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18.05.2001 - 

Personalisierung/Personalisierung bei den Web-Shops von Primus-Online

Verkaufsförderung per Software

Angesichts steigenden Wettbewerbsdrucks im Internet kommt der Attraktivität von Websites besondere Bedeutung zu. Viele Shop-Betreiber setzen daher auf Personalisierungsfunktionen. So auch Primus-Online: Der Internet-Händler betreibt eine Reihe von Web-Geschäften, die alle auf der E-Commerce-Software des US-Anbieters Broadvision basieren. Von Stefan Oberdörfer*

Dass der Trend zur Personalisierung von Web-Seiten geht, dessen ist sich auch der Shopping-Spezialist Primus-Online GmbH bewusst. Unter dem Holding-Dach des Unternehmens sind die E-Commerce-Aktivitäten in vierzehn eigenständigen Gesellschaften und Shops organisiert. Auf den Sites finden Surfer Bücher, Musik-CDs, Hard- und Software, Reisen und Tickets sowie Spielwaren, DVDs, Videos, Handys und Autozubehör. Neben dem herkömmlichen Einkauf können Besucher an Auktionen teilnehmen oder sich über "Powershopping" zu Einkaufsgemeinschaften zusammenschließen. Personalisierung spielte von Anfang an eine wichtige Rolle beim Aufbau der Angebote - nicht nur zum Vorteil der Kunden, sondern auch zum Nutzen des Unternehmens, beispielsweise, wenn es darum ging, Produktangebote, Preise und Werbeaktionen rasch zu ändern.

Primus-Online ging aus dem Internet-Service-Provider (ISP) Metronet hervor und wurde von der damals hauseigenen IT- und Entwicklungsabteilung betreut. Doch im April 2001 wurde die Yline E-Solutions Germany mit ins Boot geholt. Das Kölner Unternehmen war durch die Fusion der Primus Services Group mit dem österreichischen ISP Yline AG entstanden. Die Firma bietet Beratung, Implementierung und Betrieb von E-Business-Lösungen an. Sie realisierte die Primus-Online-Shops auf Basis der Softwareprodukte "One-to-One Enterprise" und "One-to-One Commerce" des US-Anbieters Broadvision. One-to-One Enterprise stellt dabei Basisfunktionen für alle Anwendungen von Broadvision dar, die auf spezifische vertikale Märkte ausgerichtet sind, während One-to-One Commerce der schnellen Implementierung von E-Commerce-Sites mit dynamischer Personalisierung dient.

"One-to-One Commerce gab uns die Möglichkeit, den Kunden von Primus-Online ein personalisiertes Einkaufserlebnis zu bieten", erzählt Heribert Kraus, Geschäftsführer von Yline. "Außerdem wurden wir auf diese Weise in die Lage versetzt, eine individuelle Betreuung zu vermitteln, die ganz auf den einzelnen Besucher zugeschnitten ist."

Persönlicher AgentDer Kunde im Primus-Online-Shop kann einen oder mehrere persönliche Agenten beauftragen. Diese informieren ihn, wenn ein von ihm bevorzugtes Produkt lieferbar ist, und berichten über Preisänderungen oder besondere Angebote. Hierzu kann er einen bestimmten Geldbetrag angeben, den das gewünschte Produkt unterschreiten soll. Fällt der Preis unter diese Schwelle, erhält der Interessent eine Nachricht vom Shop.

Außerdem wird der Kunde informiert, ob bestimmte Waren Bestandteile von Preisaktionen sind. Zudem teilt ihm Primus auf Wunsch mit, wenn Bücher seiner Lieblingsautoren oder ein neues Album seines Musikstils erscheinen. Es ist zudem möglich, Produkte, die nicht sofort, sondern erst später gekauft werden sollen, in persönlichen Merklisten aufzuführen, etwa in einem elektronischen Einkaufszettel für Weihnachten oder für die Geburtstage von Freunden.

Erstellen von KundenprofilenUm diese Services zu nutzen, muss der Kunde bei der Anmeldung einen Fragebogen zu seiner Person beantworten. Dieser dient als Vorlage für die Erstellung seines Kundenprofils. Profile mit starken Gemeinsamkeiten kann Primus über das Broadvision-Management-Tool in Communities zusammenfassen. Diese Interessengruppen erhalten Tagestipps und Themenvorschläge von der Website.

Sämtliche Primus-Online-Shops basieren auf Java Server Pages (JSPs), die den Broadvision-Code enthalten. Die Objekte auf dem Broadvision-Server werden über spezielle Tags angesprochen. "Die Verwendung von Server-seitigem Javascript anstelle von eigenen Lösungen und Sprachen hat für uns den Vorteil, dass Benutzerbenachrichtigungen, Bildschirmdesign und Datenformate schnell und problemlos auf der One-to-One-Enterprise-Plattform realisiert werden können", betont Yline-Chef Kraus. Über Zusatzmodule realisierte Primus weitere Personalisierungsfunktionen, etwa einen auf das jeweilige Kundenprofil zugeschnittenen Newsletter im Primustronix-Shop, der PC-Hard- und Software anbietet.

Broadvision-EinsatzYline setzt intern Broadvision 4.1 (Update auf 5.5 geplant) unter dem Betriebssystem Solaris 2.6 und die Broadvision-Version 5.5 unter HP-UX 11.00 ein. Neben Shops für Primus-Online (primusoffice, primuswerkbox, primusgeschenk24, primusautomotive, primusbuch, primustoys, primuswein, primushaushalt) werden damit Sites für ePark, Kinowelt und Paperware erstellt. Dabei setzt Yline für die Produkt- und Lieferantenschnittstelle Perl und XML ein.

Ein auf Broadvision angelegter Shop läuft in drei Umgebungen: Entwicklungs-, Staging- und Produktionsumgebung.

In der ersten Umgebung entwickeln die Programmierer den Shop und erweitern ihn bei Bedarf um zusätzliche Funktionen. Die Staging-Umgebung ist der Tummelplatz für die Content- und Produkt-Manager. Hier werden die Inhalte der Site eingestellt und eingehend geprüft, die später für den Kunden sichtbar sind. In der Produktionsumgebung findet dann, für den User sichtbar, der reine Betrieb des Shops statt.

Administration der ShopsDes Weiteren arbeitet Yline mit einem Concurrent-Versions-System (CVS). Damit kann immer eine funktionierende Shop-Plattform in die Produktionsumgebung zurückgespielt werden, beispielsweise im Falle von Fehlern bei der Entwicklung. Das CVS vermeidet zudem, dass ein Entwickler versehentlich die Arbeit eines Kollegen überschreibt.

Zur Administration der Shops dient die Verwaltungssoftware "Command Center" von Broadvision. Über dieses Werkzeug pflegt der Shop-Betreiber sowohl die Artikeldaten des Produktkatalogs als auch die Inhalte der Web-Seiten und definiert darüber hinaus Geschäftsregeln. Das Command Center stimmt den sichtbaren Content auf die Site-Besucher ab, und zwar abhängig von deren Profilen, Nutzungsverhalten und bisherigen Transaktionen. Durch Regeln lässt sich bestimmen, welche Produkte in einem bestimmten Zeitraum angeboten werden sollen. Im Falle von vergriffenen Waren oder bei Lieferproblemen wäre der Shop-Betreiber beispielsweise in der Lage Ersatzprodukte anzugeben.

*Stefan Oberdörfer ist freier Journalist in Frankfurt am Main.