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18.01.1991

Vergessene Melkkühe

Daß die Kommentatoren seit Wochen genüßlich die steuerpolitischen Pirouetten des Bundesfinanzministers begleiten, dürfte für die Telekom ein schwacher Trost sein. Ausersehen als Melkkuh, spielt das Unternehmen (unfreiwillig) die Märtyrerrolle in den Meinungsseiten.

Melkkühe de facto sind aber letztlich die Telefonkunden, ob gewerblich oder privat. Im Schwitzkasten der Quersubventionierung der anderen Postdienste und der immensen Investionen in Ostdeutschland kann die Telekom weitere Abgaben nur über höhere Gebühren erwirtschaften. Dem gegenüber steht nicht die geringste Leistungsverbesserung, wofür sich die Kunden der Telekom, speziell in den neuen Bundesländern, bedanken werden.

Wenig ins Gewicht fällt auch die geplante Ermäßigung der Ferngespräche. Ob mit der nun ins Auge gefaßten, nach Minister Schwarz-Schilling, "sozial verträglichen" Lösung die Milliardenbeträge in die Kasse des Finanzministers kommen, ist zunächst einmal abzuwarten. So manches Tabu könnte da noch auf der Strecke bleiben, wenn die Telekom am Jahresende Bilanz ziehen muß.

Bleibt die Hoffnung Bundesverfassungsgericht. Ein Gang nach Karlsruhe, initiiert von wem auch immer, hätte nicht die schlechtesten Chancen. Die Karlsruher Richter sind allerdings stets für Überraschungen gut und die deutsche Einheit wirft ein starkes Gewicht in die Waagschale von Justitia. Überdies, die auf vier Jahre begrenzte Abgabe wird bald Schnee von gestern sein. Ob man sich dann noch an die Gebührenzahler erinnert ?