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06.06.1975

USA versus IBM - Die Strategie der Verteidigung:Völlig unhaltbare Anklage

NEW YORK - Die Strategie der Verteidigung im Antitrustverfahren USA gegen IBM offenbarte sich bereits in der ersten Prozeß-Woche. Während die Regierung ihre Anklage vor allem auf Marktstudien und auf Aussagen von Wirtschaftswissenschaftlern stützen wird, planen IBMs Anwälte in erster Linie Computeranwender in den Zeugenstand zu rufen. Gegenwärtig hat die

Regierung nur 67 Zeugen aufgeboten, darunter 43 Manager von Wettbewerbern. IBM will dem Gericht 402 Zeugen präsentieren, darunter 134 Computeranwender (nach Branchen und Anlagegröße geradezu eine repräsentative Stichprobe),die attestieren sollen, welche Vielfalt von Auswahlmüglichkeiten in der Computer-Branche offeriert werden.

Weitere 129 IBM-Zeugen sind heutige oder vormalige lBM-Angestellte. Offenbar will die Verteidigung so die Aussagekraft der Original-IBM-Dokumente unterminieren, die von der Regierung vorgelegt wurden für den sehr wichtigen Nachweis, daß IBM vorsätzlich und bewußt illegal seine Marktstellung planmäßig eroberte. (Größe allein ist kein Vergehen.)

"Nicht immer die brilliantesten Ideen"

Bereits zu Prozeß-Beginn verwies IBM-Chef-Verteidiger Thomas D. Barr darauf, daß die rund 900 vorgelegten Astenstücke aus 7 Millionen IBM-Akten herausgesucht wurden. Nur 29 seien von IBM-Top-Managern unterzeichnet, - nahezu die Hälfte von Männern der Kategorie,von denen IBM über 70 000 hat. Verteidiger Barr erklärte, es sei nicht ungewöhnlich, daß bei einer Firma der Größe, wie IBM sie hat, Angestellte "nicht immer die brilliantesten Ideen" zu Papier bringen. Daraus könne nicht auf das Verhalten der ganzen Firma geschlossen werden.

"Die anderen haben geschlafen"

Die IBM-Verteidigung wird den Mißerfolg von Wettbewerbern auf Mißmanagement zurückführen wollen. Barr: "IBM eroberte die Zukunft, während andere schliefen." Das IBM-Management habe mehrfach das

Überleben der Firmen aufs Spiel gesetzt, in der Hoffnung die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. In den fünfziger Jahren sei IBM eine relativ kleine Firma im Vergleich zu ihren Mitbewerbern am Computermarkt General Electric und RCA gewesen. Beide Firmen hätten ihre Chancen vertan, während IBM die Riesen der Elektronik-Industrie besiegte.

Neben der Darstellung, daß IBMs Größe durch fairen Wettbewerb erzielt worden sei, wird sich die Verteidigung darauf stützen, die Marktdaten der Regierung unglaubhaft zu machen. Die Statistiken der Anti-Truster analysieren die Marktanteile von 8 Computerherstellern, nach IBM gibt es insgesamt 128 Firmen, die Computersysteme produzieren. Barr "ln der dynamischen Computerindustrie herrscht starker Wettbewerb."