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17.09.1976 - 

Sie stehen vor der Installation des DBDC-Systems IMS?

"Vergessen Sie die Schulungskosten nicht!"

Die Schulungskosten werden oft heruntergespielt. So lange ist es ja auch noch nicht her, daß IBM-Mitbewerber wie Univac und Honeywell Bull in der Gewährung kostenloser Ausbildung recht großzügig waren. Vorbei. Bei IBM gab und gibt es bekanntlich nur das für den Anwender "Allernotwendigste" (um IBM-Anlagen betreiben zu können) umsonst.

Daß "Schulungskosten" gerade bei mittleren und großen 370-Anwendern ein "heißes Eisen" sind, braucht nicht besonders betont zu werden. Beispiel: Ein der CW-Redaktion namentlich bekannter EDV-Leiter hat die Schulungskosten ermittelt, die bei der Umstellung auf IMS anfallen. Bezeichnend, daß sein Bericht nicht unter seinem Namen veröffentlicht werden kann. CW respektiert den Wunsch nach Anonymität. Die Redaktion hält jedoch die "Ausbildungskosten-Bilanz" für so interessant, daß sie diesen Beitrag eines "unbekannten EDV-Leiters" im Wortlaut abdruckt. Hier ist er:

Wenn Sie die Absicht haben, ein großes DB/DC-System wie IMS zu installieren und wenn Sie ein EDV-Budget haben, über das Sie Rechenschaft ablegen müssen: Vergessen Sie die Schulungskosten nicht!

Der Anwender, denkt wohl zuerst an die Kosten für erhöhten Hardware-Bedarf (CPU, Großspeicher, TP-Peripherie). Er zieht auch die Lizenz-gebühren für die DB/DC-Software ins Kalkül. Die unvermeidbaren Kosten für die Ausbildung aber werden in der Planungszeit oft nur unzureichend beachtet.

Ein komplexes und vielschichtig aufgebautes System wie IMS-DB/DC erfordert außerordentliche Vorleistungen seitens des Anwenders auf dem Ausbildungssektor. Zu schulen sind EDV-Organisatoren (Systemanalytiker), Anwendungsprogrammierer, Systemprogrammierer, Bediener, Gruppenleiter bis zum Leiter der EDV-Abteilung. Ferner ist eine besondere Schulung vorzusehen für diejenigen Mitarbeiter, die sich speziell mit DB-Organisation und DC-Organisation befassen sollen (Matrix).

Dazu kommt für alle Mitarbeiter eine allgemeine DFV-Ausbildung (Lehrgänge: DFV-Funktionen, 3270-Entwurf und Funktionen) sowie eine VSAM-Schulung, sofern mit entsprechenden Zugriffsmethoden gearbeitet wird.

Do you speak English?

Bei den IMS-Lehrgängen handelt es sich vorwiegend um Wochenkurse. Kostenfrei sind die Lehrgänge DB/DC-Systeme, IMS/VS-Grundlagen und IMS/VS-Anwendungsprogrammierung. Die übrigen Lehrgänge kosten pro Teilnehmer zwischen 1200 Mark und 1400 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer. Sie müssen pro Teilnehmer und Lehrgang also in Ansatz bringen:

- Reisekosten zum Ausbildungszentrum (meist Essen oder Stuttgart)

- Tages- und Übernachtungsspesen

- Lehrgangsgebühr

-Arbeitszeitausfall.

Bis hierher können die anfallenden IMS-Schulungskosten somit sehr präzise errechnet werden.

Zu berücksichtigen ist aber auch noch folgendes:

Die umfangreiche IMS-Systemliteratur (Größenordnung: 20 Systembroschüren) ist in englischer Sprache abgefaßt. Sofern Ihre betroffenen Mitarbeiter nicht bereits über ausreichende Englisch-Kenntnisse verfügen, müssen Sie auch Zeit und Kosten für eine rechtzeitige und qualitativ entsprechende Sprachschulung einkalkulieren. Dies gilt natürlich besonders für die oben erwähnte IMS-Gruppe, deren tägliches Brot die IMS-Systembroschüren sein werden.

Ohne Training geht's nicht

Schließlich fällt noch ein gewichtiger, aber häufig vernachlässigter Posten an: Sie müssen Ihren Mitarbeitern eine ausreichende Lern- und Trainingsperiode für IMS zubilligen. Allen einschlägigen Erfahrungsberichten ist zu entnehmen, daß die Anlaufzeit für das DB/DC-System nicht zu kurz angesetzt werden darf. Die Mitarbeiter - insbesondere wieder die IMS-Gruppe - müssen die Möglichkeit haben, über mehrere Monate hin am DE/DC-Design zu arbeiten, Testdatenbanken aufzubauen, Performance-Statistiken auszuwerten und sich so sukzessive mit dem System vertraut zu machen. Diese Lern- und Anlaufzeit mit den darauf, entfallenden Gehaltsanteilen und den Testzeiten auf Ihrem System müssen Sie gleichfalls auf Schulungskosten verbuchen.

Insgesamt läuft an Ausbildungskosten also eine Summe auf, die für die Etatplanung und die für IMS zu veranschlagenden Gesamtkosten im ersten Jahr von erheblicher Bedeutung ist. Schon im Sinne der Kostenübersicht muß also ein detaillierter IMS-Ausbildungsplan gemacht werden.

Der Ausbildungsplan kann dann auch für die zeitliche Einplanung der Lehrgänge herangezogen werden. Neben den betrieblichen Erfordernissen ist hier eine vorgeschriebene Reihenfolge zu beachten. Auch die Rahmenschulung, wie Englischkurse, DFV und VSAM-Schulung sind zu synchronisieren. Die IMS-Schulung darf selbstverständlich nicht zu spät einsetzen. Sie darf aber auch nicht zu früh erfolgen, da die IMS-Lehrgänge, wie andere Kurse auf unserem Fachgebiet auch, darauf abgestellt sind, daß möglichst unmittelbar an den Lehrgang die praktische Tätigkeit anschließt und das im Lehrgang vermittelte Wissen vertieft. So hat es wenig Sinn, etwa die Programmiererschulung hintereinander durchzuziehen und die Mitarbeiter dann ein Jahr oder länger auf die ersten Programmieraufgaben warten zu lassen

Die Grundlehrgänge DB/DC-Systeme und IMS/VS-Grundlagen können, da sie Basiswissen und Verständnis für das System erzeugen sollen, generell vorab stattfinden. Die anschließenden Lehrgänge aber sind für die praktische Arbeit notwendig und sollen erst dann einsetzen, wenn die Mitarbeiter anschließend sofort mit IMS auch praktisch zu tun haben.

Lehrgänge für Fortgeschrittene, wie IMS/VS-Tuning, sind erst dann sinnvoll, wenn der Lehrgangsteilnehmer bereits praktische Erfahrungen mit dem System gesammelt hat.