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05.05.2000 - 

Nachrüstungen für PC- und Mac-Systeme

USB und Firewire werten auch ältere Rechner auf

Flexibilität und Geschwindigkeit zählen zu den Vorzügen neuer Schnittstellen-Techniken wie USB oder Firewire. Besitzer älterer PCs müssen auf diese Vorteile nicht verzichten. Auf dem Markt sind mittlerweile relativ preisgünstige Nachrüstungen zu finden. Michael Funk* hat einige Angebote unter die Lupe genommen.

Das Dilemma ist in der DV-Branche altbekannt: Kaum hat man sich einen neuen Hochleistungsrechner zugelegt, ist schon die nächste technologische Errungenschaft auf dem Markt. Garantiert ist aber genau dieses neue Feature in dem gerade gekauften Rechner nicht enthalten. So geht es vielen Anwendern auch mit USB und Firewire. Die Ursache für die vereinzelte Kritik an den beiden neuen Schnittstellen scheint weniger in der manchmal propagierten technologischen Unzulänglichkeit der Busse zu liegen, sondern mehr im Ärger über die notwendige neue PC-Anschaffung.

Wie angekündigt hat Apple jetzt seine neue Strategie konsequent umgesetzt: Alle Macs der letzten Generation verfügen nur noch über drei Peripherie-Schnittstellen: Ethernet, USB und Firewire. Die Firewire-Schnittstelle fehlt zwar noch beim kleinen "Imac" und beim "Ibook", aber es ist zu erwarten, dass sich zum "Imac DV" mit DVD-Laufwerk und Firewire auch bald noch ein "Ibook DV" gesellen wird, das die gleichen Features in tragbarer Form aufweisen wird.

Auf der PC-Seite sieht es ähnlich aus. Kaum ein Hersteller leistet es sich mehr, einen neuen Rechner ohne USB-Schnittstelle auf den Markt zu bringen. Auch Firewire wird demnächst einen vergleichbaren Durchbruch erleben, zumindest in den Midrange- und Oberklassen.

Nutzer moderner Rechner ohne USB, die ihr Modell vielleicht erst vor kurzem gekauft haben, stehen erneut vor der Frage einer Neuanschaffung. Alternativ bleibt nur der Verzicht auf die bequeme und flexible USB-Technik oder die rasante Firewire-Leitung. Doch haben längst zahlreiche Hersteller die Not der Anwender erkannt und bieten eine weitere Alternative: die Nachrüstung per PCI-Board.

So gibt es im Fachhandel sowohl die USB-Schnittstelle als auch Firewire zum Nachrüsten älterer PCs. Ein freier PCI-Steckplatz sollte allerdings in jedem Fall vorhanden sein, es sei denn, es handelt sich um ein Notebook. Denn viele Hersteller bieten außer der PCI-Version auch eine PC-Card-Steckkarte mit USB-Ports. Wer seinen Rechner bereits mit allzu viel Peripherie ausgebaut hat, kann im ungünstigsten Fall auch mit den begrenzten Ressourcen des Systems Probleme bekommen, wie im Test festzustellen war. Ansonsten arbeiten die Nachrüstungen reibungslos.

Die Installation selbst ist fast immer benutzergeführt und recht einfach. Probleme sollten hier kaum auftreten. Allerdings muss sich der Anwender oder Administrator schon trauen, seinen Rechner zu öffnen, um die PCI-Karte zu implantieren. Die anschließende Installation der Treiber beschränkt sich in der Regel auf das Aufrufen des Setup-Programmes des jeweiligen Adapters.

Auf dem Markt stehen sowohl für Macs als auch für PCs USB-Karten zur Verfügung. Teilweise werden auch Modelle angeboten, die beide Architekturen tragen. Das Gleiche gilt für Firewire-Schnittstellen. Auch hier sind Mac- und PC-Versionen am Markt, allerdings ist die Auswahl noch sehr klein. Viele Hersteller haben aber bereits Firewire zum Nachrüsten angekündigt. Ab Sommer dürften also einige weitere Modelle auf den Markt kommen.

Im Web werden schon heute über 800 USB-Peripherien angeboten (beispielsweise unter www.usbstuff.com). Die Hauptattraktivität und das Zugpferd der USB-Schnittstelle ist deren einfache Bedienung. Die USB-Buchse findet sich auf den Erweiterungskarten meist in zweifacher Ausführung: eine langsamere mit 1,5 MB/s und eine schnellere mit 12 MB/s. Die gemächlichere dient den Desktop-Funktionen wie Maus, Tastatur, Joystick, Grafiktablett, Modem, Flash-card und Digitalkamera, die bisher an seriellen Ports zapften. Die schnellere Buchse transportiert Daten für Geräte, die höhere Geschwindigkeiten benötigen, wie Drucker, Scanner, Wechselplatten, CD-Laufwerk und -Brenner. Vorwiegend sind das Geräte, die bisher die parallelen Schnittstellen oder andere schnelle Ports wie SCSI belegten. Mit einer nachträglichen USB-Erweiterung spart man also Schnittstellen und viel Kabelsalat.

Einen speziellen Treiber brauchen die USB-Geräte trotz Hot-Plugging weiterhin, sowohl für Mac wie für Windows. Die Anbieter halten diese Software meist zum Download auf ihren Websites. Viele Treiber wurden von Grund auf neu geschrieben und offerieren nicht selten neue Funktionen, die bei der parallelen oder seriellen Version nicht zur Verfügung standen.

Warnen muss man die Mac-Anwender vor USB-Karten auf UHCI-Basis. Dieser in der PC-Welt sehr verbreitete Standard wird von Apple-Treibern nicht unterstützt, daher funktionieren diese Karten nicht im Mac. Dafür gibt es spezielle Apple-Versionen.

Alle USB-PCI-Karten für Apple-Rechner verhalten sich außerdem, unabhängig von Hersteller oder Marke, in einigen Punkten fundamental anders als eingebaute USB-Anschlüsse. Das Problem liegt nicht in der Karte, sondern im Rechner. Apple-Rechner sind nicht für USB vorgesehen. Daher können einige USB-Funktionen in der frühen Startphase des Rechners nicht ausgeführt werden, andere sind durch die nachträgliche Integration ins System reduziert. In der Praxis gibt es allerdings nur wenige Einschränkungen:

-Der Einschalter einer USB-Tastatur funktioniert zum Beispiel bei USB-Nachrüstungen nicht. Er muss nämlich abgefragt werden, wenn der Rechner noch ausgeschaltet ist.

-USB-Tastaturen arbeiten fast immer im US-Layout. Interessanterweise wird im Auswahlzubehör "Tastatur" das gewünschte (beispielsweise ein deutsches) Layout angezeigt, wenn man es aber antippt, entspricht das Ergebnis trotzdem immer dem einer US-Tastatur. Dies ist das Ergebnis eines Fehlers in den aktuellen USB-Treibern bis zur Version 1.35. Apple hat vor längerer Zeit zugesichert, das Problem in einer der nächsten Versionen zu bereinigen, rückt aber jetzt von dieser Position ab. Hier hilft der Griffin Imate ADB-USB Adapter oder dessen Treiber.

Das von Apple initiierte Firewire-Bussystem erreicht eine Datentransferrate von 400 MB/s, eine 800er Version steckt bereits in der Betaphase. Firewire ist mit dieser Geschwindigkeit schon heute schneller als das gängige Ethernet mit 100 MB/s und wird mit Sicherheit früher den Sprung über die 1000-MB/s-Hürde schaffen.

Apples neue G3-Linie ist bereits komplett Firewire-tauglich. Lediglich das Angebot an Peripherie ist noch recht dünn. Das wird mit Sicherheit nicht so bleiben. Denn Firewire - es ist wie USB ebenfalls im laufenden Betrieb anschließbar und bedient bis zu 63 Geräte über eine Buchse - lockt mit attraktiver Leistung und durchdachtem Konzept. Über sein Kabel werden alle Apparate sowohl mit Daten als auch mit Strom versorgt. Damit entfallen kostspielige Netzteile, und dem Anwender bleibt der Kabeldschungel erspart.

Eine Firewire-Nachrüstkarte bekamen wir allerdings nicht zum Test. Doch sind im Vorfeld keine Probleme mit der brandneuen Schnittstelle, deren Vorläufer im Publishing-Bereich als IEEE-Schnittstellen schon lange im Einsatz sind, bekannt geworden.

Zum Test standen die Boards "ADS USB-Port für Mac", "ADS USB-Port für PC", "Macally USB-Port für Mac" und die "Keyspan USB-Erweiterungskarte für Mac" zur Verfügung. In puncto Geschwindigkeit lagen die vier Karten gleichermaßen nur knapp unter der Geschwindigkeit von Einbauversionen. Die Installation verlief weitgehend ohne Probleme.

Unser Mac-Testrechner ließ sich allerdings bei den drei Mac-Testkandidaten nicht per USB-Tastatur einschalten, was zu erwarten war. Der PC-Testrechner war in Verbindung mit dem ADS-Board für PC allerdings ohne weiteres über die Cherry-Tastatur in Gang zu setzen.

Probleme beim Betrieb mit Apple-RechnernVon Apple-Rechnern ist das Problem bekannt, dass USB-Tastaturen mit deutschem Layout im System als US-Tastaturen mit entsprechendem Layout "erkannt" werden. Die Tastenzuordnungen stimmen also nicht. Dieses Problem stellte sich am Mac bei allen drei Mac-USB-Controllern ein und wird wahrscheinlich auch andere, nicht getestete Modelle betreffen. Abhilfe schafft hier nur der Griffin Imate ADB-USB Adapter in Verbindung mit einer ADB-Tastatur. Ausschlaggebend für die korrekte Erkennung der deutschen Tastatur ist der Imate Treiber, der mindestens in der Version 1.8.5 vorliegen sollte. Am PC machte die ADS-Karte diesbezüglich keine Probleme.

Ein weiteres Problem gab es mit dem "Power Mac G3/beige2", der original über eine 233- oder 333-Megahertz-CPU verfügt und mit einem Upgrade (zum Beispiel 400 oder 450 Megahertz) erweitert wurde. In Verbindung mit den eingebauten Testboards kam es dann häufig zu Abstürzen. Selbst wenn kein USB-Gerät angeschlossen war, blieb der Rechner instabil. Erst das Deinstallieren des USB-Treibers ließ den Rechner wieder stabil arbeiten. Das Problem liegt also nicht an den Erweiterungen, sondern direkt beim G3/beige in Verbindung mit dem Upgrade und wird, so Apple, wohl nicht mehr behoben.

Fazit: Alle vier Boards sind ein vollwertiger Ersatz für eine integrierte Version und auch dem Profi-Anwender zu empfehlen. Besser haben es die PC-Anwender mit dem ADS-Board, weil sie auch USB-Tastaturen problemlos benutzen können. Bezüglich Dokumentation lassen aber alle vier Geräte zu wünschen übrig.

* Michael Funk ist freier Journalist in Monsheim.