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27.10.1989 - 

Statt scharfer Dementis jetzt Schulterzucken

Verkauf der Netze-Tochter käme Sun-Plänen entgegen

FRAMINGHAM (IDG) - Die Sun Microsystems Inc. wird Branchengerüchten zufolge ihre Netze-Division Tops abstoßen; die bisher üblichen scharfen Dementis von Sun- und Tops-Offiziellen sind einem eher ambivalenten Schulterzucken gewichen.

Tops, das ehemals beste Pferd im Sun-Stall, lahmte in letzter Zeit: Die Verkaufszahlen gingen zurück; das langerwartete und immer mehr verspätete Release 2.2 der Tops-Netzsoftware wurde schließlich ganz gestrichen; mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung seilten sich ab.

Hinzu kommt, daß auch Sun selbst Probleme hat: Wie der IDG News Service meldet, dürfte für das Ende September abgeschlossene Geschäftsquartal bestenfalls der Break-even-Punkt erreicht werden können, nachdem das vorige Quartal sogar mehr als 20 Millionen Dollar Netto-Verluste erbracht hatte. Trotz eines seit Juli wirksamen Einstellungsstopps ist Sun nicht ausreichend flüssig. Ein Firmensprecher bestätigte, daß man dringend Mittel aktivieren müsse, um die hohen Wachstumsambitionen und die großen Bestände der breiten Produktpalette zu finanzieren.

Aktives Kapital wird jetzt gebraucht

"Sun ist daran interessiert, alles zu verkaufen, was sie nicht als zentral für ihre Langzeit-Strategie ansehen, weil sie gewaltige Bestandszuwächse hatten und aktives Kapital gebrauchen", sagt Bob Herwick, Marktforscher bei Hambrecht & Quist, San Franzisko.

Wenn die Analysten richtig liegen, könnte Sun eine Menge für die Tops-Division herausschlagen: Vor zweieinhalb Jahren hatte man das Unternehmen für nur 20 Millionen Dollar von 3Com Corp. übernommen. Inzwischen beansprucht Tops den dritten Platz bei der Anzahl der installierten Netzknoten hinter Novell Inc. und IBM.

Marktbeobachter spekulieren inzwischen, wer an Tops interessiert sein könnte; die Vermutungen reichen vom ehemaligen Besitzer 3Com über Novell bis zu Apple. 3Com-Sprecher Bob Metcalfe dementiert: Die Synergie-Effekte von damals hätten heute keine Wirkung mehr und 3Com habe inzwischen andere Pläne. Nach Ansicht von Analysten liegt ein Management-Buyout ebenfalls im Bereich des Möglichen.

Zwar wird die Möglichkeit eines Tops-Verkaufs inzwischen von Sun nicht mehr dementiert, aber dafür ging Sun-Präsident Scott McNealy scharf gegen Berichte vor, nach denen auch der Verkauf der Sun-Division aus Billerica, Massachusetts, geplant sei, die für Intel-basierte Rechner verantwortlich ist. *