Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.07.1975

User Groups als Gegenmacht

Scout e. V. wurde gegründet - Siemens Computer User Team (siehe Seite 1). Sind die Pfadfinder auf dem rechten Wege? Die Ziele des Scout-Vereins sind geradezu identisch mit denen der IBM-User-Organisation Guide. Wird hier das rechte Vorbild kopiert?

Beide Groß-Anwender-Benutzer-Vereinigungen müssen zwangsläufig mit ihrem Hersteller kooperieren. Kollisionskurs führt nur zum großen Knall. Immerhin will man ja erreichen, daß IBM beziehungsweise Siemens Wünsche der Anwender realisieren. Was hilft es, Resolutionen zu verabschieden, wenn man mit dem Partner auf Kriegsfuß steht?

Beispiel: Behörden-Konditionen

Trotzdem sollte man die Macht derartiger User-Groups nicht unterschätzen, die es ja auch bei den anderen großen Herstellern gibt. Die Bündlung von Großkunden mit hohem Mietvolumen hat schon sein Gewicht. Im Guide sind etwa 250 Mitgliedsfirmen vertreten. Es sollten mehr sein. Die Siemens-User-Group startet mit 20 Firmen, die Zielgruppe umfaßt etwa 70 Großkunden. Wenn die Großen sich einig wären - warum eigentlich nicht? - , wäre das ein noch größeres Potential als die Marktmacht der Öffentlichen Hand. Bekanntlich haben die Behörden von Bund, Ländern und Kommunen in gemeinsamer Aktion bei allen Herstellern - IBM nicht ausgenommen - wesentlich günstigere Beschaffungs-Verträge für Miete und Kauf durchgesetzt, die den Kollegen im Öffentlichen Dienst erheblich mehr Rechte geben. Wo bleibt da eigentlich die Meistbegünstigung? Die gleichen Vorteile für die Wirtschaft herauszuholen, wäre nicht unbillig und wäre wohl auch zu schaffen. Nur wer verhandelt? In wessen Auftrag ?

Billiger Programmaustausch

Komplikationen könnte es auch mit den Software-Häusern geben. Der in den bestehenden User Groups bereits realisierte Programmaustausch zum Null-Tarif bezieht sich zunächst nur auf System-Software. Aber bereits hier gibt es Ärger. Software-Firmen wollen Sorts, Monitore, Job Accounting-Verfahren, Systemsteuerungs-Module, Tuning-Hilfen für gutes Geld verkaufen. Sie verdienen daran, daß die Hersteller ihren Kunden keine optimalen und allumfassenden Betriebssysteme liefern. Die User Groups aber wollen die Hersteller dazu bringen, dergleichen Mißstände abzustellen und greifen zu gemeinsamer Nothilfe, wenn sie dabei keinen Erfolg haben.

Diese Konfrontation wird noch größer, wenn man in Benutzer-Vereinen auch Anwendungssoftware austauschen wird oder sich auf gemeinsame Entwicklungen einigt. Das Problem der firmenspezifischen Anpassungsschwierigkeiten wird sich in dem Maße mindern, wie zunehmend nach neuen Software-Technologien modular, top-down, strukturiert oder zumindest normiert und somit auch wohl dokumentiert programmiert wird.

Gewinner ist der Anwender

Ein reizvolles Dreiecks-Verhältnis zwischen Anwender, Hersteller und Berater. Hier gilt nicht: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Vielmehr ist richtig: Bei strategisch klugem Verhalten gewinnt in jedem Fall der Anwender, - sofern er seine User Group stärkt. Daß den anderen das keine Freude machen wird, soll ihm egal sein.