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29.03.1991 - 

Inlandsnachfrage war auch 1990 Motor der IuK-Branche

VDM und ZVEI erwarten 1991 acht Prozent Umsatzwachstum

HANNOVER (ciw) - Nach Angaben der Verbandssprecher von VDMA und ZVEI stieg der Gesamtumsatz der in Westdeutschland produzierenden DV-Unternehmen auf rund 58 Milliarden Mark. Dabei entwickelte sich der Hardwaresektor mit einem Zuwachs von 7,6 Prozent und einem Volumen von 42,3 Milliarden nicht so dynamisch wie der Softwarebereich, in dem 1990 rund 16 Milliarden Mark umgesetzt wurden - zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Trotz des wiederum angewachsenen Importüberschusses der Branche, der 1990 rund 7,5 Milliarden Mark betrug, geben sich sowohl VDMA als auch ZVEI für das laufende Geschäftsjahr durchaus zuversichtlich: Sie rechnen mit einem Gesamtwachstum von acht Prozent im Jahr 1991. Sowohl der Vorsitzende der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im VDMA, Alfred Eßlinger, als auch Klaus Krone, Vorsitzender des Fachverbandes Informations- und Kommunikationstechnik im ZVEI, führen das gute Abschneiden der Branche auf die hohe Inlandsnachfrage und auf die anhaltende Investitionstätigkeit der deutschen Wirtschaft zurück.

Der Umsatz mit informationstechnischer Hardware stieg 1990 um 10,8 Prozent auf 19 Milliarden Mark. Hierbei seien die maßgeblichen Wachstumsimpulse mit 15,4 Prozent aus dem Inland gekommen, verglichen mit nur 5,1 Prozent Umsatzsteigerung im Ausland. Beim Außenhandel mit Informationstechnik stiegen die Einfuhren um 5,5 Prozent auf 21,7 Milliarden Mark an. Die Ausfuhren sind dagegen weiter rückläufig und fielen um 1,6 Prozent auf 13,3 Milliarden Mark. Der Inlandsmarkt wuchs im vergangenen Jahr mit 6,7 Prozent auf 24,8 Milliarden Mark.

Eßlinger zufolge wird das Marktgeschehen in Deutschland zunehmend von Software und Services geprägt. Er monierte deshalb, daß die amtliche Statistik dieses wichtige Segment "noch immer nicht" erfasse. Das Wachstum des Softwaremarktes sei ungebrochen: "Nach neueren Erhebungen von Infratest Industria stieg der Umsatz von Software und Services 1990 um 16 Prozent auf 16 Milliarden Mark" (ohne Eigenentwicklungen der Unternehmen). So könne teilweise - meinte der IBM Geschäftsführer weiter - der Preisverfall bei Hardware durch das Angebot von integrierten Komplettlösungen aus Hardware, Software, Services und Consulting kompensiert werden.

Der Teilmarkt Kommunikationstechnik war hingegen von einer starken Auslandsnachfrage, durch die weiterhin unzureichende Zugänglichkeit der Märkte in Japan und in den USA sowie durch den wachsenden Importanteil an der Versorgung des deutschen Telekommunikationsmarktes geprägt. Nach Angaben von Klaus Krone schnellten die Auslandsorders um 24,8 Prozent in die Höhe, die Inlandsnachfrage stagnierte dagegen. Der Umsatzanstieg fiel wegen sinkender Preise in diesem Jahr mit 5,8 Prozent auf 22,8 Milliarden Mark allerdings schwächer aus als im Vorjahr. Auch der Telecom-Sektor verzeichnet mit plus elf Prozent stark ansteigende Einfuhren Dabei stammten 41,5 Prozent aller Importe aus Japan, 26,3 Prozent aus der EG und 12,8 Prozent aus den USA.

Nach Angaben von Eßlinger stiegen die Hardwarelieferungen in die ehemalige DDR im vergangenen Jahr um das Vierfache auf 413 Millionen Mark Außerdem führte der IBM-Geschäftsführer die Prognosen von Diebold und IDC ins Feld, die in den neuen Bundesländern für das laufende Jahr einen informationstechnischen Bedarf von zwei bis 3,5 Milliarden Mark ausgemacht haben Allerdings wies er daraufhin, daß über die Aufnahmefähigkeit der ostdeutschen Unternehmen bezüglich Hardware, Software und Dienstleistungen keine Klarheit bestehe. Gegenwärtig würden vor allem Unternehmen aus Westdeutschland, Europa, den USA und Fernost von diesem Markt profitieren, während die meisten Unternehmen des früheren Kombinats Robotron um ihr Überleben kämpfen müßten. Eßlinger räumt den meisten ostdeutschen Firmen nur dann eine Chance ein, wenn sie mit "komponenten und kapitalkräftigen westlichen Partnern" kooperieren. Der dortige Markt werde der Branche 1991 einen Umsatz-Zuwachs von fünf bis zehn Prozent bringen.

Im Gegensatz dazu erklärte Krone, daß der DDR-Markt dem Kommunikationssektor nur ein Plus von einem Prozent am Gesamtvolumen bringen werde. Ziel der Telekom und der deutschen Industrie sei es, bis 1997 in den neuen Bundesländern ein Niveau der Telekommunikations-Infrastruktur zu schaffen, das dem in den alten Bundesländern entspreche.