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05.06.1992 - 

Kosten der betrieblichen Weiterbildung bleiben ein Problem für Controller

Verknüpfung von Pädagogik und Organisation als Zukunftsmodell

Kritisch haben sich die Aus- und Weiterbildungsabteilungen bislang nur mit ihrer eigenen Struktur und ihrem Budget auseinandergesetzt. Aus Gesamtunternehmersicht stellt sich aber nach Auffassung von Dietrich Seibt und Lutz Rösch* eine ganz andere Frage: Wie läßt sich der Einsatz aller Ressourcen - etwa Mitarbeiter, Technik und Administration - in die Bewertung alternativen Durchführungsformen einbeziehen.

Die Schwierigkeiten in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung lassen sich nur lösen, wenn ein integriertes Konzept entwickelt und umgesetzt wird. Die folgenden fünf Thesen sollen aufzeigen, wo die Probleme liegen.

- Ausgangspunkte einer effizienten betrieblichen Aus- und Weiterbildung müssen in sich schlüssige pädagogische Konzepte sein, die moderne Methoden berücksichtigen.

Methoden wie Simulation oder Computer Based Training (CBT) auf PCs müssen darin ihren Platz finden, können aber nur ein Instrument im Konzert der Methoden für eine zielgerichtete Aus- beziehungsweise Weiterbildung sein.

- Die betriebswirtschaftlich. organisatorische Umsetzung ist notwendige Ausgehend vom pädagogischen Konzept, wird ein -Unternehmen die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen ermitteln und bei der Wahl der geeigneten Alternativen ins Kalkül einbeziehen. Dabei sind Zum einen organisatorische Gesichtspunkte von Bedeutung, zum anderen spielen Kosten-Nutzen-Gesichtspunkte eine Rolle. - Bisherige Konzepte orientieren sich stark an den derzeitigen Gegebenheiten und Budgets der Aus- und Weiterbildungsabteilungen, weniger an einer Gesamtunternehmens sicht.

- Systematische Ansätze zur Kosten-Nutzenbewertung sowie empirisch abgesicherte Erfahrungen über Kosten und Nutzen von Aus- und Weiterbildung sind wenig bekannt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheitert dies daran, daß Kostenrechnung im Sinne von "Maßnahmenbetrachtung" nicht betrieben wird, sondern lediglich Jahresbudgets der Aus- und Weiterbildungsabteilung bekannt sind.

Die Verfasser haben hierzu ein Modell entwickelt, das es erlaubt, einzelne Maßnahmen beziehungsweise Bündel von Maßnahmen Durchführungsalternativen (Szenarien) zu kalkulieren. Ein DV-gestütztes Kostenrechnungssystem erlaubt die menügeführte Eingabe der Kosten, die Daten werden übersichtlich und anschaulich dargestellt. Erste Erfahrungen haben gezeigt, daß trotz hoher Kosten für CBT, zum Beispiel 200 000. Mark, ein deutlicher Einspareffekt bei den Gesamtkosten einer Maßnahme eintritt, weil 1000 Teilnehmer statt fünf Tage Schulung nur noch vier Tage Schulung benötigen. Der breakeven zwischen einer klassisch durchgeführten Schulung und einer mit CBT angereicherten Schulung liegt oft bei weit niedrigeren Teilnehmerzahlen.

Bei der Berechnung verschiedener Alternativen einer Maßnahme, klassische Schulung oder CBT, fallen Kosten in unterschiedlicher Höhe an, es sind aber auch unterschiedliche Kostenarten von Bedeutung, von den Trainerkosten über Administrationskosten bis hin zu Kosten für die laufende Betreuung der technischen Infrastruktur.

- Erfolgversprechend sind Aus- und Weiterbildungskonzepte erst dann, wenn pädagogische und betriebswirtschaftliche Forderungen erfüllt werden. Planer und Controller müssen sich der Aufgabe annehmen, zusammen mit Pädagogen die integrierten Aus- und Weiterbildungskonzepte zu entwerfen. Die Verknüpfung der Bereiche Pädagogik, Organisation und Wirtschaftlichkeit ist die Herausforderung für die Aus- und Weiterbildung der Zukunft.

- Bildungs-Controlling ist Teil der Unternehmensführung. Langfristig müssen integrierte Aus- und Weiterbildungskonzepte in ein Bildungs-Controlling eingebettet werden. In Zielvorgaben durch Vorstände wird die Bedeutung des Faktors Mensch als Produktionsfaktor betont. Bisher hat das nur selten zu konkreten Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung geführt, etwa durch Ausweitung der Budgets. Hier muß das Bildungs-Controlling ansetzen und eine gezielte Steuerung des "Human Capital" erwirken. Das setzt allerdings die oben beschriebenen integrierten Aus- und Weiterbildungskonzepte voraus. Zu diesem hält das Bifoa ein Seminar ab.

Nähere Auskünfte zum Seminar "Kosten und Nutzen der technikgestützten betrieblichen Aus- und Weiterbildung, am 2. und 3. Juli in Köln erteilt das Bifoa unter der Telefonnummer 02 211476 03-16.