Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.05.1980 - 

Integrierte EDV in Außer-Haus-Arbeit:

Verkauf drängt DV ins Service-Rechenzentrum

Unsere Aktivitäten dienen in erster Linie dem Verkauf. Aufgaben, die wir erfüllen müssen, mit dem Verkauf direkt jedoch nichts zu tun haben, überlassen wir, wenn es irgend geht, anderen Spezialisten." Mit dieser Firmenphilosophie leitet Manfred Horst Schierling sein Unternehmen - die Schierling KG, Essen eine Spezialfirma für Flachdachsysteme und chemischem Fassadenschutz.

Weil die elektronische Verarbeitung aller Betriebsdaten direkt mit dem Verkauf nichts zu tun hat, überläßt die Schierling diese Aufgabe dem Essener NCR-Rechenzentrum. Zu Recht kann in diesem Fall von einem integrierten EDV-System in Außer-Haus-Verarbeitung gesprochen werden, meint NCR dazu.

Die Schierling KG -1961 gegründet - beschäftigt rund 100 Mitarbeiter; 40 davon stehen im Außendienst. l979 erreichte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von mehr als 20 Millionen Mark. Die Tendenz ist steigend. Unternehmenszweck sind: Entwicklung Herstellung und Vertrieb von Flachdachsystemen und chemischem Fassadenschutz im Inland sowie in Westeuropa.

Die Entscheidung, ein integriertes EDV-System über ein Rechenzentrum verarbeiten zu lassen, war das Resultat eines internen Rechenexempels Etwas länger als fünf Jahre arbeitete Schierling mit eigener Datenverarbeitung. Installiert war ein NCR-Century-System. Dann kam die Rezession in den Jahren 1974/75.

"Wir hatten uns das Ziel gesteckt stärker aus der Rezession herauszugehen als rein", sagte Manfred Horst Schierling. "Unsere gesamte Energie steckten wir in den Verkauf. Also trennten wir uns von der eigenen EDV. Der Grund: Rationalisierung und Konzentration auf die eigentliche Aufgabe, den Verkauf." Nach fünf Jahren Außer-Haus-Verarbeitung sagt der Firmenchef: "Die Entscheidung war richtig. Selbst bei der gegebenen Expansion holen wir die Datenverarbeitung nicht wieder zurück ins eigene Haus."

Für die Lösung sprechen einige Vorteile:

- EDV-Kosten nur für tatsächliche Verarbeitungszeit

- keine Personalprobleme

- keine Programmpflege im eigenen Haus

- das Know-how von EDV-Spezialisten jederzeit zur Verfügung.

Programme nahtlos übernommen

Nahtlos übernahm des Rechenzentrum sämtliche Schierling-Programme. Im Laufe der Jahre erfolgte natürlich eine Erweiterung beziehungsweise kamen neue Aufgaben-bereiche dazu. In große Bereiche zusammengefaßt, bearbeitet die EDV folgende Gebiete:

- Fakturierung

- Finanzbuchhaltung

- Lohn und Gehalt

- Betriebsbuchhaltung

- monatliche Bilanzierung mit KER

- Lagerwirtschaft

- Außendienststeuerung

- Fertigung

- Budgetkontrolle, monatlich mit Soll-/lst-Vergleich, kosten- und umsatzmäßig

- Statistiken.

Die zentral auf Lochstreifen und Magnetband erfaßten Daten gehen täglich per Boten - zu fest vereinbarten, gleichbleibenden Zeiten - zur Verarbeitung ins Rechenzentrum. Fakturen am Nachmittag erfaßt, liegen ausgedruckt und versandfertig am nächsten Morgen vor. Automatisch werden die bei der Fakturierung aufgelaufenen Daten zur weiteren Verarbeitung in andere Aufgabengebiete übernommen, zum Beispiel in die Lagerwirtschaft, die Finanzbuchhaltung, Außendienststeuerung und Provisionsabrechnung.

Der Programmteil, der für das Lagerwesen zuständig ist, umfaßt sämtliche Arbeitsvorgänge von der Bestellung über den Wareneingang bis zum Warenausgang. Die EDV liefert Stichtagsliste, wöchentliche Bestandslisten und zeigt Mindestbestände auf. Sie errechnet die Lagerumschlagshäufigkeit im Vergleich zum Vormonat oder in den letzten drei Jahren. Daten aus der Fertigung fließen in die Finanzbuchhaltung und in Bestandsprüfung, sie werden aber auch für die Nachkalkulation verwendet.

Für die nahe Zukunft wird auch der Einsatz des Speichermediums Mikrofiche in Erwägung gezogen - erstellt im Essener COM-Center der NCR. Je nach Art und Umfang der Listen sollen diese ausgedruckt und auf Mikrofiche übernommen werden.

"Wir legen sehr viel Wert auf den bis ins Detail gehenden, aktuellen Überblick über das Verkaufsgeschäft. Die Daten liefert uns das Rechenzentrum", sagt Schierling. Die aus der Außendiensttätigkeit resultierenden Daten geben, auf verschiedenen Listen ausgedruckt, ein genaues Spiegelbild des Geschehens vom Abschluß bis zur Auslieferung. Jeder Verkäufer erhält monatlich eine EDV-Liste. Die Liste informiert ihn genau über alle Aktivitäten. Erfolge oder das Nichterreichen seines Limits können unschwer abgelesen werden.

Führungskräfte benutzen zur Steuerung sogar die wöchentlich angefallenen und verarbeiteten Daten. Zusammengefaßt ergeben sich daraus für Führungskräfte wesentliche Steuerungsdaten. "Renn-Listen" geben Auskunft über die Placierung der Verkäufer oder der Bezirke.

Die EDV führt auch Kundenumsatzstatistiken mit Vergleichen über einen Zeitraum von drei Jahren; Großkundenstatistiken werden extra geführt. Es gebe keine Aktivität im Außendienst, die nicht erfaßt, verglichen und ausgewertet wird. "Insgesamt" so folgert Firmenchef Manfred Horst Schierling, "hat sich die Datenverarbeitung außer Haus in meinem Unternehmen so gut bewährt, daß wir gar nicht mehr an die EDV denken. Wir bekommen alle gewünschten Daten auf den Tisch, ohne Verzögerung, exakt zu vereinbarten Zeiten. Dies wollten wir erreichen."