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25.07.1997

Veba schafft Fürstentümer ab

Bis zu einem gewissen Grad gleicht das Informationssystem der Ruhr Öl GmbH einer Data-Warehouse-Anwendung. Über der Datenebene sitzt allerdings eine objektorientierte Schicht, in die Informationen aus den Datenbanksystemen und diversen Anwendungen einfließen. Auch die Präsentationsschicht unterscheidet sich erheblich von üblichen Warehouse-Konzepten (siehe Grafik Seite 14).

Als die Veba Öl AG 1995 einen "Masterplan" entwarf, die Produktionsprozesse zu verbessern, war das Augenmerk zunächst ausschließlich auf die Anwendungen gerichtet, zum Beispiel auf den Betrieb der Tankfarmen. Allein der Unterhalt eines von 300 Tanks kostete pro Jahr rund eine Million Mark.

Bald jedoch stellte sich heraus, daß dafür genauere Ist-Informationen bereitgestellt werden mußten, um etwa eine bessere Auslastung der Tanks sowie eine sinnvolle Einlagerungsfolge unter Vermeidung von teuren Zwischenprodukten zu erreichen. Veba Ruhr Öl verfügt allein über 18 verschiedene Prozeßleitsysteme, 12000 Meßstellen und etwa 10000 Rohrleitungen. Die Kommunikation zwischen den Anlagenbetreibern fand auf Zuruf und per Telefon statt: "Kann ich bei dir 5000 Liter Mitteldestillat unterbringen?" "Nee, ich bin selber randvoll." Gefordert war nun ein werksübergreifendes Informationssystem, das jedem Techniker, Meister, Ingenieur und Vorarbeiter, der mit einem PC ausgestattet ist, die gleichen Auskünfte geben kann. "Bei uns gibt es keine Fürstentümer"! klärt Dieckmann auf. "Allen stehen dieselben Informationen zur Verfügung." Dafür sollten die Daten aus den Ruhr-Öl-Werken Gelsenkirchen Scholven und Horst sowie der Petrolchemie, Schwendt, historisiert auf Stunden-, Schicht-, Tages- und Monatsbasis bereitgestellt werden. Außerdem müssen die Anwender jederzeit erfragen können, was in einer Anlage während der vergangenen Minute passiert ist. Dieser Teil der Applikation, das Basissystem, ist bereits fertiggestellt. Die Prozeßleitsysteme (Distributed Control Systems) erfassen Echtzeit-Kontrolldaten und legen sie im Minutentakt in der File-Datenbank "PI" ab (siehe Kasten). Das Datenbanksystem auf einem DEC-Alpha-Rechner eignet sich insbesondere für die Speicherung von Massendaten. Hier erfahren die Daten außerdem eine Komprimierung. Es werden Stunden-, Schicht- und Tagesmittelwerte errechnet.

Diese für den Anwender auswertungsrelevanten Mittelwerte repliziert die Veba in das relationale Datenbank-Management-System "Piros" (siehe Kasten), dem eine Oracle-Datenbank und eine HP-9000-Maschine zugrunde liegen. "Diese Redundanz bringt einen erheblichen Gewinn an Performance.

Neben den Prozeßdaten nimmt Piros auch alle Laborinformationen (Lims) auf. Derzeit befinden sich rund 100000 "Values", auf Zeiteinheiten bezogene, meßstellenorientierte Eckwerte, in dieser Datenbank.