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Big Blue, Microsoft, Netscape und Apache auf dem Prüfstand

Vergleichstest: Web-Server von IBM setzt den Maßstab

05.09.1997

Vier Kandidaten standen auf dem Prüfstand der CW-Schwesterpublikation "Infoworld": "Internet Connection Secure Server 4.2" von IBM, "Internet Information Server 3.0" von Microsoft, "Enterprise Server 3.0" von Netscape und die Freeware "Apache 1.1.3" des gleichnamigen Herstellers. Der Java-Pionier Sun verweigerte die Teilnahme mit der Begründung, er entwickele derzeit die Version 1.0 des Sun Web-Servers (SWS), die zahlreiche Neuerungen zum momentan erhältlichen NCSA-basierten Web-Server biete. Die IBM-Tochter Lotus wiederum ließ der aus ihrer Sicht besseren Lösung der Muttergesellschaft IBM den Vortritt.

IBM: Internet Connection Secure Server 4.2: Klarer Gewinner im Web-Server-Test ist die Soft- und Hardwarekombination der IBM. Der bei Auslieferung bereits komplett vorkonfigurierte "Internet Connection Secure Server 4.2" (ICSS) von Big Blue überzeugte vor allem durch qualitativ hochwertige und gut mit dem zugrundeliegenden Netzwerk-Betriebssystem harmonierenden Administrations-Tools. Die integrierten Management-Utilities unterstützen das Simple Network Mail Protocol (SNMP) und ermöglichen eine einfache Überwachung sämtlicher Aktivitäten auf dem Server. Dieser läßt sich über die gewöhnliche Kommandozeile oder via Browser individuell konfigurieren.

Allerdings fehlt es IBMs ICSS an Werkzeugen zur Verwaltung von verteilten oder zu Clustern verbundenen Systemen. Big Blues Server zum Laufen zu bringen, gestaltet sich dagegen einfach. Ein sogenanntes Boot-up-Welcome-Center informiert Administratoren bereits beim ersten Hochfahren über die installierten Hard- und Softwarekomponenten sowie über deren Konfiguration.

Neben CGI und Java unterstützt der Server das Netscape Server API, Internet Connection API (Icapi) und Java Servlet API. Icapi läßt sich dabei für die Entwicklung neuer Module und Applikationen nutzen. Die Lösung der Armonker wird - anders als die Konkurrenzprodukte - inklusive der aktuellsten Bug-Fixes und Updates ausgeliefert. Mager präsentiert sich die mitgelieferte Dokumentation: Während die Hardwaredokumentationen in Papierform vorliegen, wurden Informationen über die restlichen Komponenten auf IBMs Web-Seite verankert.

Microsofts Internet Information Server 3.0: Rund eineinhalb Jahre nach seinem Debüt hat sich der Web-Server von Microsoft nach Meinung der Prüfer zu einer ernstzunehmenden Alternative gemausert. Insbesondere in Umgebungen mit Win- dows bietet der Internet Information Server 3.0 (IIS) der Gates-Company aufgrund seiner einfachen Benutzbarkeit sowie der gelungenen Integration mit dem zwingend vorausgesetzten Betriebssystem Windows NT eine recht passable Lösung.

Anders als bei IBMs Alternative mußten die Net-Server-Utilities der für den Test genutzten Hewlett-Packard-Hardware zunächst per Hand installiert werden.

Die mit IIS mögliche Verwaltung und Überwachung der User-Accounts, Paßworte und Sicherheitsfunktionen ähneln stark den Möglichkeiten des Betriebssystems. Auch das Generieren von virtuellen Servern oder Verzeichnissen bereitet keine Schwierigkeiten. Neue Web-User lassen sich mit dem Tool "User Manager" von Windows NT definieren.

Die festgelegten Zugriffsrechte für einzelne Surfer sind allerdings nur im Server-Level, also nicht auf der Seitenebene anwendbar. Darüber hinaus stehen Administratoren mit "Performance Monitor" und "Event Viewer" zwei Utilities zur Verfügung, mit denen sich die Performance des Servers überwachen und analysieren läßt. Ebenso ist es möglich, Logs über Verzeichnis- oder Dateizugriffe, Reports oder Warnmeldungen nach bestimmten Kriterien frei einzurichten. Die Logging-Informationen liegen in gewöhnlichem Textformat oder in SQL-Form vor.

Microsoft-Server mit NT-Allüren

Ebenso wie bei IBMs Lösung fehlt es der Microsoft-Alternative an vernünftigen Möglichkeiten für die Administration von geclusterten oder verteilten Informationen. Die Verbindung mit Datenbanken geschieht über Open Data- base Connectivity (ODBC). Als kinderleicht empfanden die Prüfer jedoch die Erstellung dynamischer HTML-Seiten: Zu diesem Zweck haben die Redmonder mit Active Server Pages (ASP) ein Modul integriert, das sowohl VBScript als auch Jscript unterstützt.

Als schlicht ungeeignet erwies sich Microsofts Lösung aufgrund seiner engen Windows-NT-Integration für den Einsatz in gemischten Plattformumgebungen. Keine Probleme bereitete den Testern dagegen die Installation und Konfiguration des mitgelieferten Net-Servers LX Pro von Hewlett-Packard (HP). Ebenso dürftig wie beim Konkurrenten IBM fiel die Dokumentation aus. Auch Microsoft setzt voll und ganz auf die Online-Hilfe via Internet.

Netscape Enterprise Server 3.: Die größte Überraschung erlebten Infoworlds Tester nach dem Erhalt des Netscape-Aspiranten: Der Enterprise Server der Andreessen-Company wurde nicht mit Unix, sondern mit Microsofts Windows NT 4.0 inklusive Service Pack 2 geliefert. Netscapes Web-Server-Variante machte den Eindruck eines brauchbaren Systems, dem es allerdings an Hardware-Management-Tools und vernünftiger Netzwerk-Betriebssystem-Integration fehlt. Das Paket enthält Datenbanktreiber für die Anbindung an Oracle, Informix, Sybase sowie DB2 und unterstützt ODBC. Die Funktionen für die Administration des Servers waren jedoch nur teilweise ausgereift.

Auch das Hardware-Management-Tool "Smartstart" von Compaq ist im Vergleich zu den "Helferchen" von Hewlett-Packard und IBM wenig hilfreich. Pluspunkte sammelte der Enterprise Server jedoch hinsichtlich seiner plattformübergreifenden Einsetzbarkeit: Anders als Microsofts IIS läuft der Enterprise Server auf Windows NT und unterschiedlichen Unix-Derivaten. Dies wiederum hat zur Folge, daß die Integration mit dem jeweiligen Betriebssystem weniger reibungslos vonstatten geht als bei der Gates-Company.

Netscapes Enterprise Server bietet nahezu einzigartig zentralisierte Optionen für das Management von Anwendern und Gruppen. Auch die Administration von geclusterten und verteilten Systemen erfolgte mühelos. Diese Zusatzfunktionen erfordern allerdings die Installation des hauseigenen Suitespot Servers. Einzigartig ist auch die Möglichkeit, mehreren Administratoren unterschiedliche Server-Konfigurierungsrechte zu erteilen. Enterprise Server ist kompatibel zu den Microsoft-Tools "Event Viewer" und "Performance-Monitor" und unterstützt SNMP. Netscape offeriert Dokumentationen für sämtliche Komponenten in Papierform.

Apache 1.1.3: Schließlich wurde auch der mit einem Marktanteil von rund 44 Prozent populärste Web-Server unter die Lupe genommen. Dem kostenlos über das Internet oder mit Unix-Betriebssystemen wie Red Hat Linux mitgelieferten Apache fehlt es aber an geeigneten Hardware-Management-Tools sowie Werkzeugen für geclusterte und verteilten Informationen. Ebenso wie ICSS war Apache bereits vor dem ersten Start vorkonfiguriert. Anders als sämtliche anderen getesteten Lösungen läßt sich der Apache-Server jedoch nicht mit einem Browser einrichten. Er ist über die Kommandozeile auf individuelle Ansprüche zu konfigurieren.

Eine Client-Authentifikation ermöglicht den eingeschränkten Zugriff auf Dokumente nach Usern, Gruppen, Verzeichnissen oder Dateien sowie Host-Namen. Apache eignet sich vor allem für Unix-Umgebungen. Zahlreiche zusätzliche Komponenten sind im Internet erhältlich.

Der wohl größte technische Vorteil der Apache-Lösung liegt darin, daß der Source-Code mitgeliefert wird. Diese Flexibilität vereinfacht die Entwicklung neuer Module für Tasks. Das Einrichten virtueller Server geschieht durch umständliche Manipulation der Konfigurationsdateien. Dem Produkt fehlt es an Support-Möglichkeiten für SNMP. Die Dokumentation beschränkt sich auf Online-Hilfen.

Vor- und Nachteile der Web-Server

Internet Connection Secure Server 4.2 (IBM):

+Durchdachter Aufbau+Gelungene Integration von System-Management-Tools+Geeignete Plattform für den Internet Content Selection Support+Vorkonfigurierte Lösung-Keine Suchmaschine vorhanden-Content-Management benötigt ein separates Tool-Keine Administration von geclusterten und verteilten Informationen möglich

Enterprise Server 3.0 (Netscape)

+Unterstützung zahlreicher Plattformen+Suchmaschine vorhanden+Intelligente Agenten inklusive+Framework für die rasche Entwicklung von dynamischen HTML-Seiten-Wenig beeindruckende Benutzerschnittstelle-Schwache Integration mit dem zugrundeliegenden Netzwerk-Betriebssystem-Unbefriedigende Hardware-Utilities-Fehlende Vorkonfigurierung

Internet Information Server 3.0 (Microsoft)

+Enge Integration mit Windows NT+Einfache Konfiguration und Handhabung+HP-Netserver eignet sich hervorragend für den Einsatz-Fehlende Enterprise-Management-Utilities-Ausschließlich für Windows NT erhältlich-Erfordert zu viele Add-on-Komponenten, um als komplette Lösung zu dienen

Apache 1.1.3 (Apache)

+Source-Code wird mitgeliefert+Unterstützt unterschiedliche Unix-Derivate+Linux enthält verschiedene Compiler-Fehlende Unterstützung für Secure Socket Layer (SSL)-Kryptische Management- und Monitoring-Werkzeuge-Kein Datenbank-API vorhanden-Fehlende Enterprise-Management-Utilities