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20.01.1978

Verletzter Stolz

ZÜRICH. Nach dem überraschenden Zuschlag, den die Schweizerische Bankgesellschaft SBG der UNIVAC AG Zürich über den Kauf neuer Computeranlagen erteilte (CW 3/78), mag man sich bei IBM zu Recht fragen, was man wohl falsch gemacht haben könnte: Denn immerhin geht es dem Vernehmen nach um ein Volumen von 200 Millionen Franken.

IBM konnte sich einige Hoffnungen machen, diesen prestigeträchtigen Auftrag zu gewinnen. Immerhin waren, gegenüber Univac, mehrere bereits realisierte Realtime-Banken-Applikationen vorzuweisen. So arbeiten die Großbanken Kreditanstalt Zürich und Bankverein Basel, letzterer in Kombination mit Burroughs-Systemen im Front-end seit Jahren mit IBM, und dies, wie zahlreiche Veröffentlichungen betonen, mit gutem Erfolg.

In der fast sicheren Erwartung, den Zuschlag für ein Computer-System bei der SBG zu erhalten, sollen, unbestätigten Informationen zufolge bei IBM bereits personelle und betriebliche Kapazitäten freigestellt worden sein. Verständlich, wenn man sich jetzt verschnupft zeigt.

Aufatmen mögen indes die Konkurrenz-Banken, die befürchten mußten, daß IBM im Falle eines Auftrages von der SBG hierselbst die anderenorts gewonnenen Erfahrungen beim Aufbau solch komplexer Datenverarbeitungs-Systeme zum Nutzen des neuen Anwenders einzusetzen Nicht zuletzt bestand auch die Befürchtung, IBM könnte in einen Interessenkonflikt geraten und vielleicht den kleineren Banken nicht mehr die gleiche Unterstützung wie bisher bieten.

Marktpolitisch gesehen darf der Entscheid der SBG für Univac nur mehr gutgeheißen werden: Bleibt doch dadurch das Kräfteverhältnis der auf dem Schweizer Markt führenden Computer-Hersteller einigermaßen im Gleichgewicht.

Schweizer Redaktionsadresse: Günter Schilling, Karl-Jaspers-Allee 4,

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