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25.03.1988 - 

Schrille Töne zwischen Europa und Japan um Druckertests:

VDMA blockiert gemeinsamen Standard

HANNOVER (ch) - Mit einem Mißklang begann die CeBIT für die im International Printer Standard Committee zusammengeschlossenen japanischen Druckerhersteller. Ihre Vorstellung eines eigenen Testverfahrens für Arbeitsplatzdrucker sagte sie auf Druck der im VDMA organisierten europäischen Konkurrenz ab.

Vorangegangen war ein offizielles Schreiben des VDMA an die Japan Electronic Industry Development Association (JEIDA), eine Unterabteilung des Industrieministeriums MITI. Darin zeigte sich der Verband "betroffen" über die japanischen Normierungsbestrebungen und versucht den Eindruck zu erwecken, der von europäischen Herstellern entwickelte EPPT-Test sei bereits als DIN-Norm 32751 verabschiedet.

In einer Presseerklärung betonte nun die IPS, sie wolle mit der Propagierung eines eigenen Testverfahrens neben dem vor wenigen Monaten von dem VDMA (Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau) ins Leben gerufenen European Printer Performance Test (EPPT) keineswegs den Verbraucher verwirren, wie dies die Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im VDMA behauptet hatte. Statt dessen sei ihr an einer Verbesserung des Tests in Richtung auf mehr Praxisnähe gelegen.

Bei der Erarbeitung des EPPT waren die japanischen Druckerhersteller nicht zu Rate gezogen worden. Nach der Vorstellung der Japaner ist der Test wenig praxisgerecht, da er die Leistung eines Druckers in Seiten pro Stunde angebe. Diese sage bei Arbeitsplatzdruckern jedoch nur wenig über den tatsächlichen Zeitbedarf aus, da die Zeit zur Eingabe des Textes weit überwiege. Außerdem, so der Vorwurf der Japaner weiter, verlange seine Auswertung fundierte DV-Kenntnisse.

Da die in der EPPT-Gruppe zusammengeschlossenen Unternehmen - darunter Mannesmann Tally, Siemens, Nixdorf und Philips - die Japaner vor vollendete Tatsachen gestellt hatten, sahen diese die Notwendigkeit, einen eigenen Test zu entwickeln, der stärker als das europäische Verfahren auf typische Anwendungen von Arbeitsplatzdruckern zugeschnitten sein soll. Der Test lehnt sich an die bestehende DIN 32751 an, die auch als "Dr.Grauert-Brief" bekannt ist. Diese Norm sei, so die Gruppe aus Fernost für DV-Endanwender geschaffen und daher praxisgerechter als der EPPT-Test. Außerdem käme die Verwendung einer deutschen Normungsgrundlage dem einheimischen Markt entgegen. In der Fachwelt wird jedoch von einem anderen Motiv der Japaner für die Propagierung eines eigenen Testverfahrens gemunkelt: Angeblich halten die japanischen Drucker den im EPPT-Test geforderten Dauerbetrieb über eine Stunde nicht aus, was deren Hersteller allerdings vehement bestreiten.

Der VDMA wäscht seine Hände in Unschuld. "Wir haben bestimmt keinen Druck ausgeübt", erklärte ein Sprecher. Die Japaner hätten die Möglichkeit, bei den Normungsbestrebungen mitzuarbeiten oder einen eigenen Entwurf zu unterbreiten.