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06.01.1989 - 

Firmenaufkäufe stehen im Vordergrund der Unternehmenspolitik:

Valid Logic will weiter expandieren

MÜNCHEN - Mit strategisch ausgerichteten Firmenkäufen liegt Valid Logic Systems, US-Hersteller von Entwicklungswerkzeugen für hochintegrierte IC-Bausteine und Leiterplatten, derzeit auf Expansionskurs. Ende November übernahmen die Kalifornier mit Analog Design Tools das vierte Unternehmen in kurzer Folge. Weitere Übernahmen sind geplant.

Nach Telesis, General Electric-Calma und Integrated Measurement Systems (IMS) ging am 21. November 1988 auch Analog Design Tools (ADT), Sunnyvale, mit einer Aktientransaktion im Wert von rund 30 Millionen Dollar an Valid über. Die kalifornische ADT ist spezialisierter Hersteller von CAE-Systemen für analoge Schaltkreisentwicklungen. Verglichen mit dem letztjährigen Umsatz von nur neun Millionen Dollar ist der bezahlte Preis zwar hoch, doch wird ADT das Jahr mit voraussichtlich 17 Millionen Dollar abschließen. Ende 1989 sollen es sogar 30 Millionen Dollar sein.

Douglas Hajjar, seit Anfang 1987 Präsident bei Valid Logic, San Jose; setzte damit seine offensive Expansionspolitik weiter fort. Denn seiner Ansicht nach werden in zwei bis drei Jahren die Teilmärkte für Elektronik-Entwicklung und -Fertigung mit den Bereichen Logik, Layout, Analyse, Simulation, Fertigung und Test zu einem einzigen Markt zusammenwachsen. Schon heute machen die einzelnen Segmente zusammen rund 2,5 Milliarden Dollar aus. In vier Jahren dürfte dieser Markt doppelt so groß sein. Durch vorzeitigen Einkauf von Ingenieurleistung, Know-how und Marktanteilen will Hajjar sein Unternehmen Valid Logic entsprechend vorbereiten.

So ging im Oktober dieses Jahres Integrated Measurement Systems (IMS) aus Beaverton, Oregon, und spezialisiert auf Testanlagen für sogenannte kundenspezifische Schaltungen (ASCI) für rund 14 Millionen Dollar an Valid. "Eine zu dem Zeitpunkt zwar nicht geplante, aber verlockende Gelegenheit", räumt Hajjar ein. Denn IMS hatte seine Geschäftsbeziehung mit Valids Konkurrenten und Marktführer Mentor (1988 etwa 225 Millionen Dollar Umsatz) wegen Auffassungsunterschieden beendet.

Wenige Monate zuvor, im Juni, hatte Hajjar für nur 3,4 Millionen Dollar die Elektronik-CAD-Division von Calma gekauft, einem bisherigen Tochterunternehmen von General Electric. Calma gilt in der Branche als Pionier für elektronische Fertigungs- und Design-Werkzeuge von integrierten Schaltungen (IC-CAD/ CAM). Eine anhaltende Talfahrt hatte dem Unternehmen 1987 nur noch einen Umsatz von 40 Millionen Dollar beschert. Nach einem weiteren Tief in diesem Jahr (35 Millionen) soll es nach den Plänen von Hajjar im nächsten Jahr mit 50 Millionen Dollar wieder aufwärts gehen.

Valids vier Neuzugänge, Telesis (kam Anfang 1987), die Calma-Abteilung, IMS und ADT, die das Unternehmen zusammen rund 60 Millionen Dollar Eintrittsgeld zu einem riesigen neuen Gesamtmarkt in der Elektronikfertigung gekostet haben, werden zum diesjährigen Gesamtergebnis von Valid rund 90 Millionen Dollar beitragen und den Kaliforniern dabei etwa sieben Millionen Dollar zusätzlichen Gewinn bringen. Den Gesamtumsatz der Firmengruppe gibt Hajjar mit 150 Millionen Dollar für Ende 1988 an, der Personalbestand stieg auf 900 Mitarbeiter (davon 300 Ingenieure).

Damit dürfte der bisherige Branchenzweite Daisy trotz seiner Übernahme von Cadnetix um rund 30 Millionen Dollar überrundet sein. Der Branchenprimus für Computer-Aided-Electronic-Ausrüstung (CAE), Mentor, wird dagegen Ende des Jahres rund 230 Millionen Dollar aus weisen können.

Um das ehrgeizige Ziel von einer Milliarde Dollar Umsatz in den nächsten paar Jahren erreichen zu wollen, sind aber selbst Zuwachsraten von 70 Prozent zu wenig. Hajjar: "Ohne weitere Firmenkäufe werden wir nicht auskommen." Außerdem sei mit Integrated Measurement Systems (IMS) der Sektor Testsysteme noch zu schwach vertreten. Nach einer Konsolidierungsphase im nächsten Jahr und einem angepeilten Umsatz von 225 Millionen Dollar, will Hajjar noch ein weiteres Unternehmen aus dem Testsysteme-Bereich erwerben.

Zwar gäbe es nur wenige gute Alternativen, doch könnten Teradyne (400 Millionen Dollar Umsatz), Genrad (200 Millionen Dollar) oder auch LTX (200 Millionen Dollar) in Frage kommen. "Jede der drei Firmen wäre für uns ein Zugewinn", meint Hajjar. Insbesondere der Erwerb von Teradyne würde sich lohnen, weil dieses Unternehmen sowohl IC-Tester als auch Testequipment für Leiterplatten im Programm hat. "Die haben soweit alles fertig, woran wir interessiert sein könnten."