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18.04.1986 - 

In den vergangenen zehn Jahren 50 Prozent Mitgliederzuwachs:

VDI als Gesprächspartner in Sachen Technik

18.04.1986

DÜSSELDORF (CW) - Zur größten technisch-wissenschaftlichen Organisation Westeuropas wuchs der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) heran In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich die Mitgliederzahl nämlich um rund 50 Prozent von 60 000 auf gut 90 000 Ingenieure und Naturwissenschaftler. Dabei wollen Selbstverständnis und Aufgabenspektrum des VDI auch über technische Trends hinaus bei gesellschaftlichen Entwicklungen greifen.

In seinem jetzt veröffentlichten Tätigkeitsbericht 1985 fuhrt der VDI das gewachsene Interesse an seiner Arbeit sowohl auf die immer wichtigere Rolle der Ingenieure in der Gesellschaft als auch auf das erweiterte Leistungsangebot des VDI zurück.

Die regionale Arbeit leisten im VDI zur Zeit 38 Bezirksvereine, zum Teil über eigene Bezirksgruppen vertreten in rund 100 Städten der Bundesrepublik. Die technisch-wissenschaftlichen Aktivitäten auf fast allen technischen Fachgebieten konzentrieren sich in 19 VDI-Fachgliederungen und -Sondergremien, die berufspolitischen und gesellschaftsbezogenen Aufgaben in der VDI-Hauptgruppe "Der Ingenieur in Beruf und Gesellschaft".

Für die Beratung und aktive Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der industriellen Einführung neuer Technologien arbeiten im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Technologie das VDI-Technologiezentrum Informationstechnik und das VDI-Technologiezentrum Physikalische Technologien.

Im Bereich Informationstechnik etwa ist in Berlin das VDI-Technologiezentrum aktiv. Der insgesamt höhere Anwendungsgrad der Mikroelektronik in der deutschen Industrie beruhe auf dem stärkeren Einsatz von Mikroelektronik in kleinen und mittleren Unternehmen. Dies will etwa eine vergleichende Untersuchung zeigen, die vom VDI-Technologiezentrum (VDI-TZ) Informationstechnik, Berlin, mit europäischen Partnerinstituten durchgeführt wurde.

In Betrieben bis zu 200 Beschäftigten lag danach die Mikroelektronik-Anwendung in der Bundesrepublik schon 1983/84 bei 45,5 Prozent, in Großbritannien bei 40,3 Prozent und in Frankreich bei 33,5 Prozent. Bei den mittelständischen Unternehmen, die in der Bundesrepublik zu über zwei Drittel Mikroelektronik einsetzen, und den Großbetrieben (90 Prozent) zeigten sich dagegen weniger Unterschiede zu den Nachbarländern. Das gute deutsche Abschneiden in diesem Vergleich sei sicherlich nicht zuletzt ein Resultat von Bemühungen wie die des BMFT-Sonderprogramms "Anwendung der Mikroelektronik", das vom VDI-TZ Informationstechnik betreut wurde.

Technische Engpässe bei Mikroperipherik

Technische Engpässe, so das VDI-Zentrum in Berlin, liegen heute besonders in der Mikroperipherik (Sensoren, Aktoren, Ein-/Ausgabeelemente). Die Bundesregierung beschloß im April 1985 den Förderungsschwerpunkt "Mikroperipherik", dessen Projektträgerschaft das VDI-TZ-Informationstechnik übernahm. Für den Zeitraum 1985 bis 1989 stellt das BMFT 400 Millionen Mark Fördermittel zur Verfügung.

Der neue Schwerpunkt, schreibt der VDI, beinhaltet drei Maßnahmen:

Indirekt-spezifische Förderung von Vorhaben zur Entwicklung miniaturisierter mikroelektronik-kompatibler Sensoren mit integrierter Signalverarbeitung (Mikrosensoren)

Förderung von zukunftsorientierten Verbundvorhaben zur Entwicklung neuer Technologien für die Mikroperipherik.

Technologietransfer zur besseren Umsetzung und Verbreitung von Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Mikroperipherik.

Keine "Sprachlosigkeit der Ingenieure"

Wegen der Breite und Vielfalt ingenieurtechnischer Disziplinen unter einem einzigen Dach und der Gemeinschaftsarbeit von Ingenieuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung begreift sich der VDI auch über die technische Fachwelt hinaus nicht nur als "Sprecher der Ingenieure", sondern auch als sachkundiger und neutraler "Gesprächspartner in Sachen Technik" für alle gesellschaftlichen Gruppen.

Gerade soll dabei die Öffentlichkeitsarbeit des VDI weniger vortragen, was Ingenieure und ihr Verein können, sondern vielmehr Antworten auf Fragen aus Fachwelt und Öffentlichkeit geben.

Erfreulich entwickelte sich in den vergangenen Jahren die Altersstruktur des VDI: Sie verjüngte sich ständig, so daß heute knapp 36 000 Mitglieder (40 Prozent) Studenten und Jungingenieure sind.