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13.07.2001 - 

Firmengründer aus der Haft entlassen

Verkauf von Mendez bringt L&H nicht viel

13.07.2001
MÜNCHEN (CW) - Der aufgrund eines Bilanzskandals finanziell schwer angeschlagene Spracherkennungssoftwareanbieter Lernout & Hauspie (L&H) muss eine weitere bittere Pille schlucken. Der Erlös aus dem Verkauf des Tochterunternehmens Mendez SA wird voraussichtlich weit hinter den Erwartungen zurückbleiben und nur wenig zum Abbau des Schuldenbergs beitragen.

Die monatelange Suche nach einem Käufer der Übersetzungssparte Mendez endet für den belgischen Konzern mit einer Enttäuschung. Statt der noch im letzten Jahr geschätzten 160 Millionen Dollar Marktwert will die kalifornische Übersetzungsagentur Lionbridge Technologies lediglich 33 Millionen Dollar zahlen. Damit würde L&H seine Verbindlichkeiten in Höhe von rund 480 Millionen Dollar weit weniger reduzieren können als erwartet. Theoretisch besteht noch die Möglichkeit, einen höheren Preis zu erzielen, da das für den Gläubigerschutz von L&H zuständige Handelsgericht in Ieper darauf besteht, dass Mendez Anfang August öffentlich versteigert wird. Marktbeobachter halten dies jedoch für unwahrscheinlich, da außer Lionbridge bisher niemand Interesse gezeigt hat. Mendez erwirtschaftete rund 80 Millionen Dollar Umsatz im Jahr und beschäftigt 950 fest angestellte Mitarbeiter in 19 Ländern weltweit. Das Unternehmen bietet maschinelle Übersetzung, Softwarelokalisierung sowie Globalisierung von Websites an.

Derweil sind die L&H-Gründer Jo Lernout und Pol Hauspie sowie das ehemalige Mitglied des Verwaltungsrats Nico Willaert vorerst wieder auf freiem Fuß.

Die drei Beschuldigten wurden im April wegen des Verdachts auf Betrug, Kursmanipulation und andere Vergehen festgenommen. Weiter in Haft befindet sich hingegen der ehemalige Geschäftsführer Gaston Bastiaens, der Mitte Juni von den USA an die belgischen Behörden ausgeliefert worden war.