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14.02.1997 - 

US-Partner für die Allianz mit RWE gesucht

Veba und Cable & Wireless beenden ihre Partnerschaft

Reisende soll man nicht aufhalten. Getreu dieser alten Lebensweisheit hatte das Management der Veba AG auf die offenkundige Unlust von Cable & Wireless reagiert, sich weiter in dem vor zwei Jahren etablierten Bündnis zu engagieren. Laut einem Angebot, das nach Meldungen führender deutscher wie britischer Tageszeitungen seit mehr als einer Woche dem Londoner Carrier schriftlich vorlag, erklärten sich die Düsseldorfer bereit, die 45-Prozent-Beteiligung von Cable & Wireless an der gemeinsamen Tochter Vebacom "zu fairen Bedingungen" zurückzukaufen. Inzwischen haben sich beide Partner darauf verständigt, daß Veba für den Vebacom-Anteil der Briten 2,21 Milliarden Mark bezahlt; Cable & Wireless wird die ebenfalls vor zwei Jahren unter Dach und Fach gebrachte 50-Prozent-Beteiligung der Düsseldorfer an Cable & Wireless Europe für 90 Millionen Mark erwerben.

Das Agreement sieht ferner vor, daß Veba seine direkte Beteiligung an Cable & Wireless in Höhe von 10,4 Prozent behält. Das Engagement, seinerzeit im Rahmen des Joint-ventures mit den Briten als strategisches Investment realisiert, sei auch eine gute Finanzinvestition, heißt es in Veba-Kreisen. Veba-Chef Ulrich Hartmann werde allerdings seinen Sitz im Board des britischen Carriers über kurz oder lang abgeben, teilte der Düsseldorfer Konzern offiziell mit.

Abenteuer Deutschland war den Briten zu aufwendig

Mit dem RWE-Konzern, der sich erst im Herbst vergangenen Jahres der Allianz angeschlossen hatte, war das Vorgehen bis in die Einzelheiten abgestimmt, heißt es weiter. Der RWE-Einstieg sei letztlich aber für Cable & Wire- less der willkommene Anlaß gewesen, seinen Unmut über das weitere Vorgehen der Allianz zu zeigen, mutmaßen Insider in London. Insbesondere ging es dabei wohl um die zu erwartenden hohen Anlaufverluste im Wettbewerb mit dem deutschen Branchenführer Deutsche Telekom. Darüber hinaus trägt der Sinneswandel einer Neuausrichtung der Unternehmensstrategie unter dem neuen Cable & Wireless-Chef Richard Brown Rechnung, der vor allem das Engagement des Carriers auf dem Heimatmarkt Großbritannien verstärken möchte. Unabhängig davon halten sich jedoch hartnäckig Gerüchte, wonach die Briten an einer Kooperation mit Global One, dem Joint-venture von Deutscher Telekom, France Télécom und Sprint, interessiert sind.

Der (nach dem Einstieg von RWE) auf rund 22 Prozent taxierte Anteil von Cable & Wireless an dem ursprünglich von den drei Partnern geplanten Joint-venture soll nun bis auf weiteres bei einer Bank geparkt werden. Man wolle, wie es in Veba- und RWE-Kreisen heißt, über kurz oder lang einen neuen internationalen Partner finden. Derzeit würden Gespräche mit einer Reihe von US-Carriern geführt. Unterdessen haben die beiden deutschen Energiekonzerne den Vertrag über ihr Telecom-Joint-venture unterzeichnet. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen "otelo" im Markt agieren und als sogenannter Vollsortiment-Anbieter in Deutschland tätig sein.