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27.03.1975 - 

Intelligente Terminals der Mittleren Datentechnik

Verbundsystem im Einkaufszentrum

BIELEFELD - Seit Anfang der sechziger Jahre gibt es den Begriff "MDT". Was er allerdings umfaßt, hat sich Inzwischen beachtlich gewandelt. Ursprünglich waren es eigenständige und kompakte Computer mittlerer Größe und Leistung, die als Stand-alone-Anlagen eingesetzt wurden. Heute rechnet man bereits intelligente Erfassungs-Systeme mit eigenständigen Verarbeitungsfunktionen dazu. Diese können sowohl offline als auch online im Verbundsystem mit dem Groß-System arbeiten.

Ein praktisches Anwendungsbeispiel soll diese Variante der MDT demonstrieren. Bei diesem Beispiel (Warenhaus) sind die Endplätze intelligent und autonom. Die Rechner haben vor allem Konzentratorenfunktionen; die Verbindung zur zentralen EDV Anlage erfolgt offline.

Dieses Beispiel ist besonders interessant, da mit solchen Systemen der Einzelhandel an die Mittlere Datentechnik und damit an die elektronische Datenverarbeitung herangeführt wird.

Erstmalig im Kaufhaus Globus, Einkaufszentrum Glatt bei Zürich, hat ADS/Anker ein neues Verbundsystem eingesetzt, bei dem elektronische Registrierkassen vom Typ ADS-Dataflex mit Terminalrechnern ADS-Modulflex zusammenarbeiten.

Insgesamt sind dabei 73 Dataflex-Kassen als autonome Terminals eingesetzt, die jeweils eine Speicherkapazität von 2 K RAM/8 K ROM haben. Sie arbeiten als Kassenplätze völlig autonom.

Etwa 80 Prozent der Kassen sind Standardkassen, außerdem ist auf jeder der vier Verkaufsetagen eine sogenannte Retourenkasse installiert; 10 Kassen mit angeschlossenem Rückgeldgeber sind in der Check-out-line der Lebensmittelabteilung eingesetzt. Standard- und Retourenkasse unterscheiden sich lediglich durch Freigabe bzw. Blockade einer Funktionstaste; jede dieser Maschinen kann durch einen unterschiedlichen Eröffnungscode, also durch eine Software-Lösung, zu einer Check-out-Kasse umfunktioniert werden.

Vier Terminalrechner ADS 2690 (jeweils 32 K/Kern) steuern und überwachen das System, wobei bis zu 20 Kassen an jeden der Rechner angeschlossen sind. Diese Frontrechner übertragen außerdem alle Daten auf Magnetbänder. Ferner befinden sich in den Rechnern Parallelspeicher zu den mit ihnen verbundenen Terminals, so daß jederzeit eine Einzel- oder Gesamtabstimmung erfolgen kann. Außerdem wird eine Umsatzaufgliederung nach 50 Warengruppen und nach Stockwerken vorgenommen. Sofortergebnisse können über ein Managerterminal abgerufen und ausgedruckt werden.

Die Übertragung der Daten von den Endplätzen erfolgt über ein weitverzweigtes Bus-Kabel-System, bei dessen Installation mehr als 5000 Meter Kabel verlegt wurden.

Die vier Terminalrechner stehen wiederum mit einem zentralen Konzentrator-Rechner (ebenfalls ADS 2690, aber 48 K/Kern) in Verbindung, der nach Abschluß alle Daten in einem Konzentrationslauf auf ein Musterband übernimmt. Die abschließende Detailauswertung erfolgt auf einer Groß-EDV-Anlage (IBM/360) im Globus-Rechenzentrum, Zürich.

Der zentrale Konzentrator-Rechner überwacht außerdem das Kreditkartensystem des Hauses, da in seinem Speicher die Nummern der gesperrten Kreditkarten erfaßt sind (Speicherkapazität 3000 bis 4000 Kontonummern). Bei Vorlage einer solchen Kontokarte und Eingabe der entsprechenden Nummer in die Kasse sperrt der Rechner automatisch die Kreditregistrierung.

Da alle eingesetzten Kassen aktive und autonome Endplätze sind, arbeiten sie bei Rechnerausfall wie eine normale Registrierkasse weiter und speichern alle Daten, die dann später in das System übertragen werden. Auch bei Ausfall des zentralen Konzentrators arbeitet das System weiter, lediglich die automatische Kreditkartenkontrolle ist nicht möglich.

Als nächster Schritt bei der Komplettierung des neuen Systems, das bereits seine erste Bewährungsprobe bestanden hat, ist der Anschluß von Lesestiften an die Kassen vorgesehen. Über die Etiketterstellung bei der Warenauszeichnung, ist dann auch die Erfassung der Wareneingangsdaten möglich.