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15.02.1985 - 

Europaweites Vorgehen bietet sich an:

VDRZ macht Front gegen Software-Klau

BONN (CW) - Die anstehende Novellierung des Gesetzes zum Urheberrecht sollte dazu genutzt werden, DV-Programme ausdrücklich unter den Schutz dieser Rechtsvorschriften zu stellen. Diese Auffassung vertritt der Verband Deutscher Rechenzentren e. V. (VDRZ) in Bonn.

Nur so könne der fehlenden Rechtssicherheit und dem mangelnden Unrechtsbewußtsein entgegengetreten werden, in deren Folge zur Zeit ein erschreckendes Anwachsen der Softwarepiraterie zu beobachten sei.

Softwareprodukte bilden schon heute einen wichtigen Wirtschaftsfaktor mit Umsätzen in Milliardenhöhe und jährlichen Zuwachsraten von 20 Prozent und mehr. Die Entwicklung immer komplexerer und leistungsfähigerer Anwendungsprogramme verursacht nicht selten Kosten in Millionenhöhe, während das unberechtigte Kopieren und die Weitergabe kaum den Materialpreis der Kassette oder Diskette übersteigt, auf der das Programm gespeichert ist. So ist es nicht verwunderlich, daß dieser Markt eine hohe Anziehungskraft besitzt und ein derartiges Vorgehen zu einem lukrativen Geschäft werden laßt. Wenn auch ein technischer Kopierschutz bei fast allen Softwareprodukten vorhanden ist, so ist doch die Wirksamkeit, wie bei Sicherungsmaßnahmen allgemein, nur begrenzt vorhanden und bildet kaum ein ernsthaftes Hindernis, zumal wenn sich in einschlägigen Fachzeitschriften nicht selten Hinweise bishin zu Bedienungsanleitungen für das "Knacken" derartiger Sicherungssysteme befinden oder sogar Programme für diese Zwecke angeboten werden.

Nur durch die eindeutige Zuordnung dieser Straftatbestände zum Urheberrecht sowie die Schaffung entsprechender Sanktionsvorschriften läßt sich auf breiter Front das Unrechtsbewußtsein schärfen und die widerrechtliche Vermarktung wenn nicht unterbinden, so doch zumindest erschweren. Volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe könnten so verhindert werden.

Ein Blick über die Grenzen ins europäische Ausland zeigt, daß auch dort die Notwendigkeit einer baldigen Lösung dieses Problems gesehen wird. Der VDRZ wird über den europäischen Dachverband ECSA (siehe Kasten) jede Initiative unterstützen, die zu einer einheitlichen internationalen Lösung führen wird. Erste Kontakte mit Vertretern der EG-Kommission in Brüssel sind inzwischen hergestellt worden.