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07.06.2002 - 

Der deutsche Markt bricht um 75 Prozent ein

Venture-Capital fließt weiterhin nur spärlich

MÜNCHEN (CW) - Die Szene der Wagnisfinanzierer in Europa hat sich auch in den ersten drei Monaten des Jahres zurückgehalten. Gegenüber dem direkten Vorquartal gingen die Venture-Capital-Investitionen in der Alten Welt um ein Drittel zurück.

Das Profil europäischer Startup-Firmen hat sich von Hoffnungsträgern zu Bittstellern gewandelt, und eine Trendumkehr ist vorerst nicht in Sicht. Nicht nur die ohnehin vorsichtigen Banken reduzieren ihre Investments, auch die eigentlichen Risikokapitalgeber haben ihre Taschen zugenäht. Wurden von Oktober bis Dezember 2001 europaweit noch 1,75 Milliarden Euro Wagniskapital in Unternehmen gesteckt, verringerte sich die Summe im ersten Quartal 2002 auf 1,2 Milliarden Euro.

Nach einer Untersuchung von Ventureone und der Unternehmensberatung Ernst & Young sank dabei nicht nur die Höhe der Investitionen um ein Drittel, auch die Zahl der Transaktionen schrumpfte um mehr als 30 Prozent. IT-Investments brachen sogar um 42 Prozent ein. Die regionalen Entwicklungen in der Alten Welt ließen sich jedoch nicht über einen Kamm scheren, hieß es von Ernst & Young. Jeder Markt habe schließlich seine eigene Dynamik.

Besonders volatil zeigte sich das Geschäft in Deutschland, allerdings sehr zum Leidwesen der Startups: Die Summe der Investments reduzierte sich um rund 75 Prozent auf 106 Millionen Euro. Lediglich Schweden fiel mit einem Rückgang von 64 Prozent ähnlich negativ auf. Im Gegensatz dazu konnte der Markt in Frankreich um ein Viertel zulegen, während die Geschäfte in Großbritannien stagnierten. Den Grund für das schlechte Abschneiden in Deutschland sehen die Experten in der kurzen Venture-Capital-Tradition hierzulande. Angesichts des schlechten wirtschaftlichen Umfelds hätten relativ junge Wagnisfinanzierer vielfach mit Problemen zu kämpfen oder sich bereits aus dem Markt zurückgezogen, während ihre angelsächsischen Wettbewerber auf Krisenerfahrungen zurückgreifen könnten. Das vierte Quartal 2001 war in Deutschland zudem durch eine 130 Millionen Euro schwere Investition in den finanziell angeschlagenen IT-Dienstleister Einsteinet gekennzeichnet. Wann sich der Markt erholt, konnten auch die Experten nicht sagen. Schließlich hätten die meisten Geldgeber die Talsohle schon im vergangenen Quartal erwartet. (ajf)