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21.10.2004

"Utility Computing geht in die zweite Phase"

Nick van der Zweep, Director Virtualization and Utility Computing bei HP, im Gespräch mit CW-Redakteurin Kriemhilde Klippstätter.

CW: Wie steht es um HPs Initiative Utility Data Center (UDC)?

Zweep: Wir haben gezeigt, wie man Infrastrukturkomponenten eines gesamten Rechenzentrums zusammenbringen kann. Jetzt kommt die zweite Phase.

CW: Worin besteht die?

Zweep: Unsere Kunden verlangen nach den einzelnen Bausteinen für die Virtualisierung, also für Server, Speicher und Netze. In einem zweiten Schritt wollen sie die einzelnen Komponenten zusammenführen.

CW: HP führt das UDC-Konzept fort?

Zweep: Utility Computing ist ein wesentlicher Bestandteil von Adaptive Enterprise. Was wir zunächst gemacht haben, ist die Aufspaltung von UDC in einzelne Virtualisierungskomponenten. Das Endziel ist Utility Computing - die Virtualisierungsmodule sind das, was wir heute den Kunden verkaufen.

CW: Was versteht HP unter Virtualisierung, und welche Techniken verwenden Sie dafür?

Zweep: Server-Virtualisierung ist beispielsweise die schnelle Provisionierung einer Applikation mit Rechen-Power: Sie nehmen die Server-Kapazität einer Anwendung weg und teilen sie einer anderen zu, und zwar dynamisch. Dafür legen Sie beispielsweise die Antwortzeit für eine Applikation zugrunde.

CW: Das funktioniert auch mit Blade-Rechnern?

Zweep: Wir haben zwei Produktangebote. Die virtuelle Server-Umgebung funktioniert mit einer Scale-up-Architektur. Sie teilen also einer Applikation mehr CPUs zu oder nehmen sie ihr weg. Für eine Scale-out-Architektur, wie sie Blade-Server darstellen, haben wir kürzlich ein Automatisierungsprogramm vorgestellt, das einer Applikation sofort ein weiteres Server-Blade zuordnet. Diese Technik stammt übrigens aus der UDC-Entwicklung.

CW: Lässt sich die Zuteilung automatisieren?

Zweep: Das ist der Grundgedanke dieser Software. Wenn beispielsweise ein Blade ausfällt, soll es automatisch durch ein intaktes ersetzt werden.

CW: Lassen sich auch Schwellenwerte, beispielsweise Antwortzeiten, für eine Anwendung festlegen?

Zweep: Das automatische Workload-Management bieten wir derzeit nur für die PA-Risc- und Itanium-basierenden Integrity-Server an, wo einfach CPUs zu- oder abgeschaltet werden. Im Blade-Umfeld funktioniert das nicht so einfach, weil die steckbaren Rechner ja zuerst mit Betriebssystem und Applikation beladen werden müssen - und das dauert eine gewisse Zeit und muss manuell angestoßen werden.

CW: Nutzen Sie VMware und Microsoft Virtual Server?

Zweep: Wir haben kürzlich ein Werkzeug vorgestellt, mit dem sich beide Virtualisierungsprogramme gemeinsam nutzen lassen: Sie klicken damit beispielsweise einen physikalischen Proliant-Server unter Windows und lassen ihn zu einer virtuellen VMware-Maschine auf einem anderen Proliant-Server werden. Das funktioniert in alle Richtungen.

CW: Benötige ich dazu HP Openview?

Zweep: Nein. Das Programm läuft auf den Proliant- und den Blade-Systemen und arbeitet mit dem kostenlos mitgelieferten Insight-Manager zusammen.

CW: Wie zahlt sich Utility Computing für die Anwender aus?

Zweep: Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären: Eine US-amerikanische Versicherung war in den letzten drei Jahren um 35 Prozent pro anno gewachsen. Jedes ihrer Systeme, also für Retail, ERP oder das für Human Resources, bewegte sich an der Leistungsgrenze. Wir zeigten den Versicherungsleuten, wie sie all diese Ressourcen virtualisieren, konsolidieren und zusammenfassen können. Im Endeffekt zahlen sie jetzt weniger für ihre Infrastruktur als zuvor und arbeiten mit der zweieinhalb-fachen Leistung.

CW: Die Virtualisierung funktioniert aber nur in einer HP-Umgebung, oder?

Zweep: Vor sechs Monaten unterstützten wir mit unserer Virtualisierungssoftware nur HP-UX, seit August bedienen wir auf den Itanium-Servern auch Windows und Linux.

CW: Können Sie sich vorstellen, eines Tages auch Rechner von anderen Herstellern einzubeziehen?

Zweep: Einiges davon machen wir schon im Proliant-Umfeld mit dem Insight-Manager, wie das "Rapid Provisioning" von Servern mit Betriebssystem und Applikationen. Durch die Übernahme von Novadigm in diesem Jahr profitieren auch Sun-, IBM-, Linux- und Windows-Rechner von der Möglichkeit, mit Programmen beladen zu werden.