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24.09.1982 - 

Symposium zur Privatfinanzierung von Neugründungen

Venture-Kapital für Mikro-Unternehmen

MÜNCHEN (hh) - Ein Symposium über die Gründung von Venture-Finanzierung von Elektronikunternehmen veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft PGI am 8. November 1982, dem Tag vor der Eröffnung der Electronica '82 in München. Gründungsunternehmer und solche, die es werden wollen, haben auf dieser Veranstaltung Gelegenheit. Fachvorträge zum Thema "Finanzierung" zu hören und mit Gleichgesinnten und Profis Probleme junger Unternehmen zu erörtern.

Die Arbeitsgemeinschaft, die vor wenigen Monaten von der Prommer Consultants, München, der Genes GmbH aus Köln und der Incom Zieroth & Partner GmbH aus Nürnberg ins Leben gerufen wurde, hat zum Ziel, junge Unternehmen hauptsächlich aus dem Bereich der Mikroelektronik zu beraten und als Venture-Kapital-Unternehmen finanziell zu unterstützen. Bei der Venture-Kapital-Finanzierung erhalte der Jungunternehmer Eigenkapital-ähnliche Gelder, die hauptsächlich in der Phase der Markteinführung des Produktes auftretende Liquiditätsengpässe abfangen sollen, erläuterten die Beteiligten auf einer Pressekonferenz. Dabei werde darauf geachtet, daß das Kapital im Rahmen einer Minderheitenbeteiligung zur Verfügung gestellt werde, um dem Jungunternehmer die eigene unternehmerische Motivation nicht durch fremde Einflußnahme zu zerstören.

Die bereitgestellten Gelder verbleiben, so der Branchen-Usus, ungefähr acht bis zehn Jahre in dem Unternehmen, um dann entweder von dem bis dahin konsolidierten Unternehmen abgelöst oder aber an andere Investoren weitergegeben zu werden. Die Bedeutung dieser Kapitalisierungsmöglichkeit erläuterte Dr. Alfred Prommer, Geschäftsführer der Prommer Consultants: "Die führende Stellung der mikroelektronischen Industrie der USA ist fast ausschließlich durch Venture-Gründungsfirmen erzielt worden."

Firmenneugründungen hätten für die Durchsetzung von Innovationen eine besondere Rolle inne, da sie flexibler, kreativer und entscheidungsfreudiger seien als Großunternehmen.

In den USA seien gegenwärtig etwa 600 Venture-Kapital-Gesellschaften mit einem Anlagevolumen von rund sechs Milliarden Dollar aktiv, während es in der Bundesrepublik mit

der deutschen Wagnisfinanzierungsgesellschaft (WFG) nur ein ähnliches Finanzierungsangebot gebe, führte Dr. Klaus Nathusius, geschäftsführender Gesellschafter der Genes, aus.

Es sei beabsichtigt, mit dem von der PGI Congress Promotion geplanten Symposium, Hilfen für junge Unternehmer vorzustellen, positive Beispiele erfolgreicher Gründungen zu präsentieren und den allgemeinen Dialog über diese Form der Finanzierung und strukturellen Möglichkeiten weiterzuführen.

Angesprochen werden sollen von dieser Veranstaltung jedoch nicht nur junge Unternehmer, sondern auch private und institutionelle Investoren, Kammern und Verbände.

Für die Zukunft sei geplant, Messen mit Gemeinschaftsständen Venture-finanzierter Unternehmen zu beschicken und den Interessierten weitere Serviceangebote zu offerieren, schildert Gerd Zieroth von der Incom GmbH. Die PGI werde 1983 ihre Arbeit aufnehmen und mit einem operativen

Kapital von 25 Millionen Mark ausgestattet sein. Dieses Kapital stamme im wesentlichen aus den Vereinigten Staaten, erklärt Dr. Nathusius.