mit computerisierten Dictionaries zu koppeln. Vor allem die Europäische Gemeinschaft sei angesichts der immensen Kosten der Simultanübersetzungen auf ihren Konferenzen an einem solchen System interessiert.

Auf dem Gebiet der Spracherkennung erwarten die IRD-Experten, daß der europäische Markt bald von Nippon Electric, Fujitsu, Texas Instruments und anderen überseeischen Herstellern dominiert wird. Die Gründe lägen vor allem in umfangreichen Forschungsprogrammen der Japaner und Amerikaner auf dem Gebiet der Signalverarbeitung, die als Voraussetzung für die Spracherkennungstechnologie gilt.

So arbeite man in Japan im Rahmen der Entwicklung der fünften Computergeneration intensiv an Sprachverarbeitungssystemen mit hoher Kapazität. In den USA bewirkt IRD zufolge insbesondere das vom Verteidigungsministerium geförderte VHSIC-(Very High Speed Integrated Circuit-)Programm einen Vorsprung der dortigen Unternehmen, da die militärische Forschung auf dem Sektor der Signalverarbeitung schnell in die kommerzielle Anwendung von Spracherkennungssystemen einfließen werde. Mindestens sechs amerikanische Chiphersteller hätten dadurch die Möglichkeit, große Kapazitäten für die Fertigung von Signalverarbeitungschips mit hoher Leistung aufzubauen.

Ähnliche Wege - so vermutet IRD - will auch England gehen. Unter der Schirmherrschaft des National Physical Laboratory hätten sich zehn britische Hersteller zu einem "Spracherkennungsclub" zusammengetan. Die Namen von drei beteiligten Unternehmen seien mittlerweile bekannt: Plessey, Ferranti und Quest Automation. Weitere Mitglieder dieses "Geheimkonsortiums", das sowohl militärische als auch kommerzielle Anwendungen im Auge habe, sind nach Meinung der IRD-Experten GEC-Marconi, Thorn-Emi, ICL, STC, Logica und Smiths Industries.

Außerhalb Englands betätigen sich, unter anderem Philips, Thomson-CSF, Siemens und AEG-Telefunken auf dem Gebiet der Spracherkennung. Beide deutschen Unternehmen hätten darüber hinaus ausländische Beteiligungen an, Herstellern von Spracherkennungssystemen beziehungsweise Technologieabkommen mit ausländischen Partnern. Siemens halte einen beträchtlichen Anteil an der Treshold Technology, einem amerikanischen Hersteller solcher Systeme und habe außerdem eine Vereinbarung mit Fujitsu. AEG-Telefunken sei an dem US-Minicomputer-unternehmen Modcomp beteiligt.

IRD erwartet eine Ausweitung solcher Partnerschaften zwischen europäischen und japanischen Elektronikherstellern, insbesondere dann, wenn amerikanische Computer- und Office-Automation-Anbieter wie IBM und Xerox auf dem europäischen Markt auftreten. Insgesamt - so wird in der Studie betont - sei der europäische Markt zu groß, als daß die hiesigen Unternehmen es sich leisten könnten, dies zu ignorieren. Die meisten hätten allerdings bisher noch kein Konzept gefunden, die im Sektor der Spracherkennung liegenden Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Untersuchung kostet 985 US-Dollar und ist zu beziehen über IRD, 30 High Street, Norwalk, CT 06 851, USA, Tel.: 203-86669 14.