Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.10.1975

USA versus IBM geht in die zweite Prozeßphase HIS im Zeugenstand - Xerox Rückzug belastet IBM

NEW YORK - Seit 22. September l steht wieder "US versus IBM" auf der Tagesordnung von Richter David N. Edelstein, der sich in der vergangenen zweimonatigen Pause vorsichtshalber einer gründlichen ärztlichen Untersuchung hatte unterziehen lassen. Physisch ist er gerüstet: " Kränklich bin ich nur geworden, als ich die Rechnung des Doktors sah", erzählte er zu Prozeßbeginn.

Als erste Zeugen wurden in der vergangenen Woche Honeywells "Chairman of the executive Committee" James H. Binger, und "executive Vicepresident" Clarence W. Spangle vernommen. Binger ging im einzelnen auf den Kapitalbedarf der DV-Industrie ein und erklärte, die Zusammenarbeit mit Control Data Corp. (CDC) auf dem Gebiet der Magnetplattenspeicher sei nur zustandegekommen, weil beide Unternehmen über zuwenig Kapital für eigenständige Entwicklung und Vertriebsaktivitäten gehabt hatten. Binger erklärte ferner den geringen Erfolg der Honeywell-Systeme 58 und die Zusammenarbeit mit General Electric im Jahr 1970 mit Kapitalknappheit.

Die US-Regierung hat sich inzwischen mit weiterer "Munition" für den Angriff auf IBM versorgt: Sie beschaffte von Xerox Corp. 5000 Seiten Unterlagen über das Ausscheiden dieses Unternehmens aus dem Computer-Geschäft. Die IBM-Gegner hoffen, hierin weitere Beweise dafür zu finden, daß der Marktführer von Anfang der 60er bis Anfang der 7Oer Jahre versucht habe, den Markt für Universalrechner für Peripheriegeräte und für das industrielle Mietgeschäft zu monopolisieren.

Derweil geht das Tauziehen zwischen den Prozeßparteien um die Verwendung eines Berges älterer Dokumente los - die Unterlagen aus dem Telex-Prozeß, den IBM in zweiter Instanz gewonnen hatte. IBM hat sich bereit erklärt, die Unterlagen insgesamt in den New Yorker Prozeß einzubeziehen, wahrend Regierungsvertreter Raymond M. Carlson nur einen Teil des Telex-Materials herangezogen wissen will. Als nächster Zeuge soll der CDC-Präsident William C. Norris gehört werden - falls er von einem Besuch beim israelischen Ministerpräsidenten pünktlich zurückkommt. (cw)