Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.01.1985 - 

Spende von Digital Equipment an die Technische Universität Berlin:

VAX-11/780 für Partitur und Diagnose

BERLIN (lo) - Die Technische Universität Berlin besitzt jetzt ein Computersystem VAX-11/780 für einen interdisziplinären Einsatz. Mit diesem 1001. System in Deutschland will Spenderin Digital Equipment GmbH (DEC) in München einen Brückenschlag zwischen Natur- und Geisteswissenschaft für eine menschengerechte Technik reisten.

Der Rechner am oberen Ende der VAX-Familie soll nicht nur, wie bisher üblich, einem Fachbereich zugute kommen, sondern in mehreren Disziplinen genutzt werden. Zum einen wird das System, dessen Preis DEC mit 1,7 Millionen Mark angibt, dazu beitragen, die Aktivitäten des Fachbereichs Kommunikationswissenschaften zu unterstützen und auszuweiten. In einem Studio für Computermusik (CM), dem ersten an einer deutschen Hochschule, werden traditionelle Ansätze auf dem Feld elektroakustischer Musik aus über 20 Jahren Entwicklung weitergeführt. Mit dem Großrechner ergibt sich die Gelegenheit, eine neuartige Schnittstelle zwischen Künstler und Maschine zu schaffen. Dabei schränkt nicht wie bisher das technische Handling die Kreativität beim tonkünstlerischen Gestalten ein.

Die TU will mit eigenen Veranstaltungen rechnergenerierter Musik verstärkt an die Öffentlichkeit treten. Zu den technisch gut ausgerüsteten CM-Zentren in Padua oder Linz sollen außerdem Kontakte gepflegt werden. Musikauftritte in Italien, Österreich und Deutschland können zukünftig "vernetzt" und somit simultan stattfinden. Die Verbindung Technik und Musik erschließe nicht nur für junge Menschen einen neuen Zugang zur Klangwelt, sie stelle auch eine Ergänzung des herkömmlichen Musikverständnisses dar, betonte der Präsident der TU, Professor Jürgen Starnick.

Außer für Kommunikationswissenschaften arbeitet das System mit 4,3 Milliarden Bytes virtuellem Adreßraum andererseits auch für Informatik-Institute und das Institut für Geodäsie und Photogrammetrie auf den Gebieten Computergrafik.

Besondere Bedeutung gewinnt der Teilbereich Computer Graphics bei der Darstellung biomedizinischer Objekte. Die Röntgen-Computer-Tomographie ermöglicht eine Modellierung, Darstellung und Vermessung von gesunden wie pathologischen Körperstrukturen. Diese räumlichen, dreidimensionalen Darstellungen eignen sich weitaus mehr für Diagnose und zur Verwendung in der Therapie als Ergebnisse auf herkömmlichen zweidimensionalen Datenträgern. Gleichzeitig sind diese Rechnerdarstellungen Schritte auf dem Weg zu einer weniger strahlenintensiven und ungefährlichen Untersuchungsmethode. Noch bedeutet eine hohe CPU-Rechnerzeit allerdings einen deutlichen Nachteil; alleine ein Bild belastet den Rechner etwa fünf Minuten.

Bei Computer-Graphics- und Computer-Visions-Verfahren in der Neurologie steht die interaktive Erkennung, Modellierung und dreidimensionale Darstellung natürlicher Objekte in Computer-Tomogrammen des menschlichen Schädels derzeit im Vordergrund. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines medizinischen Arbeitsplatzes, einer Medical Work Stations (MWS). Abgestimmte Hard- und Softwarekomponenten sollen dem Mediziner die rechnerunterstützte Auswertung von Patientendaten ermöglichen.

Initiativen der Wirtschaft als Potential für Forschung

Schenkungen wie die der Digital Equipment GmbH unterstützen die TU Berlin dabei, so der Kommentar, die Infrastruktur zu stärken und dem wissenschaftlichen Nachwuchs Arbeitsplätze zu sichern. Gleichzeitig ermöglichen sie, Forschungsschwerpunkte in neuen Techniken auszubauen und Studenten mit dem aktuellsten Wissens- und Technikstand vertraut zu machen.