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15.09.1988 - 

Kampf um Verantwortung für Netze spiegelt strategische Bedeutung für US-Großunternehmen wider:

User lassen sich Netzmanagement nicht nehmen

FRAMINGHAM (IDG/bi) - Einer Absage an Herstellerkonzepte und

-produkte für ein integriertes Netzwerkmanagement kommt das

Ergebnis einer neuen IDC-Studie gleich: Die Marktforscher der International Data Corp. fanden heraus, daß die DV-Manager ihre Netzwerke kombiniert, teils zentral, teils dezentral und vor allem in eigener Regie managen wollen.

26 Prozent, und damit die größte Gruppe der Antworten auf die IDC-Befragung, befürworten Eigenentwicklungen. Das Sample umfaßte über hundert Communications- und/oder MIS-Manager aus den tausend größten Unternehmen der Fortune-Liste. Zwar existiere eindeutig ein Bedarf an zentralem Netzwerkmanagement, aber der hohe Prozentsatz derer, die sich lieber auf ihre erprobten und selbst entwickelten Inhouse-Werkzeuge verlassen wollen, spiegele viel Skepsis wider.

15 Prozent haben sich eindeutig ist gegen jedes zentrale Netzwerkmanagement ausgesprochen; gute 20 Prozent orientieren sich derzeit bei unterschiedlichen Anbietern über deren Produkte; zwölf Prozent würden IBMs Netview wählen und sechs Prozent die Produkte anderer Anbieter; der Prozentsatz derer, die die Netzmanagement-Serviceangebote der regionalen Telefongesellschaften unter die Lupe nehmen wollen, liegt knapp unter zehn Prozent; ungefähr genauso viele bevorzugen OSI-basierte Systeme; nur fünf Prozent gaben zu, bisher überhaupt noch keine Strategie zu haben.

Wie die IDC-Analystin Kathryn Korostoff versichert, reflektiert das Untersuchungsergebnis die allgemeine Lage in den Groß- und Größt-Unternehmen und -Organisationen der USA. Die Sicherheit der Netze seien ein K.o.-Kriterium der Leistungsfähigkeit dieser Firmen. Falls die sie zur Stabiliesirung dieser Funktionstüchtigkeit notwendingen Produkte nicht am Markt bekämen, würden sie unter stärkstem Mitteleinsatz eigene Lösungen entwickeln.

Zusätzlich kompliziert wird das Problem, weil diese Großunternehmen oft mehr als ein Netzwerk einsetzen. IDC berichtet, daß immerhin 52 Prozent bis zu drei Netze nutzen, 34 Prozent sogar zwischen vier und sechs. So gebe einzelne Gesselschaften, in denen gleichzeitig ein modernes Netz-Control-Center, ein Netzmanagementsystem für T1-Multiplex-Netze und noch ein weiteres System für die Kontrolle der Rechnerleistung installiert seien.

Dennoch halten 43 Prozent des Samples ein Multivendor-Netzwerkmanagementsystem in ihrem Unternehmen für unwichtig; 16 Prozent stehen dem zurückhaltend gegenüber; immerhin bezeichnen 34 Prozent ein derartiges System als wichtig.

Eine weitere Aussage der Studie ist, daß, falls die Großanwender sich einer externen Service-Organisation bedienen, deren Service und Unterstützung rund um die Uhr und durch einen "persönlichen" Ansprechpartner von entscheidender Bedeutung ist. Ein Beispiel dafür sei die Bolt Beranek and Newmann Inc., die ein sogennantes "Schatten-Netzwerk-Operating-Center" für Kunden betreibe, die zwar das Netzmanagementprodukt der Inc. kauften, die aber darüber hinaus noch zusätzliche Sicherheiten wollten.

Erstaunlich findet Kathryn Korostoff, daß fast jeder vierte Anwender - trotz der Favoritenrolle, die ein zentrales Netzwerkmanagement zur Zeit in der Branche spielt - dieses für eine recht kritische Angelegenheit hält, 47 Prozent es als wichtig und 28 Prozent als unwichtig einschätzen. Offensichtlich bevorzugten die Meisten eine Mischung aus zentralem und dezentralem Netzmanagement. Die ideale Strukur bestehe demzufolge in einer Hierarchie:

- der lokalen Überprüfung bestimmter Netzteile,

- der regionalen Kontrolle einer Gruppe von Netzkomponeneten

- und der zentralen Prüfung von Schlüsselelemeneten und -funktionen in einer Zentrale.

Ungeachtet der glühendsten Herstellerversprechen über die Segnungen eines integrierten Sprach-/Daten-Netzwerkmanagements, sagten 71 Prozent der Manager, daß eine derartige Integration für ihre Organisation nicht wichtig sei.

"Das Thema Integration ist immer noch ein Politikum", resümiert die Analystin, "weil wir in den Unternehmen nach wie vor eine deutliche Trennung zwischen Datenkommunikation, Telekommunikation und MIS (Management Information Systems) haben".