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29.04.1983

Users Lib

Wo immer sich DV-Chefs treffen, klagen sie über den schier endlosen Anwendungsstau. In vielen Gesprächen am Rande der Hannover-Messe fand die COMPUTERWOCHE bestätigt, daß es die DV-Verantwortlichen als ihr größtes Manko ansehen, nicht mehr Applikationen in kürzerer Zeit zu entwickeln und zum Laufen zu bringen, um so die Mäuler der nimmersatten Fachbereiche zu stopfen.

Aber ist damit der Unruheherd lokalisiert? Das Interesse der Endbenutzer an Personal Computer-Lösungen, der Nachdruck, mit dem sie Mitverantwortung an allen DV-Dingen verlangen, der Wunsch nach "Liberation", Emanzipation der Benutzer - solche Faktoren prägen die Datenverarbeitung mittlerweile stärker als Sachzwänge technischer Art. Vor diesem Hintergrund erscheint unverständlich, daß die Software- und Beratungsbranche nicht stärker reagiert. Man müßte doch mit Volldampf darauf hinarbeiten, Werkzeuge für das Personal Computing bereitzustellen und den DV-Mann auf seine neue Rolle als Händchenhalter vorzubereiten. Doch nichts dergleichen geschieht. Im Gegenteil: In vielen Softwarehäusern gilt es heute offenbar als schick, vertriebsorientiert zu sein. Der kreative Entwicklertyp ist nicht gefragt. Das Verramschen von sogenannten Standardpaketen hat Vorrang. Da heißt es dann: "Wir haben Unsummen und Unmenschen in die Entwicklung unserer universell-modularen Anwendungsprogramme gesteckt, jetzt wird konsolidiert und kassiert."

Man gönnt den Weichwerkern jeden Erfolg im Geschäft mit mehrfach verwendbaren Paketen. Daß dabei die Software-Evolution ins Stocken gerät, muß der Anwender nicht goto-gewollt hinnehmen. Als Kavaliersdelikt läßt sich die Innovationsmüdigkeit der Software-Industrie nicht mehr abtun.