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13.09.2002 - 

France Télécom: Paris will nicht mehr länger zuschauen

Verliert Michel Bon seinen Job?

MÜNCHEN (CW) - Nach dem Rauswurf von Gerhard Schmid wackelt nun offenbar auch der Stuhl seines Counterparts, France-Télécom-CEO Michel Bon. Presseberichten zufolge plant der mit 55 Prozent an dem TK-Konzern beteiligte französische Staat, den glücklosen Vorstandschef abzusetzen.

Die Presse des Nachbarlandes berichtet, dass Präsident Jacques Chirac und Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin Bons Rücktritt fordern. Gründe für dieses Vorhaben gibt es genug: Der Kurs der France-Télécom-Aktie ist in diesem Jahr bereits um 80 Prozent gefallen - unter anderem wegen der öffentlich ausgetragenen Querelen mit Mobilcom über das Vorgehen beim gemeinsamen Aufbau eines UMTS-Netzes in Deutschland.

Gleichzeitig rechnen Analysten damit, dass der TK-Konzern an diesem Freitag für das erste Halbjahr einen Rekordverlust von über zehn Milliarden Euro bekannt geben muss. Grund für das schlechte Abschneiden seien milliardenschwere Rückstellungen für die 28,5-prozentige Beteiligung an dem angeschlagenen Mobilfunkanbieter Mobilcom. Außerdem schätzen Finanzexperten, dass die Schulden des Pariser TK-Unternehmens mittlerweile auf knapp 70 Milliarden Euro angestiegen sind. In Konzernkreisen geht man daher von einem Rettungsplan der französischen Regierung aus, der neben einer Finanzspritze auch die Ablösung des CEOs vorsieht, berichtet das "Wallstreet Journal".

Darüber hinaus will der Verwaltungsrat beraten, ob France Télécom das Büdelsdorfer Unternehmen komplett übernimmt oder die Unterstützung aufgibt.

Gegen einen endgültigen Schlussstrich sprechen wiederum mögliche Schadensersatzklagen durch Mobilcom und ein Ende der UMTS-Aktivitäten in Deutschland, Europas größtem Handy-Markt.

Bis Redaktionsschluss war die Entscheidung noch nicht gefallen, ob Bon bleiben wird. (hk)