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07.01.1994

Usergroup geht auf die Barrikaden Die Anwender von Hitachi Data Systems fuehlen sich verschaukelt

MUENCHEN (hp) - Die Ankuendigung von Hitachi Data Systems (HDS), sich zugunsten von Comparex aus dem deutschen Markt zurueckzuziehen, sorgt fuer Verwirrung unter den Anwendern. Zwar hat Comparex den HDS-Kunden zugesagt, Neuvertraege zu den bestehenden Konditionen abzuschliessen, aber die Anwender bezweifeln, ob Comparex dieselbe Servicequalitaet erbringen kann.

Bei der Bekanntgabe der Neuverteilung zwischen Comparex und HDS erschien alles noch ganz einfach: Pro Land sollte nur noch ein PCM-Anbieter taetig sein (siehe CW Nr. 46 vom 12. November 1993, Seite 3). In Deutschland machte Comparex das Rennen. Inzwischen erhielten die HDS-Kunden von der Hitachi-Tochter Briefe, in denen ihnen zugesichert wurde, dass bei dem Uebergang zu Comparex "alle vertraglichen Vereinbarungen selbstverstaendlich unveraendert bestehenbleiben".

Dagegen erklaert Comparex, das Unternehmen habe keineswegs vor, die HDS-Vertraege zu uebernehmen. Allerdings, so versichert Comparex- Geschaeftsfuehrer Rolf Brillinger, "garantieren wir jedem Kunden, dass er nicht schlechter dasteht als vor der Restrukturierung".

In diesem Punkt haben die HDS-Anwender aber ihre Zweifel. Sie befuerchten, dass durch den Wegfall der Konkurrenz die Verhandlungen fuer sie weniger guenstig ausfallen werden. Hierzu Brillinger: "Unsinnige Angebote, wie sie vorher gemacht wurden, um den anderen auszustechen, wird es nicht mehr geben."

Anwender befuerchten schlechtere Servicequalitaet

Zudem sehen die Kritiker die Gefahr, dass die Qualitaet des Service schlechter ausfallen koennte als bisher. Anlass fuer diese Bedenken ist die Personalpolitik von Comparex. Die BASF-Tochter moechte zwar alle Hitachi-Anwender fuer sich gewinnen, hat aber bisher noch nicht bekanntgegeben, um wie viele Mitarbeiter der Personalstamm aufgestockt werden soll.

Klar ist nur eines: Die Hitachi-Gemeinde in Deutschland muss sich mit dem Gedanken anfreunden, von insgesamt weniger Servicemitarbeitern betreut zu werden. "Wenn wir alle HDS- Mitarbeiter uebernehmen wuerden, haette die Aktion keinen Sinn gemacht", kommentiert Brillinger. Er geht davon aus, dass Comparex europaweit rund 100 bis 150 Mitarbeiter weniger beschaeftigen wird als vor der Restrukturierung.

Die HDS-User stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Einerseits haben sie Vertraege mit HDS, die nach Angaben der Hitachi-Tochter nicht gekuendigt werden, andererseits muessen sie sich mittelfristig fuer einen anderen Serviceanbieter entscheiden. Momentan sieht es so aus, dass HDS, solange das Unternehmen in Deutschland noch existiert, auch fuer den Service verantwortlich ist. Dies hilft den Anwendern im Ernstfall allerdings nur wenig.

Die Benutzervereinigung von HDS, das AS-Forum, dessen Mitglieder nach eigenen Angaben rund 50 Prozent des deutschen HDS-Umsatzes repraesentieren, moechte sich mit der zwischen Hitachi und BASF ausgehandelten Loesung nicht zufriedengeben. "Es ist nicht nachvollziehbar, wie ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen zu Lasten der Kunden und der Mitarbeiter aus konzernpolitischen Erwaegungen geopfert werden kann", kommentiert der Praesident des AS-Forums und Geschaeftsfuehrer des Kommunalen Gebietsrechenzentrums Starkenburg, Adolf Speckhardt. Die Mitglieder der Usergroup wollen verhindern, dass sich HDS sang- und klanglos aus der Verantwortung zurueckzieht. "Sollte es HDS an der noetigen Einsicht und dem Willen zur Kooperation fehlen, wird sie (HDS, Anmerkung d. Red.) mit massiven Schadensersatzforderungen rechnen muessen."