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12.04.1991 - 

Unterbrechungsfreie Stromversorgung

USV-Anlage sollte mit dem Netzwerk zusammenarbeiten

Daß Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) eine nützliche Investition darstellen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Viele Geräte schalten aber einfach ab, wenn die Akkus entladen sind. Sinnvoller sind Systeme, bei denen der Fileserver über eine Signalleitung und ein Interface direkt mit der USV verbunden ist. Bei Stromausfall beendet der Server dann automatisch alle Aktivitäten und sichert die im RAM befindlichen Daten auf die Festplatte.

Eine Erhebung des FTZ-Darmstadt an 60 Meßstellen in der gesamten Bundesrepublik ergab, daß es häufig zu Netzstörungen im Millisekundenbereich kommt. Nach den dort vorgelegten Zahlen lassen sich im Jahresdurchschnitt etwa 100 Netzstörungen unter 20 Millisekunden feststellen, hinzu kommen zirka 30 Störungen im Bereich zwischen 20 Millisekunden und einer Sekunde. Ein Computersystem reagiert unter Umständen jedoch bereits auf Störungen von 15 Millisekunden Dauer mit Fehlverhalten.

Einen wirksamen Schutz bietet eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Sie soll bei Spannungsschwankungen oder einem totalen Stromausfall den Rechner aus einer Batterie weiter mit einer Netz-Wechselspannung von 220 Volt und 50 Hertz versorgen. Das USV-System wird zwischen Steckdose und Rechnersystem geschaltet und verhindert nicht nur den plötzlichen Rechnerabsturz bei Stromausfall und damit Datenverlust, sondern sorgt auch für eine gleichmäßige Stromversorgung ohne Spannungsschwankungen.

Man unterscheidet zwischen Online- und Offline-Systemen. Bei einem Offline-System wird die eingebaute Batterie erst im Moment des Netzausfalls zugeschaltet, die Umschaltzeit liegt bei etwa zwei bis vier Millisekunden. Ist die Netzspannung wieder hergestellt, schaltet sich nach einigen Sekunden der Inverter wieder ab, und der Rechner läuft wieder direkt mit der Netzspannung. Beim Online-System versorgt der Inverter den Rechner über die Batterien ständig mit einer sauberen, gefilterten Spannung. Das hat den Vorteil, daß der Rechner von Schwankungen oder sonstigen "Schmutz" des Spannungsnetzes verschont bleibt. Die Batterien werden auch hier ständig nachgeladen. Die Systeme für Dauerbetrieb sind in der Regel technisch aufwendiger und daher auch teurer, bieten aber mehr Sicherheit.

Die Zeit, die mit einer USV überbrückt werden kann, ist abhängig von Art und Anzahl der verwendeten Batterien. Normalerweise ist eine USV bei voller Auslastung für einen Betrieb von etwa zehn Minuten konzipiert, Zeit genug also, um wertvolle Daten abzuspeichern und das System herunterzufahren.

Alle acht getesteten Geräte wurden 18 Stunden lang aufgeladen, so daß gut geladene Akkus gewährleistet waren. Die Überbrückungszeit der Geräte ist unterschiedlich lang, was sich unter anderem auf die Geräuschentwicklung auswirkt. Einige Geräte waren so laut, daß sie nicht in Büros, sondern nur in abgeschlossenen Räumen eingesetzt werden konnten.

Die USV-Anlagen wurden in folgender Umgebung eingesetzt:

-Fileserver mit 486-Prozessor, der mit 25 Megahertz taktet, 8 MB Arbeitsspeicher, 300-MB-Platte,

- Netware 386, Version 3.1

- und eine mit 33 Megahertz getaktete Workstation mit 8 MB RAM, 150-MB-Platte.

Beim simulierten Stromausfall waren beide Rechner an die Stromversorgung angeschlossen. Mit dem Netzwerk-Betriebssystem Netware kann in Zusammenhang mit USV-Geräten die Netzspannung überprüft werden. Bei Stromausfall wird der Server nach einer bestimmten Zeit ordnungsgemäß heruntergefahren, so daß sich alle User ausloggen und alle offenen beziehungsweise nicht vollständig geschriebenen Dateien auf die Festplatte des Servers zurückgeschrieben werden können. Einige der getesteten Geräte hatten diese Einrichtung nicht, so daß nach Entladung der Akkus einfach abgeschaltet wurde.

Obwohl alle getesteten Geräte mehr oder weniger lautstark zu erkennen gaben, daß ein Stromausfall vorliegt, kann dennoch nur größerer Schaden vermieden werden, wenn der Server heruntergefahren wird. Die großen Geräte können zwar zwei PCs bis zu etwa einer Stunde weiter versorgen, aber bei einem Stromausfall außerhalb der Bürozeit nutzt dies recht wenig. Zudem stören sie im Büro durch ihre Geräuschentwicklung.

Lediglich die drei kleinsten USV-Geräte (sie schafften Überbrückungszeiten zwischen sechs und neun Minuten) waren mit einem Signalanschluß für die Netware ausgerüstet. Sie sind für die Datensicherheit im Netzwerk wesentlich sinnvoller, da nur mit ihnen ein geregeltes Abschalten möglich ist. Und mit einer Leistungsabgabe von 600 VA sind diese "Kleingeräte" für ein bis zwei Server vollkommen ausreichend.