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12.04.1985 - 

Softwaremarkt wird sich weiter sehr dynamisch entwickeln:

VDMA: DV-Branche weitete Marktposition aus

FRANKFURT (CW) - In einer raschen Wachstumsphase befindet sich die Büro- und informationstechnische Industrie der Bundesrepublik. Hermann W. Stähler, Vorsitzender der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im VDMA, Frankfurt, hält 20 Prozent Produktionssteigerung im laufenden Jahr für durchaus erreichbar. Das würde einem Produktionswert VOD über 18 Milliarden Markt entsprechen.

Vor allem auf die überaus positive Entwicklung im DV-Bereich ist das 1984er Gesamtergebnis zurückzuführen. Dort kam es zu einer Produktionsausweitung um 30 Prozent auf 13,3 Milliarden Mark. Bei den traditionellen Büromaschinen stieg das Vorjahresergebnis um 3,7 Prozent auf 1,9 Milliarden Mark.

Nach Analysen der Fachgemeinschaft macht der im Berichtsjahr um 30 Prozent gewachsene Softwaregesamtmarkt inzwischen 10,8 Milliarden Mark aus. Beschäftigt sind in der DV-Branche derzeit rund 260 000 Mitarbeiter.

Bei ihrer Schätzung unterstellt die Branche, daß sich die konjunkturelle Belebung im Inland und bei den wichtigsten Handelspartnern 1985 fortsetzen wird. Vor allem aus den europäischen Nachbarländern werden in diesem Jahr noch stärkere Impulse als bisher erwartet. Voraussetzung sei auch, so Stächler, daß der deutschen Wirtschaft keine zusätzlichen Lasten durch Tarif-, Steuer-, Sozial- oder Geldpolitik aufgebürdet werden. Nur so seien stark zunehmende Ausrüstungsinvestitionen zu erwarten, wovon die Branche besonders stark profitiere.

In einer Fragebogenaktion der Fachgemeinschaft beurteilen 80 Prozent der Firmen die allgemeine Geschäftslage mit "hervorragend" bis "gut". 90 Prozent erwarten Umsatzsteigerungen, wobei die Angaben zwischen vier und 50 Prozent schwankten. 70 Prozent planen Erweiterungsinvestitionen beziehungsweise Investitionen in neue Produkte.

Im vergangenen Jahr konnte sich die büro- und informationstechnische Industrie nach eigenem Urteil im internationalen Wettbewerb gut behaupten. Gegenüber fast allen westeuropäischen Ländern ist sie Nettoexporteur, und zwar vor allem bei Büromaschinen und DV-Geräten, wo die starke Marktposition zum Teil kräftig ausgeweitet werden konnte.

Die Gesamtproduktion stieg - getragen von der konjunkturellen Belebung in der Wirtschaft - gegenüber dem Vorjahr um 25,7 Prozent auf 5,2 Milliarden Mark. Impulse gingen von Großunternehmen und der mittelständischen Wirtschaft aus.

Sorge bereitet der Büro- und Informationstechnik allerdings der immer stärker werdende Wettbewerbsdruck aus Fernost, an dem Japan maßgeblich beteiligt ist. Nach den Worten Stählers bauen die Japaner vor allem im traditionellen Büromaschinenbereich gezielt Überkapazitäten auf, die sie zu einer aggressiven Markt- und Preispolitik zwingen. Oftmals würden die Gesetze des fairen Wettbewerbs nicht mehr eingehalten.

Für das laufende Jahr rechnet der VDMA gerade im Softwarebereich in hohen Zuwachsraten. Ein Plus von 25 Prozent wird als realistisch eingeschätzt. Damit ergäbe sich ein Gesamtvolumen des Softwaremarktes von etwa 13 Milliarden Mark zum kommenden Jahresende.

Die höchsten Zuwachsraten erzielten in der Vergangenheit Standardprogramme und sogenannte Problemlösungen. Der Anteil des Marktes für Anwendersoftware lag 1984 bei über 48 Prozent. Klein- und mittelständische Betriebe bestimmten hier primär das Angebot.

Der Marktwert der kommerziellen Software war im vergangenen Jahr bei 18,3 Milliarden Mark angesiedelt. Vom Anwender selbst erstellte Programme wurden vom VDMA mit einem Wert von 2,5 Milliarden Mark bewertet. Dies entspreche einem Marktanteil von knapp 23 Prozent.