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28.08.1998 - 

Prozeßbeginn um zwei Wochen verschoben

Verfahren gegen Microsoft zunächst nicht öffentlich

Sowohl das Softwarehaus als auch das Ministerium äußerten sich befriedigt über die Verlegung des Prozeßbeginns.

Durch langwierige Auseinandersetzungen darüber, ob Firmenchef Gates und seine Manager in der Öffentlichkeit, also in Anwesenheit der Presse, verhört werden dürften, war viel Zeit verloren gegangen. Die "New York Times" etwa hatte mit einem Gesetz aus dem Jahre 1913 argumentiert, das die Öffentlichkeit von Verfahren wie das gegen Microsoft ausdrücklich befürwortet. Dagegen hatten die Redmonder eingewandt, dieses Gesetz sei mittlerweile überholt. Außerdem befürchtete das Unternehmen, bei einer öffentlichen Vernehmung würden Betriebsgeheimnisse publik. Die Anwälte von Gates wandten zudem ein, ein allen zugängliches Verfahren würde vor Gericht eine Jahrmarktatmosphäre schaffen.

Die bereits erfolgten Anhörungen von Microsoft-Managern einschließlich Bill Gates fanden deshalb nach der Entscheidung eines Berufungsgerichts unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Das US-Bundesberufungsgericht in Washington wird im kommenden Monat endgültig entscheiden, in welchem Rahmen Microsofts Führungscrew vor Gericht zu befragen ist.

Derweil droht Microsoft von einer neuen Seite Ungemach: Das in Danbury, Connecticut, beheimatete Unternehmen Bristol hat gegen die Gates-Company Klage eingereicht. Es beschuldigt Microsoft, Bristol keinen Zugang zu Informationen bezüglich des Betriebssystems Windows NT beziehungsweise zu dessen Schnittstellen zu gewähren. Bristol hat das Software-Werkzeug "Wind/U" entwickelt. Mit diesem können Windows- und Windows-NT-Applikationen auch auf anderen Betriebssystemplattformen wie IBMs OS/390 oder Digitals Open VMS laufen.

Bristol besitzt seit 1994 Zugang zum Quellcode von Windows. Microsoft hat nach den Worten von Bristol-Mitgründerin Jean Blackwell unter anderem um 400 Prozent erhöhte Lizenzgebühren verlangt. Den inflationären Obolus habe Microsoft zudem mit Auflagen garniert: So wollte die Gates-Company Bristol vorschreiben, an wen Wind/U verkauft werden dürfe.

Microsoft wies in einer Stellungnahme die Klage als unbegründet zurück. Bristol trachte danach, routinemäßige Verhandlungen über Lizenzierungsbedingungen in eine Gerichtsverhandlung zu verlagern. Dabei habe man lediglich noch keine Einigung über die Bedingungen einer Lizenzvereinbarung und deren Wirkungsbereich getroffen.