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07.07.2006

USB-Device-Server überzeugt im Test

Der "SX-2000U2" des Herstellers Silex bindet Peripherie kostengünstig ins LAN ein.

Von CW-Redakteur Jürgen Hill

Fazit

Vergisst man einmal die Einschränkung, dass keine konkurrierenden User-Zugriffe auf die USB-Geräte möglich sind, dann überzeugte der SX-20002U auf ganzer Linie. Müssen doch endlich nicht mehr die Wucherpreise der Hersteller für proprietäre Netzkarten bezahlt werden, nur weil ein Peripheriegerät in einer Arbeitsgruppe gelegentlich von mehreren Benutzern verwendet werden soll. Allerdings sollten Firmen dabei genau auf das Arbeitsprofil achten - eine Abteilung, deren Hauptaufgabe das Einscannen von Lieferscheinen oder Kundenaufträgen ist, wird mit der Leistung des USB-Device-Servers kaum glücklich werden, ein Schreib-Pool, der ab und an eine Vorlage scannt, dagegen schon. Aber vielleicht steht für den einen oder anderen ja auch der Gedanke im Vordergrund, mit dem Device-Server endlich die USB-Kabel-Restriktionen umgehen zu können.

Hier lesen Sie …

Plus Minus

-- Peripheriegeräte lassen sich im Netz preisgünstig für mehrere User bereitstellen;

- Umgehung der USB-Kabellängenbeschränkung;

- einfache Installation;

- intuitiv erschließbare Client-Software;

- transparente Anbindung der USB-Devices.

- Kein konkurrierender Zugriff möglich;

- mäßige Transferraten bei Anbindung von USB-Festplatten;

- Geräte wie Webcams oder Lautsprecher, die den Isochronous-USB-Transfermodus nutzen, können nicht verwendet werden.

Steckbrief

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

574936: Grenzen einer Billig-NAS;

543548: USB-Server von Keyspan.

Wer Endgeräte wie Drucker oder Scanner in Arbeitsgruppen nutzen will, zahlt meist einen hohen Aufpreis. Entweder die Hersteller lassen sich ihre proprietären, optionalen Netzkarten mit bis zu 200 Euro fürstlich entlohnen - wenn man bedenkt, dass normale PC-Netzkarten nur zehn Euro kosten - , oder die Netzwerkfähigkeit ist gleich den Oberklassemodellen vorbehalten. Dabei würde für viele Szenarien im Abteilungsumfeld meist das Leistungsspektrum eines modernen Consumer-Produkts schon ausreichen. Doch dessen Einsatz scheitert häufig daran, dass diese Modelle nur eine USB-Schnittstelle besitzen und somit auf den ersten Blick nicht zu vernetzen sind.

Funktionsweise

Einen Ausweg aus diesem Dilemma sollen USB-Device-Server eröffnen, wie sie etwa die Silex Technology Europe GmbH, Meerbusch, im Programm hat. Ähnlich wie die eher bekannten Pocket-Print-Server diverser Anbieter werden auch die Device-Server zwischen Ethernet-Anschluss und USB-Geräte-Interface positioniert. Dabei tunneln sie die USB-Steuerkommandos durch das LAN zum PC und nutzen TCP/IP als Netzprotokoll. Für den Anwender soll das Ganze transparent erfolgen, so dass er am Arbeitsplatz die gewohnten USB-Treiber und Monitoring-Tools des Endgeräts weiterverwenden kann.

Der Testkandidat

Die computerwoche-Redaktion machte die Probe aufs Exempel und testete einen "Silex USB-Device-Server SX-2000U2" auf seine Praxistauglichkeit. Das etwa zigarettenschachtelgroße Gerät verfügt über eine USB- sowie eine Fast-Ethernet-Schnittstelle und unterstützt USB 2.0 in der Highspeed-Variante, die ja in der Theorie Geschwindigkeiten von bis zu 480 Mbit/s erreichen soll. Wird ein entsprechender USB-Hub verwendet, können an den Server, der im Internet zu Verkaufspreisen um die 130 Euro zu finden ist, bis zu 14 USB-Geräte angeschlossen werden.

Lieferumfang

Doch zur Praxis. Auf den ersten Blick fällt der Lieferumfang des SX-2000U2 eher bescheiden aus: Die Packung enthält lediglich den Device-Server mit Netzteil sowie eine Treiber-CD. Passende USB- und Netzwerkkabel muss sich der Anwender selbst besorgen. Dafür legt Silex, was im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern lobend zu erwähnen ist, noch eine gedruckte Anleitung bei. Allerdings könnte das Unternehmen die deutsche Übersetzung nochmals überarbeiten. Wer sprachlich versiert genug ist, sollte sich lieber an der englischen Anleitung orientieren.

Installation

Dieser erste, ernüchternde Eindruck ist jedoch bald vergessen, denn die eigentliche, aus drei Schritten bestehende Installation geht reibungslos über die Bühne. Im ersten Schritt haben wir die Verkabelung hergestellt und an den USB-Device-Server einen aktiven Vier-Port-USB-2.0-Hub angeschlossen sowie den Server selbst per Fast Ethernet mit dem Gigabit-Switch des LAN verbunden. Im zweiten Arbeitsschritt erfolgte die Grundkon- figuration des Servers über das Setup-Programm. Zum Abschluss der Installation ist auf den Arbeitsplatzrechnern noch die Client-Software "SX-Virtual-Link" zu installieren, über die später auf die ins Netz gestellten USB-Geräte zugegriffen wird. Vor der Installation der Software empfiehlt sich ein Blick auf die Herstellerseiten (www.silexeurope.com), ob nicht neuere Varianten sowie eine aktuellere Server-Firmware verfügbar sind. Wir verwendeten die Setup-Version 2.2.0 und das Client-Release 1.4.0 sowie die Firmware-Variante 1.1.0 in einem kleinen Testnetz mit Windows-XP-Rechnern. Für Macs ist ebenfalls die entsprechende Software erhältlich, wobei allerdings Apple-Rechner mit Intel-CPU noch nicht unterstützt werden.

Das Setup-Programm wird nur bei der ersten Inbetriebnahme im Netz benötigt, um die IP-Adresse einzustellen. Später erfolgt die weitere Konfiguration über ein Web-Interface. Die in der Dokumentation gut versteckten Default-Werte für den Administrator-Account lauten User: root ohne Passwort. Diese Grundeinstellung sollte ebenfalls über das Web-Interface geändert werden. Zudem kann der Verwalter mit Hilfe dieser Konsole Benutzer-IP-Adressgruppen den Zugriff auf den Server einräumen oder verweigern.

Der Client in der Praxis

Nach dieser Vorarbeit erfolgt die Installation der Client-Software "SX-Virtual-Link" auf den PCs. Sie ist für den Anwender das zentrale Steuer-Interface, um mit den vernetzten USB-Devices zu arbeiten. Hier erhält er Informationen darüber, welche USB-Geräte im Netz verfügbar und mit welcher USB-Geschwindigkeit sie angebunden sind und ob ein Gerät womöglich gerade von einem anderen Benutzer verwendet wird. Eine Information, die mancher User in der Praxis dringend benötigen wird, wenn etwa der Kollege stundenlang den Scanner blockiert.

Die USB-Treiber erlauben nämlich prinzipiell keinen konkurrierenden Zugriff zweier Benutzer auf ein Endgerät. Verbindet sich ein Benutzer mit einem Gerät, muss der andere User warten, bis diese Verbindung wieder getrennt wird. In der Praxis lässt sich dieses Manko jedoch mit einem Trick lindern: Virtual Link erlaubt es, für jedes USB-Gerät ein bevorzugtes Programm zu definieren, das automatisch bei einer Verbindung mit dem Endgerät startet. Sobald der User dann die entsprechende Applikation schließt, gibt der Device-Server die Verbindung wieder frei. Auf diese Weise könnte etwa ein DVD-Brenner mit der Backup-Software gekoppelt werden oder ein Scanner mit einer Bildbearbeitung wie Photoshop. Mit etwas Disziplin der Kollegen ließ sich so durchaus komfortabel arbeiten.

Sonderfall Drucker

Obige Einschränkung gilt nicht für USB-Drucker. Hier ist der Device-Server in der Lage, wie ein Print-Server Warteschlangen anzulegen und die Print-Jobs der Reihe nach zu erledigen. Komfortabel wird der alltägliche Umgang mit dem SX-20002U zudem durch den Kompaktmodus der Client-Software. Hier sieht der Benutzer nur die Geräte, die er vorher ausdrücklich zu seinen Favoriten erklärt hat. Letztlich kann man also im Alltag mit der Einschränkung leben, dass sich nur ein Benut- zer aktiv mit einem USB-Endgerät - abgesehen von den Druckern - verbinden kann. Zumal das Device-Sharing unter Windows XP über Netzfreigaben in der Praxis auch wenig Freude bereitet, da es nur mit wenigen Endgeräten funktioniert und der PC angeschaltet bleiben muss.

Unterstützte Geräte

Hinsichtlich der Zahl der unterstützten Endgeräte entpuppte sich der SX-20002U als wahres Genie. Egal, ob Speichersticks, die bereits angesprochenen USB-Drucker und Scanner, externe USB-Festplatten, Multifunktionsgeräte, Digitalkameras oder iPod, alle verwendeten Testgeräte ließen sich in das Netz einbinden. Allerdings sollte der Anwender keine Geschwindigkeitswunder erwarten. Beim ATTO-Disk-Benchmark konnten mit zwei verschiedenen USB-2.0-Festplatten lediglich Transferraten von 4 MB/s gemessen werden - ein Wert, der auf dem Niveau einfachster Consumer-NAS liegt. Steht also die Speicheranbindung im Vordergrund, sollte lieber gleich eine kleine NAS wie die von uns getestete Synology Diskstation (siehe CW 14/06, Seite 26) zum Einsatz kommen.

Transparente Anbindung

Die Anbindung der USB-Devices erfolgt wirklich transparent, wie von Silex versprochen. Wurde etwa per Virtual Link ein neues Endgerät aktiviert, so meldete sich die Windows-XP-Hardware-Erkennung und forderte zur Treiberinstallation auf - ganz so, als ob das Device direkt an den Arbeitsplatz angeschlossen wäre.

Lediglich in Sachen Pocket-PCs gab es Schwierigkeiten. Ein Smartphone mit Windows Mobile 5.0 als Betriebssystem wurde zwar von Virtual Link angezeigt, doch Microsofts ActiveSync-Software konnte keine Verbindung aufbauen. Mit einem älteren Modell, das noch mit Windows Mobile 2003 Second Edition arbeitet, gab es dagegen keine Probleme. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass Microsofts neuer RNDIS-Treiber, den Windows-Mobile-5.0-Geräte verwenden, der eigentliche Übeltäter ist.

USB-Grenzen überwinden

Vollends überzeugte der Device-Server, als er auch mit Consumer-Geräten aus der Unterhaltungselektronik problemlos zusammenspielte. Ein digitaler Festplatten-SAT-Receiver, der in der Vergangenheit bei der Datenübertragung via USB immer wieder zickte, funktionierte störungsfrei per USB-Device-Server. Vorbei waren die Zeiten, in denen die kleinste elektrische Störung, etwa das Ein- und Ausschalten des Lichts aufgrund des langen USB-Kabels, für einen Abbruch der Verbindung sorgte.

Die USB-2.0-Spezifikationen verlangen nämlich ab einer Kabellänge von fünf Metern die Verwendung aktiver Repeater, die jedoch auch keine hunderprozentig störungsfreie Übertragung garantieren. Statt uns mit diesen Limitierungen weiter herumzuärgern, konnten wir das per Device-Server mit dem Ethernet-LAN verbundene Gerät, frei platzieren, ohne auf die Kabellänge zu achten. Ein Aspekt, der überall dort interessant sein dürfte, wo ein USB-Device über eine große Entfernung mit einem Rechner zu koppeln ist - beispielsweise die TK-Anlage in der Ecke einer Filiale.

Andere Produktvarianten

Dass der Phantasie dabei kaum Grenzen gesetzt sind, zeigt Silex selbst. Das Unternehmen offeriert beispielsweise mit dem "Stitch Link" einen USB-Device-Server, um Nähmaschinen an das IT-Netz anzubinden. Was auf den ersten Blick etwas absurd klingt, hat in der Praxis durchaus seine Relevanz, denn so können neue Nähmuster kostengünstig und schnell auf die Maschinen übertragen werden. Für Anwender, die - auch im LAN - komplett auf Kabel verzichten wollen, hat Silex mit dem "SX-2000WG" noch einen Device-Server im Programm, der über ein integriertes WLAN-Interface gemäß IEEE-Spezifikation 802.11g (54 Mbit/s) verfügt.