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Bund soll sich von Telekom-Aktien trennen


27.10.2000 - 

VATM fährt erneut schwere Geschütze gegen die Telekom auf

BONN (CW) - Erneut hat Joachim Dreyer, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), zu einem Rundumschlag in Sachen TK-Wettbewerb ausgeholt. Der Telekom warf er dabei eine brutale Unterdrückung des Wettbewerbs vor, der Bundesregierung unterstellte er Parteilichkeit zugunsten des früheren Monopolisten.

Das Wehklagen der Lobbyistenvereinigung VATM, die 40 Konkurrenten der Telekom vertritt, ist so alt wie die TK-Liberalisierung selbst. In seiner jüngsten Attacke gegen die Telekom beschuldigt Verbandspräsident Dreyer den Bonner Carrier, den Wettbewerb auf dem deutschen TK-Markt "brutal" zu unterdrücken.

Zur Untermauerung seiner These führt der VATM-Präsident zwei Beispiele an: So funktioniere die Zusammenarbeit mit der Telekom in Sachen Preselection immer noch nicht richtig. Hier produziere der Bonner Carrier bei der Umstellung der Anschlüsse ein "gewolltes Chaos", um potenzielle Kunden von einem Wechsel zur Telekom-Konkurrenz abzuschrecken.

Zweiter Kritikpunkt Dreyers ist die Behauptung, der Bonner Konzern verhindere durch Preisdumping die Ausbildung eines echten Marktes für breitbandige Internet-Anschlüsse. Dabei ist Dreyer vor allem der T-DSL-Pauschaltarif des Bonner Konzerns für 49 Mark ein Dorn im Auge. Zumal die Telekom Wettbewerber durch eine zeitabhängige Abrechnung der Vorleistungen an entsprechenden Angeboten hindere, während die eigene Tochter T-Online die Leistungen zu besseren Konditionen beziehe.

Ungeschoren kommt bei Dreyer auch die Bundesregierung nicht davon. Eine Seilschaft aus Politik und Telekom versuche, den Chef der Regulierungsbehörde Klaus-Dieter Scheurle aus dem Amt zu ekeln. Sollte dies geschehen, so die Drohung Dreyers, werde viel Geld für TK-Investitionen aus Deutschland abgezogen. In seiner Abrechung mit der rot-grünen Regierung wirft Dreyer der Politik auch vor, als Hauptaktionär der Telekom (57 Prozent) kein wirkliches Interesse an der Entwicklung des TK-Wettbewerbs zu haben. Deshalb müsse sich der Bund so schnell wie möglich von seinen Telekom-Aktien trennen.