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10.11.1995

User-Konferenz Sapphire Asia 95 SAP-Anwender in Asien besorgt ueber Implementierungskosten

10.11.1995

SINGAPUR (IDG) - Fuer die SAP AG, Walldorf, scheint die Eroberung des asiatischen Marktes kein Spaziergang zu werden. Auf der User- Konferenz Sapphire Asia 95 im thailaendischen Chiangmai kritisierten Teilnehmer die hohen Implementierungskosten und die Probleme bei der Migration von R/2 auf R/3.

Skeptisch zeigte sich in seiner Rede der Inder Subhash Palkar, IT- Manager des Chemiekonzerns Colour-Chem, einer Tochter der Hoechst AG. R/3 zu implementieren sei sehr kostspielig, der Anwender muesse genauestens kalkulieren, ob er in einer Groessenordnung wachse, die diese Ausgaben rechtfertige. "Man muss sich unbedingt versichern, dass die IT-Mannschaft mit dem Druck einer SAP-Einfuehrung fertig wird." Ausserdem sei es Illusion, die Software installieren und innerhalb einiger Wochen Resultate sehen zu wollen.

Auch David Smith, President der SAP Asia User Group, ging auf die hohen Einfuehrungskosten ein, fuehrte diese allerdings auf den extremen Beratungsaufwand zurueck. "Der Tagessatz dieser Consultants liegt bei 2000 bis 3000 Mark. Das ist sehr viel Geld. Und je mehr Projekte aufgelegt werden, desto schlechter wird die Beratungsqualitaet." Noch vor einem Jahr habe man genuegend Berater mit zwei- bis dreijaehriger Erfahrung finden koennen. Dieser Pool sei inzwischen ausgeschoepft; Berater, die jetzt im asiatischen Raum zur Verfuegung stuenden, haetten nicht selten weniger als ein Jahr Erfahrung.

R/2-Kunden befuerchten Probleme beim Support

Schliesslich wurden auf der Konferenz auch noch die hohen Migrationskosten kritisiert. "Von R/2 nach R/3 zu migrieren wuerde uns allein im Bereich der User-Lizenzen zwei bis drei Millionen Mark kosten - vom noetigen Mitarbeitertraining ganz zu schweigen", aergerte sich der IT-Chef eines grossen Chemiekonzerns. Und Cheong Pik May von der Singapore Telecom fuegte hinzu, bei einer Migration falle extensives Anwendertraining an, weil beide Systeme voellig unterschiedlich seien.

R/2-Anwender, die zu einem Wechsel auf das Client-Server-Pendant nicht bereit sind, aeusserten in Thailand Befuerchtungen darueber, dass SAP sie beim Support ihrer Mainframe-Software auf Dauer vernachlaessigen koennte. Diese Zweifel versuchte Peter Zencke, Mitglied des SAP-Vorstands, zu zerstreuen: "Wir haben uns dazu verpflichtet, das R/2-System bis zum Jahr 2004 zu pflegen", so der Logistik-Chef der SAP. Ausserdem gebe es jetzt die Application- Link-Enabling-(ALE-) Technik fuer das Management verteilter Anwendungen, die R/2-Anwendern die Koexistenz mit R/3 erheblich erleichtere.

In Asien hat die SAP zur Zeit 72 Anwender, davon 16 R/2-Kunden. Australien, Neuseeland und Japan sind in dieser Rechnung nicht enthalten. Das Interesse am deutschen Software-Export ist ungebrochen: An der Sapphire Asia 95 nahmen insgesamt 800 Delegierte von SAP-Partnern und -Kunden teil. Lutz Kettner, Leiter des Asien-Geschaefts der SAP, rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum um 100 bis 120 Prozent.